publiziert: 27.01.2012 16:35 Uhr
aktualisiert: 02.02.2012 16:45 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text SCHWEINFURT
US-Soldaten ziehen offenbar aus Schweinfurt ab

Laut „Stars and Stripes“ gehört Schweinfurt nicht zu den weiter bestehenden Standorten
  • Bald Vergangenheit? Die hinweise verdichten sich, dass die US Army Schweinfurt den Rücken kehrt.
    ARChIVFoto: Laszlo Ruppert
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Das war's wohl. Mit recht hoher Wahrscheinlichkeit geben die US-Amerikaner nach fast 70 Jahren Schweinfurt als Garnisonsstandort auf. Darauf lässt ein Bericht des US-Army-Internet-Portals „Stars and Stripes“ schließen. In den Plänen des Pentagon ist die US-Militärgemeinde Schweinfurt demnach keine „enduring base“ (dauerhafter Standort).

Dem Bericht zufolge werden zwei schwere Kampfbrigaden aus Deutschland abgezogen – sowohl die 170. Infanteriebrigade aus Baumholder in der Pfalz, als auch die 172. Infanteriebrigade, die in Grafenwöhr und Schweinfurt stationiert ist. Hintergrund sind gravierende Einsparpläne der USA bei den Bodentruppen und die strategische Neuausrichtung des Militärs Richtung Asien.

Der Grafenwöhrer Bürgermeister Hellmuth Wächter rechnet nach einem Treffen mit US-General Mark Hertling damit, dass die US-Standorte Bamberg und Schweinfurt in den kommenden Jahren aufgelöst und nach Grafenwöhr verlagert werden.  

Während aber die Standorte Baumholder und Grafenwöhr erhalten würden und der Verlust der jeweils 3000 bis 4000 Soldaten starken Brigaden kompensiert werden solle, indem in den USA stationierte Einheiten für kurzfristige Ausbildungen und Manöver hier eingesetzt würden, gelte dies für den Standort Schweinfurt nicht, so der „Stars and Stripes“-Reporter. Die Quelle benennt er nicht konkret. Er zitiert nicht näher benannte „Offizielle“ aus dem Verteidigungsministerium.

Nach früheren Plänen sollten untergeordnete Einheiten der Infanteriebrigade aus Schweinfurt nach Grafenwöhr verlagert werden, wo ausreichend Platz sei. Anfang des Monats habe der Kommandierende General für Europa, Mark Hertling, Reportern in Grafenwöhr gesagt, dass dieser größte Außenposten der US-Armee in Europa auch künftig wohl die gleiche Zahl an Streitkräften beherbergen werde.

Dass nicht nur Schweinfurt, sondern zwei weitere fränkische Städte die längste Zeit Garnisonsstandort der US-Armee gewesen sein könnten, dafür spricht ein Termin am 2. Februar. Schweinfurts OB Sebastian Remelé ist zusammen mit seinem Bamberger Amtskollegen Andreas Starke und der Ansbacher Oberbürgermeisterin Carda Seidel in den US-Stützpunkt Ansbach einbestellt. Dort findet ein Treffen mit General Hertling und den Kommandeuren der drei Garnisonen statt.

Worum es dabei geht, ist geheim. Auch OB Remelé weiß bisher nichts Genaues, wie er auf Anfrage mitteilt. Aus dem Adressatenkreis könnten sicher Rückschlüsse gezogen werden, räumt er ein. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei diesem Treffen Abzugsszenarien verkündet werden, sei höher denn je. „Verbindlich ist aber noch nichts“, auch vom Schweinfurter Standortkommandeur Michael Runey und aus der bayerischen Staatskanzlei habe er zur Frage der Truppenreduzierung bisher keine Informationen. Gleichwohl bereite sich die Stadt auf alle Szenarien vor.

Ob der Standort geschlossen wird, ist auch für den Betriebsvertretungsvorsitzenden für die Zivilbeschäftigten der US-Armee, Michael Dörfer, bisher Spekulation, zu der er sich nicht einlässt. Sollte das Szenario aber zutreffen, gehe es ihm und der Gewerkschaft nicht um die Liegenschaften, sondern um die Zukunft der etwa 600 Zivilbeschäftigten, die dann ihre Arbeit verlören.

Viele übten hoch qualifizierte Tätigkeiten aus, jedoch derart armeespezifische, die es weder in der Wirtschaft noch in deutschen Verwaltungen gibt. Für sie setze er auf Beschäftigungsqualifizierungsgesellschaften (BQG), welche die Betroffenen für zivile Berufe umschult und qualifiziert.

Der Standort Schweinfurt zählt nach Angaben der US-Armee derzeit etwa 6000 Soldaten und eben so viele Angehörige. Es gibt zwei Kasernen. Die Ledward-Kaserne liegt im Stadtgebiet, die Conn-Kaserne auf Geldersheimer Gemarkung.


Die US-Armee in Bayern
In Deutschland sind derzeit rund 36 000 US-Heeressoldaten stationiert, knapp 20 000 davon in Bayern. Die Zahl der Familienangehörigen im Freistaat schätzt die US-Armee auf 50 000. Die Soldaten verteilen sich wie folgt auf die bayerischen US-Standorte (gerundete Zahlen):
Grafenwöhr: 4050
Vilseck: 4800
Hohenfels: 1500
Garmisch: 100
Ansbach/Illesheim/Katterbach: 3000
Bamberg: 3000
Schweinfurt: 3100

Von unserem Redaktionsmitglied Stefan Sauer (mit Informationen von dpa)
    
    

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»Alle 37 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

scaredboat (41 Kommentare) am 27.01.2012 17:41

Neuausrichtung Asien?

A bright shining lie !Nettes Buch!
(0)
SchweinfurterMichel (41 Kommentare) am 27.01.2012 17:41

Logisch...

... muss es der Gewerkschaft, der Arbeitnehmervertretung und auch den städtisch Verantwortlichen um die Beschäftigten der Army gehen. Das ist klar. Das bestreitet niemand. und ver.di wird die Mitarbeiter sicher nicht im Regen stehen lassen.
Dem OB allerdings muss es in erster Linie darum gehen wie sich Schweinfurt weiterentwicklen kann. Dafür ist es gewählt. Wenn er allerdings verbieten will darüber zu diskutieren und nachzudenken (wie er es den Medienberichten anch im Bauauschuss tat), zeigt er seine Unfähigkeit, wieder mal. Leider!
(4)
stoertebeker (694 Kommentare) am 27.01.2012 18:29

Einsparen

Dann sparen wir auch die Kosten der Truppenstationierung ein, denn diese wurden vom deutschen Steuerzahler beglichen, genauso wie die American Housing Variante in der Vermietung. Inzwischen sollten die meisten ihre Hütten durch die hohen Mieteinnahmen abbezahlt haben. Das eingesparte Geld kann man dann sehr gut für Arbeitsbeschäftigungsmaßnahmen verwenden, wenn man es richtig macht...
(5)
Supermichi (6 Kommentare) am 28.01.2012 12:32

Einsparen

Nochmals, die Stationierung der US Soldaten hier in D wird ausschließlich über US Steuern finanziert. Würde der deutsche Steuerzahler das Ganze bezahlen, so bräuchte die US Regierung an dieser Stelle auch nicht zu sparen und könnte sich ihre Standorte weiterhin von uns finanzieren lassen.
Also, erstmal überlegen, und dann erst schreiben.
(3)
regenmacher (21 Kommentare) am 28.01.2012 17:18

Auch hier Fakten

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/055/1705586.pdf

Der Bund hat im Jahr 2010 über 45mio gezahlt . An alle ausländischen Armeen, die hier stationiert sind. Und da fehlen die Zahlen von Land und Komunen. Auch hier wieder ...FAKTEN!!!!!
Keine Halbwahrheiten
(4)
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