publiziert: 06.01.2012 10:33 Uhr
aktualisiert: 06.01.2012 10:36 Uhr
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Zeug gibt‘s

Die Grünen werden im Stadtrat einen Antrag stellen, und zwar folgenden: „Die Führung des Radweges Friedrich-Ebert-Straße (FES) an der Ecke Fritz-Drescher-Straße (FDS) wird dergestalt geändert, dass FahrradfahrerInnen, die aus Richtung der Stadthalle kommen, die FDS auf geradem Wege überqueren können. (...) Für die aus Richtung der Landwehr-Straße und der Georg-Schäfer-Straße nach links und der aus der FES nach rechts in die FDS einbiegen wollenden Autofahrer entsteht nämlich der Eindruck des Abbiegens in die FDS.“

Nun muss an dieser Stelle eingestanden werden, dass die Redaktion diesem Szenario trotz mehrfachen Lesens, Zuhilfenahme des Stadtplans und größter Beanspruchung ihrer räumlichen Vorstellungskraft nicht folgen konnte; dass sie gänzlich orientierungslos im Großraumbüro herumirrte und sich nicht einigen konnte, wohin welcher Radfahrer am besten nicht fährt, damit beim Autofahrer, von woher immer er kommen und wohin immer er fahren wollen mag, nicht „der Eindruck des Einbiegens in die FDS“ entsteht. Weil: „Diese Fehlinterpretation führt nachweislich zu lebensgefährlichen ,Begegnungen' zwischen FahrradfahrerInnen und Kraftfahrzeugen.“

Also, das fehlte noch: „Lebensgefährliche Begegnungen“. „Die derzeitige Wegeführung verlangt von den FahrradfahrerInnen, dass zum Geradeausfahren in unmittelbarer Nähe der Einmündung ein sehr missverständlich interpretierbares Fahrverhalten verlangt wird.“ „Missverständlich interpretierbar“ soll selbstredend kein Radler radeln müssen, nur um lebendig eine Schweinfurter Straße zu überqueren. Stadtverwaltung, jetzt überleg' mal schön: Erstens, was die Grünen überhaupt meinen, und zweitens, ob die „FDS“ nun eine Fahrradunter- oder -überführung braucht. Oder einen beschränkten Radübergang? Oder was sonst?

Schnüffeln – das ist ja etwas, wofür Hunde bestens geeignet sind aufgrund ihres hochempfindlichen Riechorgans. Das macht sich auch der Mensch zunutze, indem er manche dieser Vierbeiner abrichtet, um etwa Drogen oder Sprengstoff aufzuspüren. Was Bello kann, kann auch die Stadt Schweinfurt. Schon bald könnte sie durch eine diesbezüglich außerordentlich bewährte Firma nach Hunden „schnüffeln“ lassen – nach solchen, die nicht gemeldet sind. Stadtrat Kattner hat das beantragt im Sinne der Hundesteuergerechtigkeit. Der Haufen des unversteuerten Kläffers im Park stinkt nämlich genau so zum Himmel wie der, für den die Herrschaft wenigstens ein paar Euro zahlt.

Endlich sei noch kundgetan, dass der Hype um die Installation einer Schweinfurter Weinprinzessin für 2,02 Hektar Rebland auch nach dem vom Genussreichstadtverein aufgeblasenen „Casting“ keineswegs vorbei ist. Zwar steht das Ergebnis jetzt fest: Eine der sechs Kandidatinnen hat mit 33 Prozent der Stimmen klar gewonnen. Man könnte sie krönen. Aber nein: So strümpfig darf die Regentschaft über ein derart gewaltiges Weinreich nicht vergeben werden. Bis zur Prinzessinfindungsgala am 1. März müssen die drei Weitergekommenen der sechs Mädels noch „Wissen und Können“ anhäufen. Und warum? Um sich „die begehrte Krone zu schnappen“ – fürs Regieren über 2,02 Hektar an der Peterstirn.

    
    

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