publiziert: 29.08.2012 18:06 Uhr
aktualisiert: 31.08.2012 12:01 Uhr
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Wissenswerkstatt nimmt Formen an

Eröffnung im September 2013 geplant – IHK spendiert erste Maschinen
  • Hand in Hand geht's besser: In Aktion die Auszubildenden Andreas Hillenbrand (Fresenius, links) und sein Kollege Alexander Keller von der Firma FAG-Schaeffler.
  • Fotos: Hannes Helferich
    Geschenk für die Wissenswerkstatt: In einer einmaligen Aktion haben Azubis aller beteiligten Firmen und der Stadt die von der IHK zur Verfügung gestellten Geräte und Maschinen ihrer aufgelösten Ausbildungswerkstatt abgebaut und bei FAG-Schaeffler zwischengelagert. Links der Vorsitzende des Vereins Wissenswerkstatt, Martin Drescher, rechts vorne Umzugsorganisator Andreas Schlegelmilch von Schaeffler.
  • Gemeinschaftssinn auch hier: Die IHK-Fräsmaschine hat ZF – hier mit Wolfgang Hendreich von der Logistik (links) – zu Schaeffler geliefert. Den Gabelstapler steuert FAG-Mitarbeiter Michael Pfaff.
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In der Wissenswerkstatt Schweinfurt soll bei Grundschulkindern und jungen Leuten, „die noch nicht wissen, was sie einmal machen wollen“, das Interesse für Technik und Naturwissenschaften geweckt werden. Martin Drescher, der dem im März 2012 gegründeten Verein „wissenswerkstatt Schweinfurt“ vorsteht, ist sogar sicher, „dass wir die Acht- bis 18-Jährigen aus der Stadt und den Landkreisen mit der Wissenswerkstatt begeistern werden“.

Gründungsmitglieder sind – wie berichtet – die Firmen ZF, SKF, Schaeffler, Fresenius, der Verein VDI, Industrie- und Handelskammer und die Stadt. Spätestens im September 2013 soll die Wissenswerkstatt im Friedrich-Rückert-Bau eröffnet werden. Die Absperrungen auf dem Parkplatz zwischen dem städtischen Gebäude und der Post zeigen es: Der Umbau der einmal 500 Quadratmeter großen Werkstatt hat begonnen.

Unter der Federführung des Schweinfurter Architekturbüros Ropertz und Partner entstehen im Untergeschoss dort, wo einst Schüler- und Studentencafé Theorema, Offene Jugendarbeit der Stadt und Volkshochschule zuhause waren, vor allem drei größere Gemeinschaftsräume für die Abteilungen Physik, Mechanik und Elektro.

Erstes Inventar ist dank IHK seit dieser Woche bei FAG-Schaeffler „gebunkert“. Die IHK hat ihre Ausbildungswerkstatt in Würzburg aufgelöst und stellt eine Vielzahl von Einrichtungsgegenständen, Werkzeugen und vor allem Maschinen zur Verfügung. Darunter eine Fräs-, eine Dreh- und eine Standbohrmaschine. „Wesentliche Grundausstattung“ nennt Drescher das Geschenk.

Alles ist in Würzburg abgebaut, verladen und Mitte der Woche im FAG-Hauptwerk in der Georg-Schäfer-Straße zwischengelagert worden. Das Besondere an der Aktion: Im Einsatz waren je zwei Auszubildende von ZF (Martin Hofmann und Simon Fuchs), Fresenius (Andreas Hillenbrand und Fabian Schmitt plus Ausbilder Florian Betz), SKF (Michael Grüll und Andreas Neeb), der Stadt (Julian Schmittknecht und Steffen Krämer) sowie die vier Schaeffler-Azubis Johannes Schlesinger, Steffen Homrighausen, Alexander Keller und Heiko Diemer. Die Organisation hatte FAG-Ausbilder Andreas Schlegelmilch. Und: ZF übernahm den kostenlosen Transport. Drescher dankte dafür ausdrücklich Hans Dekkers und Hans-Jürgen Beck von ZF für ihre Unterstützung.

Drescher, der 25 Jahre selbst bei ZF in verantwortlicher Position tätig war und die Altersteilzeit nutzte, stellte sich von Beginn an als Projektleiter zur Verfügung. Im März wurde er zum Vorsitzenden des Vereins gewählt. Das alle an einem Strang ziehen, drückt sich auch in der Zusammensetzung des Vorstands aus: Stellvertreter ist Wolfgang Sutterlueti (SKF), Schatzmeister der städtische Finanzreferent Martin Baldauf, weitere Vorstände sind Martin Hellermann (Schaeffler) und Rolf Näder (Fresenius).

Bei der Übergabe des IHK-Inventars erläuterte Drescher Hintergründe und Details. Gerade wegen der demografischen Entwicklung sei Schweinfurt als Industrie- und Handwerkerstadt auf junge Leute, die sich für Technik interessieren, angewiesen. Mit der Wissenswerkstatt gehe man den richtigen Schritt. Mit einer Schule wird die Wissenswerkstatt nichts zu tun haben: „Da grenzen wir uns ganz klar ab“, sagt Drescher.

Als zentrales Element sollen die „Phänomene aus Naturwissenschaft und Technik“ im wahrsten Wortsinn erlebt werden. Geplant sind offene Angebote. Für die – kostenlosen – Kurse („allenfalls mal ein kleiner Beitrag fürs Material“) muss man sich anmelden. Im Mittelpunkt stehe der spielerische Umgang mit Technik. Es soll einfache Antworten geben auf Fragen, wie der Strom in die Steckdose kommt oder wie der Rückstoß funktioniert. In der Wissenswerkstatt sollen junge Menschen lernen, wie man eine Brennstoffzelle baut. Aktion also, und Mitmachen.

Die Wissenswerkstatt wird zwei Mitarbeiter haben, Allrounder mit technischem Wissen und pädagogischen Kenntnissen. Bis Frühjahr 2013 soll das Duo gefunden sein. Drescher hofft, dass sich Ehrenamtliche melden, vielleicht pensionierte Ingenieure, die ihre Erfahrung weitergeben und Nachwuchs „Technik schmackhaft machen wollen“.

Der Verein rüstet derzeit seine Homepage auf. Erster Ansprechpartner werden die Schulen sein. Drescher wird Kontakte zum Arbeitskreis Schule und Wirtschaft aufnehmen, ein Netzwerk aufbauen. Bis zu 2500 junge Menschen sollen pro Jahr die Wissenswerkstatt durchlaufen, künftige Facharbeiter, Handwerker, Techniker und Ingenieure für Industrie, Mittelstand und Handwerk.

Von unserem Redaktionsmitglied Hannes Helferich
    
    

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