publiziert: 02.02.2012 19:42 Uhr
aktualisiert: 03.02.2012 08:47 Uhr
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US-Armee gibt Garnisonsstandort auf

80-jährige Geschichte als Standort endet in einigen Jahren – In der Stadt werden dann 91 Hektar frei
  • Wie geht es weiter mit der Army? Platz für Neues: 91 Hektar Kasernen-, Übungs- und Siedlungsgelände – hier die Ledward-Kaserne – werden allein im Stadtgebiet frei für andere Nutzungen, wenn die US-Amerikaner in zwei bis drei Jahren die Stadt verlassen haben werden.
    Foto: Waltraud Fuchs-Mauder
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Jetzt ist es beschlossene Sache: Die US-Armee wird Schweinfurt verlassen, die Stadt ist in den Plänen des Pentagon kein „dauerhafter Standort“. Das hat am späten Donnerstagnachmittag Oberbürgermeister Sebastian Remelé vom Oberkommandierenden der US-Streitkräfte in Europa, General Mark Hertling, persönlich, erfahren. Das gleiche Schicksal teilt Schweinfurt mit der oberfränkischen Stadt Bamberg. Für Schweinfurt Stadt und Umland heißt das, sie zählen in einigen Jahren 12 000 Bewohner weniger – rund 6000 Soldaten und in etwa die gleiche Zahl an Angehörigen.

Wörtlich heißt es in der offiziellen Mitteilung der Stadt: „Schweinfurt wird definitiv kein dauerhafter Truppenstandort der US-Armee sein. Dies ist das Ergebnis des Gesprächs zwischen dem Oberkommandierenden der amerikanischen Truppen in Europa, General Mark P. Hertling und den Oberbürgermeistern der von einem möglichen Truppenabzug betroffenen Städte.“

Hertling habe am späten Donnerstagnachmittag den Schweinfurter Oberbürgermeister in Ansbach über die Zukunft des Standortes informiert. Remelé sieht darin eine Bestätigung der bereits vor rund acht Jahren skizzierten Szenarien: „Nach dem Eindruck, den ich aus dem Gespräch gewonnen habe, wird es keine sofortige Schließung geben. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass die US-Amerikaner in den nächsten zwei bis drei Jahren schrittweise aus Schweinfurt abziehen werden“, so der Oberbürgermeister.

Das Gespräch mit dem ernüchternden, aber angesichts der entsprechenden Anzeichen in den letzten Wochen nicht überraschenden Ergebnis hat im mittelfränkischen Ansbach stattgefunden.

Die Stadtverwaltung meint, dass der Abzug der US-Amerikaner einen Kaufkraftverlust von maximal drei bis fünf Prozent aus 660 Millionen Euro Einzelhandelsumsatz mit sich bringen wird. Allerdings sei bei einigen speziell auf die Amerikaner eingestellten Gaststätten und im Taxigewerbe mit „signifikanten Umsatzrückgängen“ zu rechnen, die sich nicht genau beziffern lassen.

Doch auch den städtischen Töchtern werden die US-Amerikaner fehlen. Der Umsatzverlust bei den Stadtwerken (Fernwärme, Gas, Wasser, Strom-Netzentgelt) wird mit gut 2,4 Millionen Euro jährlich angegeben. Rund 1100 Privatpatienten weniger werden beim Leopoldina-Krankenhaus einen Einnahmeverlust von rund 2,4 Millionen Euro ausmachen, etwa zwei Prozent der Umsatzerlöse.

Hunderte Gebäude werden frei

Im Stadtgebiet werden militärische Liegenschaften in der Größenordnung von über 90 Hektar frei: Als größte Areale die Wohnsiedlung Askren Manors mit 30 und die Ledward-Kaserne mit 28 Hektar; ferner die Victory-Schießanlage (13 Hektar), das Kessler Field (zwölf Hektar) und die Wohnanlage Yorktown Village mit acht Hektar. Hinzu kommen nach den Berechnungen der Stadt fast 900 gemietete Wohnungen und Wohnhäuser in Stadt und Landkreis.

Dem Landkreis Schweinfurt wird die Conn-Kaserne hinterlassen mit 280 Gebäuden, Flugplatz, Lager- und Wartungshallen, Einkaufszentrum und einer großen Recycling- und Sondermüllanlage auf 203 Hektar. Hinzu kommt das Übungsgelände Pfändhausen/Maßbach (Brönnhof) mit 104 Gebäuden und Einrichtungen auf einer Landfläche von 2547 Hektar und Camp Robinson mit Range Area Dittelbrunn (Schießhaus) mit 13 Hektar.

Die Ledward-Kaserne zählt 220 Gebäude einschließlich Krankenhaus, Einkaufszentrum, Kino und Kirche. In der Wohnsiedlung Askren Manors am John-F.-Kennedy-Ring stehen 77 Gebäude mit knapp 700 Wohnungen, zwei Schulen, Einkaufszentrum, Turnhalle und Tankstelle; Kessler Field und Yorktown Village umfassen 34 Doppelhäuser in Holzbauweise, Sportzentrum, Bowling-Center, Schule und Kindertagesstätte. Erst kürzlich wurde eine Highschool eröffnet.

Mit Sorgen werden etwa 600 Zivilbeschäftigte im Bereich der US-Gemeinde Schweinfurt in die Zukunft blicken. Für sie fordern Betriebsvertretung und Gewerkschaft Ver.di große Anstrengungen, um ihnen über Beschäftigungsqualifizierungsgesellschaften (BQG) gute Chancen auf eine berufliche Umorientierung zu eröffnen. Denn ihre auf das US-Militär ausgerichteten spezifischen Fähigkeiten werden ihnen jenseits der Army nicht viel nützen.

Die Geschichte des Militärstandortes Schweinfurt

1934: Beschluss zur Errichtung einer Garnison in Schweinfurt; Stadt und Hospitalstiftung treten dafür unentgeltlich 14 Hektar ans Deutsche Reich ab.

1935: Abtretung von 38 Hektar Fläche an Schießhaus und Brönnhof.

1936: Die erste Panzerbrigade der Wehrmacht zieht in die neue Kaserne an der Niederwerrner Straße ein.

Ab 1950: Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzen die Amerikaner die Liegenschaft; die US-Armee übernimmt zunächst nur den Brönnhof.

1951: Die US-Armee übernimmt die Panzerkaserne und benennt sie um in „Ledward Barracks“.

1953: Die US-Wohnsiedlung „Askren Manors“ wird auf weitgehend aus landwirtschaftlichem Besitz beschlagnahmtem Gelände neu errichtet.

1954: Die Heeresstraße wird gebaut.

Ab 1987: Das Kessler Field und die Wohnsiedlung „Yorktown Village“ werden errichtet.

2012: Beschluss, Schweinfurt als US-Garnisonsstandort aufzugeben.

Von unserem Redaktionsmitglied Stefan Sauer
    
    

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»Alle 23 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

aber.hallo (19 Kommentare) am 05.02.2012 13:17

nehmt die sog. Weissrussen mit

Mexx kann dir nur zustimmen, in unser Land kommen alle die nichts getaugt haben in Ihrem eigenen Land. Nur wir dummen Deutsche nehmen ja alles auf. Das Problem haben aber noch nicht viele erkannt, weil es denen noch zu gut geht. Wenn wir in unserem Land alleine Leben würden, hätten wir es gut, denkt mal alle daran, Wer hilft denn uns, wenn es uns schlcht geht. Keine Mensch, im Gegenteil.
Also lieber Amerikaner, nehmt die Russen mit, die machen hier im Land alles zu nichte. Ziehen nur Ihren Vorteil raus, und wie Mexx geschrieben hat, haben noch nie was irgendwo in den Deutschen Kassen einbezahlt. Wir haben damals schon bei der Wiedervereinigung geblutet und zahlen heute noch. Aber in Deutschland wird schon lange eine Kug gemolken die keine Milch mehr gibt:-( traurig traurig traurig traurig traurig traurig traurig traurig traurig traurig
(1)
Mexx (61 Kommentare) am 05.02.2012 12:44

Die Armi

Die Armi sollen die So genanten Deutschrussen gleich mitnehmen
Die brauchen wir hier auch nicht kosten uns nur ein Haufen Geld.
Die kommen hier her haben nie was in die Rentenkasse einbezahlt und bekommen Rente und wir sollen bis 67 Arbeiten da das Geld in der Rentenkasse lehr ist.
Oder in die Krankenkassen es ist kein Wunder das die Beiträge ständig erhöht werden und wer ist der dumme wir.
Wenn ich zum Zahnarzt geh und brauch einen zahn kann ich mir keinen aus Gold leisten die schon zahlt ja der Vater statt also wir.
Hier in Deutschlang läuft so einiges schiff.
Deutschland wird langsam aber sicher Untergehen wenn das so weiter geht in diesem land.
Schaut mal in die Schweiz das ist ein land das man als Vorbild nehmen sollte.
(3)
doeshoemernitgewissgekoenn (674 Kommentare) am 04.02.2012 21:15

Jede Auflösung einer Kaserne verdient ein Fest!

Dieser Gesichtspunkt geht vor lauter Krämergeist fast unter. Dabei ist jeder Soldat einer zuviel, jeder!

Das richtet sich absolut nicht gegen die betroffenen Menschen. Vielmehr sind wir verpflichtet, ihren Übergang in nützliche Beschäftigungen nach Kräften zu fördern.

Leider signalisiert die Auflassung der Kasernen keine Wende hin zu Frieden schaffen ohne Waffen. Neben der Freude der Bamberger und Schweinfurter über neu gewonnene Entwicklungsmöglichkeiten darf daher die Wachsamkeit gegenüber Kriegstreiberei nicht vergessen werden. Aktuell droht wieder ein großer Krieg, wenn gegen Syrien und Iran militärisch vorgegangen werden sollte! Wir können unseren Kindern später nicht sagen, wir hätten das nicht wissen können!
(0)
schonda (1146 Kommentare) am 03.02.2012 14:57

Ami go home!

Eine sehr erfreuliche Nachricht, dass nun 18 Jahre nach dem Abzug der sowjetischen Besatzer auch "unsere amerikanischen Freunde" endlich ihre Sachen packen. Außer Kneipenschlägereien am Wochenende, gerne mit gleichermaßen testosterongeschwängerten "Kulturbereichern" aus Nahost, und diversen Schäden bei Manövern/im Nahverkehr usw. hat man von den US-Besatzern wenig Positives mitbekommen. Ami go home!

Das Gejammere über eventuelle wirtschaftliche Verluste ist ein Witz, da die Besatzung von Anbeginn ein Verlustgeschäft war, wenn man die immensen Umweltbelastungen mit einrechnet, die noch auf Jahre hinaus einen großen Sanierungsbedarf nach sich ziehen werden, wie bei der "glorreichen Roten Armee". Die Zeit für Besatzungsregime ist weltweit abgelaufen. Hoffentlich nehmen die Amis auch ihre Atombomben aus dem "Flugzeugträger Rheinland-Pfalz" mit.
(2)
kalender (25 Kommentare) am 03.02.2012 18:57

Durch die Anwesenheit

der US Army haben viele profitiert. Man denke da nur an die Mieten für die Wohnungen die durch die Armee 3 Monate im voraus bezahlt wurden. Manch' Häuschen wurde auf diese Weise abbezahlt.
Kann mich auch erinnern, daß mancher Bauer ganz froh war ein paar Panzerrillen in seinem Acker zu finden. Sie bekamen sehr gutes Geld dafür.
Am schlimmsten ist es für die Zivilangestellten die ihre Arbeit verlieren. Können ja schlecht nach Bamberg vermittelt werden, da die Amis auch hier abziehen.

Schlimmer noch als alles andere finde ich hier den Umgang mit Russen, Asylanten etc. Man könnte sich direkt für diese Schreiberlinge schämen.

So long ...
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