publiziert: 27.05.2009 16:08 Uhr
aktualisiert: 29.05.2009 07:47 Uhr
» zur Übersicht Stadt Schweinfurt
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text SCHWEINFURT
Wirte-Ehepaar ist verärgert: Aus für den Schießhaus-Biergarten?

Wirte-Ehepaar Heinz will hinschmeißen – Über Brauhaus und Stadt verärgert

Der Schießhaus-Biergarten hat seit der Übernahme durch Jörg und Petra Heinz vor fünf Jahren Kultstatus. Immer haben die Wirtsleute investiert, zuletzt zur Vermeidung von Warteschlangen die Ausgabe erweitert und einheitliche Schirme gekauft. Ein Streit mit dem Brauhaus Schweinfurt hat Jörg Heinz nun so verärgert, dass er hinschmeißen will.

  • Seit Familie Heinz die Waldgaststätte Schießhaus betreibt, ist es vor allem abends – nicht wie hier am Nachmittag – mitunter schwierig, einen freien Platz zu ergattern.
    FOTo Waltraud Fuchs-Mauder
  • Maisel Bräu Bamberg existiert nicht mehr. Bier von der Firma konnte also gar nicht bestellt werden.
  • Die Fässer des Anstoßes. Wirt Jörg Heinz hat sie gekauft, um Most und Wein darin zu lagern.
    FOTOs Hannes Helferich
Bild von
3 Bilder

In der aktuellen Ausgabe des „Schießhaus-Extrablatts“ ist die „Geschichte“ öffentlich gemacht worden. Unserer Redaktion gegenüber bestätigte sie der Wirt. Familie Heinz lassen die Vorgänge bis heute nicht los.

Im Februar lieferte ein neuer Fahrer der Vertragsbrauerei Bier und entdeckte dabei im Lager mehrere Fässer der Maisel Bräu Bamberg. Laut der hauseigenen Postille Nummer 10 mit dem Untertitel „Aktuelles aus dem Haardtwald und der Umgebung“ teilte der Fahrer den Sensationsfund seinem Chef mit, der „umgehend in der Gaststätte“ erschienen sei und der Familie Heinz vorgeworfen habe, Bier anderer Brauereien entgegen der vertraglichen Bestimmungen zu kaufen.

Als Beweise habe Brauhaus-Boss Johann Weichert die Maisel-Bräu-Fässer genannt und darauf hingewiesen, dass im Januar kein Tropfen Brauhaus-Gerstensaft ans Schießhaus geliefert worden sei.

Kommentar von Jörg Heinz zu dieser „schwerwiegenden Tatsache“: Im Januar habe das Schießhaus seit Jahren Betriebsferien, man deshalb auch kein Bier bestellt. „Jeder in Schweinfurt weiß das.“ Heinz zeigte sich aber nicht allein deshalb verwundert, zumal die Maisel Bräu aus Bamberg gar nicht mehr auf dem Markt ist, also gar kein Bier liefern konnte. „Das sollte in der Branche eigentlich bekannt sein.“

Die beanstandeten Fässer habe er von Maisel gekauft, um darin Most oder Wein zu lagern, sagte Jörg Heinz dieser Zeitung. „Aus den Zapfhähnen am Schießhaus fließt ausschließlich Brauhaus-Bier“, so Heinz weiter. Er sei nie vertragsbrüchig geworden. Die beiden Ausnahmen – Weizenbock im Frühjahr und dunkles Bock im Herbst – seien abgesprochen gewesen.

Die Aktion des Brauhaus-Chefs sitzt noch immer tief, die Wolken sind nicht verzogen. Daraus macht Jörg Heinz keinen Hehl, wenn er beispielsweise von einer „kleinen Hausdurchsuchung“ spricht, die damals stattgefunden habe. Und das, obwohl er der wohl beste Bierkunde des Brauhaus sei.

Im Schießhaus-Extrablatt hat sich Familie Heinz „auf diesem Weg“ beim Brauhaus für die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit bedankt, aber den nicht nur von Schießhaus-Gästen viel diskutierten Satz angefügt, „die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen“. Was damit gemeint war, verriet Jörg Heinz jetzt dieser Zeitung: „Ja, wir sind am Überlegen, aufzuhören“.

Gefördert wird der Rückzugs-Gedanke durch ein weiteres: der Bau des Groß-Mobilfunkmasten mit 50 Metern Höhe direkt nebenan auf der als Parkplatz genutzten Fläche. Baubeginn ist am 15. Juni, zur besten Biergartenzeit also. Absprachen der Stadt mit ihm habe es keine gegeben, bedauert Jörg Heinz.

Kalli Müller (SWL) hatte im Stadtrat am Dienstag in diesem Punkt nachgehakt und erfahren, dass zwar nicht der komplette Parkplatz, aber doch die Hälfte bis zu sechs Wochen nicht zur Verfügung stehen wird. Auch danach sind zur zwei Drittel nutzbar. Die Verlegung der Strom- und Versorgungsleitungen sind offensichtlich mit zwei bis drei Tagen Bauzeit ein eher vernachlässigbares Problem, zumal der Biergarten selbst nur am Rand berührt sein wird.

Brauhauschef Johann Weichert gab sich – um eine Stellungnahme gebeten – wortkarg. Er teilte nur mit, dass er die Reaktion von Heinz nicht nachvollziehen könne, weil er der Meinung sei, dass man sich ausgesprochen habe. Zudem habe er sich in Sachen Mobilfunkmasten-Baustelle für den Wirt stark gemacht.

Von unserem Redaktionsmitglied Hannes Helferich
    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
Anzeige
    

Direkt zur Redaktion 

E-Mail, Telefon und Brief
Auf diesem Weg finden Ihre Informationen den direkten Weg zu unserer Lokalredaktion. »mehr
    
    

Gelesen

 
    

Kommentiert

 
    
Anzeige
    

Stadtkultur Schweinfurt 

Theater, Kabarett,
Kunst und mehr
Die Stadt Schweinfurt hat kulturell eine ganze Menge zu bieten. »mehr
    
    
Anzeige
WG-Gesucht.de gibt Ihrer Region eine Stimme

Hier finden Sie Ihre WG in Schweinfurt.

WG-Gesucht.de, die kostenlose WG-Börse im Internet.

    
    

Fotografen und ihre Fotos 

Bilder und Eindrücke
Wir stellen ambitionierte Hobbyfotografen aus der Region Main-Rhön vor. »mehr
    
    

Grüsse aus der Region 

Kostenlose Grußkarten
Senden Sie Ihren Freunden und Bekannten eine elektronische Grußkarte aus der Region, auch Tiere! »mehr
    
    

Meine Maschine und ich 

Außergewöhnliches
Wir stellen Menschen vor, die eine besondere Beziehung zu einem technischen Gerät haben. »mehr
    
    

Recht auf Auskunft 

Kommunalpolitik
Bürger haben ein Recht auf politische Teilhabe und Journalisten ein Recht auf Auskunft. Das mussten auch einige Bürgermeister erst lernen. »mehr
    
    

Zeichen setzen 

Förderpreis für
engagierte Bürger
Lesen Sie alles über den Preis und machen Sie Vorschläge, wer ihn bekommen soll. »mehr