aktualisiert: 15.04.2010 17:37 Uhr
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GEROLZHOFEN
Wenn die Ziege in Afrika die Post zustellt
Projekt „Sprachberatung in Kindertageseinrichtungen“ in der Stadtbibliothek
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„Erzähltheater“ in der Stadtbibliothek: Die spannende Geschichte der Bergziege, die Postbotin in Afrika geworden ist, erzählte die Leiterin der Stadtbibliothek Gerolzhofen, Brigitte Vogt, den Vorschulkindern aus Gerolzhofens Kindergärten. Durch das kleine „Erzähltheater“ (Kamishibai) konnten sich die Kleinen eine bildliche Vorstellung der Geschichte machen.Foto: Karin Sauer
Ist es für eine Ziege wichtig zu wissen, wie ein Elefant aussieht? Es ist. Zumindest dann, wenn sie als Postziege im Postamt Afrika-Mitte anheuert. Diese abenteuerliche Geschichte erzählte die Leiterin der Stadtbibliothek Gerolzhofen Brigitte Vogt den Vorschulkindern der beiden Kindergärten. Vogt hatte im Rahmen des Projekts „Sprachberatung in Kindertageseinrichtungen“ die Kinder zu sich in die Bibliothek eingeladen.
Die Ziege, die ja bekanntermaßen in den Bergen zuhause ist, hatte sich auf eine Zeitungsanzeige beworben: als Postbotin in Afrika. Einen ganzen Sack voll Post soll sie austragen, vor allem aber einen Eilbrief an den Elefanten. Da sie aber keine Ahnung hat, wie so ein Elefant aussieht, hat sie einige Abenteuer zu überstehen. Dabei lernt sie Tiere wie den Löwen, die Schlange, ein Gnu, das Krokodil, den Gorilla und das Zebra kennen. Mit Hilfe des japanischen Kamishibai (ein Erzähltheater, bei dem die Bilder ausgewechselt werden) konnte Brigitte Vogt den Kindern die Geschichte verdeutlichen.
Die Grundidee kam vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen. In Kooperation mit der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Volkach und der Märchen-Stiftung Walter Kahn in München startete man landesweit einen „Literacy-Monat“. Der Begriff „Literacy“ bezeichnet nicht nur die Fähigkeit des Lesens und Schreibens, sondern auch Text- und Sinnverständnis und Erfahrung mit der Lese- und Erzählkultur. Brigitte Vogt erklärte sich bereit, alle Vorschulkinder einzuladen, um sie mit dem Medium Buch vertraut zu machen. Aber auch das Zuhören will gelernt sein. Da kommt es natürlich darauf an, eine spannende Geschichte auszusuchen. Mit der Geschichte „Zum Elefanten immer geradeaus“ ist ihr das gelungen. Die Kinder wurden auch zum Mitmachen aufgefordert, mussten kleine Fragen beantworten und durften auch eigene Erfahrungen erzählen. Sie beschrieben die Bilder des Erzähltheaters und stellten somit Beziehungen zwischen den Bildern und dem Erzählten dar. Nachdem nun die Postziege endlich den Elefanten gefunden hatte und die Briefe und Päcken zugestellt waren, wollte Brigitte Vogt prüfen, wie es denn mit der Poststellung bei den Kindern aussieht. Sie verschickte eine „Flüsterpost“ und stellte fest, dass die Nachricht, so wie sie abgeschickt wurde, auch beim letzten ankam.
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