aktualisiert: 22.02.2012 10:21 Uhr
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SCHWEINFURT
Wulff ade - und Mosi lebt
Schweinfurter Faschingszug
Einst waren Wikinger Europas größte Plage, heut' sind's die Griechen – keine Frage
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Der Vorteil vom Hasenkostüm: Es ist chic und schön warm.
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Gemeinsam die Stadt geentert: Die „Bieraten“.
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Die Niederwerrner Schnarchnasen kamen im Bett.
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Warum nicht mal als Kuh gehen?
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Lustiges Lego.
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Wikingerschiff im Narrenvolk: Im imposantesten Motivwagen des Faschingszuges segelte die Unterspiesheimer Landjugend durch die Innenstadt. Ihr Motto: Früher waren die Wikinger Europas größte Plage, heute sind's die Griechen – keine Frage.Fotos: Katharina Winterhalter( Waltraud Fuchs-Mauder -
Närrische Blümchen strahlen um die Wette.
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Süß: Die Narren vom Ponyhof Seufert.
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Unverkennbares Blau: Marge Simpson.
Eines mal vorweg: Mosi lebt. Rudolph Moshammer, Modeschöpfer, Selbstdarsteller, Herrchen des Schoßhündchens Daisy, hat sich beim Schweinfurter Faschingszug die Ehre gegeben. In einer edlen schwarzen Limousine, Marke „Mosimobil, lässt er sich in Begleitung einer feinen Dame, im Zugplan gelistet unter Nummer 8, durch die Stadt chauffieren. Rund 35 000 Besucher, die ihm begeistertt zuwinken, können nicht irren. Also: Mosi ist weiter unter uns – und die Welt doch nicht so schlecht, wie sie oft scheint.
Dass sie nicht perfekt ist, die Welt, führt uns die Unterspiesheimer Landjugend in ihrem imposanten Wikingerschiff mit großem weiß-roten Segel vor Augen: „Früher waren die Wikinger Europas größte Plage, heute sind's die Griechen – keine Frage.“ Ganz so schlimm, wie manchmal getan wird, ist es aber auch nicht. Zumindest nicht für alle: „Wirtschaftskrise wann und wo – die Hotvolee feiert sowieso“, plakatieren die Narren. Zwischendrin heizen die „Sunnyboys“ mit ihren Blechblasinstrumenten tüchtig ein. Der IG-Metall-Jugend ist die Bierbank lieber als eine Badbank, und die Feuerwehr von Unterspiesheim meint, es wird „Politik wie im Wilden Westen“ gemacht. Dass es sich seit vier Tagen ausgewullft hat, ist klar. Hinter der Saloon-Tür baumeln Galgenstricke.
Im Wagen der Zeller Kracken saufen Griechenland, Portugal und Irland ab – direkt unter dem EU-Rettungsschirm. Und: Erstmals seit langem spielt ein Schweinfurter Club auf ein heißes lokales Thema an: Der ERV fährt unter einem „Drei-Wetter-Dach“ aus dünner Folie unter windigem Lattengerüst auf und behauptet frech, angelehnt an eine TV-Haarspray-Werbung: „Regen, Wind, Schnee – das Dach hält“.
Schön anzusehen: Die Stüchter Clownparade, die „Häderfalder“ Bierathleten, ein kleiner Zirkuswagen mit Clownsgesicht, die spektakulären Einlagen der Streettänzer der Tanzschule Pelzer und ihre „Bademantelparty“, auf der 100 Mädchen zu flotten Rhythmen den Zug synchron und klatschend nach vorne tanzten, all die anderen Garden – und Blaskapellen. Die sind auch gut anzuhören. Man freut sich ja über jeden Wagen, der ohne Dosen-Disco-Musik auskommt und nicht in erster Linie Firmenwerbung spazieren fahren soll. Vom letzten Wagen grüßt – same procedure as every year – das ESKAGE-Prinzenpaar, Rainer I. und Christine I.: Helau!
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