aktualisiert: 08.02.2012 16:55 Uhr
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WÜRZBURG/WERNECK
Zwei neue OP-Säle verhindern Kapazitätsengpässe
Bezirk investiert 1,7 Millionen Euro ins Krankenhaus Schloss Werneck – Station G 2 verliert „Charme der 1970er“
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Alles neu: „Intelligente“ Möbel, flexible Raumzonierungen, farblich akzentuierte Bodenbeläge und integrierte Beleuchtungssysteme machen die zu sanierende Station G2 wohnlich und funktional.Skizze: HJP Architekten -
Alles neu: „Intelligente“ Möbel, flexible Raumzonierungen, farblich akzentuierte Bodenbeläge und integrierte Beleuchtungssysteme machen die zu sanierende Station G2 wohnlich und funktional.Entwurf: HJP Architekten
Das Krankenhaus Schloss Werneck bekommt zwei neue Operationsräume (OP) für Kosten von rund 1,17 Millionen Euro. Außerdem wird die Station G 2 innen renoviert. Dieses Projekt schlägt mit circa 539 000 Euro zu Buche, darin sind die neuen Möbel noch nicht enthalten. Beide Maßnahmen genehmigte der Bau- und Umweltausschuss des Bezirks Unterfranken einstimmig.
Ottmar Zipperich, Baureferent der Bezirksverwaltung, informierte, dass momentan die günstige Gelegenheit bestehe, das Leistungsspektrum sowie die Kapazitäten des Krankenhauses zu erweitern. In der vorhandenen OP-Spange könnten „zwei vollwertige Eingriffsräume“ geschaffen werden. Nach Berechnungen der Klinikleitung sei es möglich, die Investition durch Mehrerlöse aufgrund von Operationen in den Bereichen Wirbelsäule/Halswirbelsäule sowie Schulterarthroskopien innerhalb von drei bis vier Jahren wieder auszugleichen.
Mit den zwei neuen OP-Räumen sei eine nicht zu unterschätzende Absicherung gegen durch ein Jahrhunderthochwasser bedingte Ausfälle des bisherigen OP-Zentrums verbunden, betonte Zipperich.
Ausfälle durch Wern-Hochwasser
Im vierten Bauabschnitt sind nach seinen Angaben bereits die Aufwendungen – unter anderem für Leitungsdurchführungen, Reparaturen nach Ab- und Durchbrüchen sowie Schlitzen – von etwa 550 000 Euro enthalten. Als „bereinigte“ Kosten blieben für die zwei Eingriffsräume etwa 1,17 Millionen Euro übrig.
„Das ist eine einmalige Gelegenheit, wir platzen aus allen Nähten“, brach auch der Ärztliche Direktor des Bereichs Orthopädie am Krankenhaus Schloss Werneck, Prof. Christian Hendrich, eine Lanze für dieses Projekt. In den vergangenen sieben Jahren habe man Zuwachsraten von rund 50 Prozent verzeichnet. Dies führte zu großen „Überstundenbelastungen“ beim Personal. Und: „Kein Patient freut sich, wenn er erst abends operiert wird.“ Er wies sogar auf weitere „Steigerungsraten“ hin.
Die beiden geplanten OP-Räume für Eingriffe in den Bereichen Wirbelsäule und Schulter bieten darüber hinaus eine „fantastische Sicherheit gegen eventuelle Ausfälle wegen Hochwassers“, hob Hendrich hervor. Die Wern sei schließlich ein „unberechenbarer Fluss“. Wenn die Chirurgen einen Monat lang nicht operieren könnten, wäre das für die Klinik „ruinös“.
Nach der vor kurzem beendeten Sanierung des Hauses H und der vor einigen Monaten im Zuge des Anbaus an die Station G 1 vorgenommenen Modernisierung der gesamten Station G 1 beabsichtigt der Bezirk nun die Erneuerung der Station G 2. Derzeit, so Zipperich, präsentiere sich dieser Abschnitt im „Charme der 1970er/1980er Jahre“. Deshalb sei eine Zeit gemäße Instandsetzung nötig. Die Kosten – ohne neue Möbel – bezifferte er auf rund 539 000 Euro.
Herbert Osel vom Architektur-Büro HJP, Grafenrheinfeld, das für die Planung dieser Maßnahme zuständig ist, erklärte den Ausschussmitgliedern die wichtigsten Details. Die 14 Patientenzimmer, zwei Aufenthaltsräume sowie die Personalbereiche werden in mehreren Abschnitten saniert, „um den Betrieb der Station aufrechtzuerhalten“. Der Baubeginn erfolge voraussichtlich im Mai, das Projekt dauere circa ein Jahr.
Der Planer meinte: „Die Nasszellen sind noch in Ordnung.“ Im Mittelpunkt der Maßnahme stehen die Erneuerungen der Bodenbeläge, Wandanstriche sowie Fenster.
Die Nachfrage aus den Reihen des Gremiums, warum die Sanierung nicht schneller verwirklicht werde, beantwortete Osel damit, dass jeweils nur zwei Zweibettzimmer erneuert werden, um die Ausfälle möglichst niedrig zu halten.
Baubeginn im Mai
Der Bezirkskämmerer Rainer Klingert fügte hinzu, „die Klinik ist stark überbelegt“ und habe eine „Aufnahmeverpflichtung“. Eine noch größere Kapazitätenüberschreitung wäre seiner Ansicht nach „undenkbar“. Trotz der etwas höheren Ausgaben wegen der abschnittsweisen Sanierung sei diese Vorgehensweise nach wirtschaftlicher Abwägung die bessere Lösung.
Hans-Peter Volz, Ärztlicher Direktor der Psychiatrieabteilung des Krankenhauses Schloss Werneck, machte darauf aufmerksam, die Planungen erfolgten in enger Zusammenarbeit mit der Klinikleitung.
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