Zeughaus-Abschied

    
    

Abschied vom Zeughaus: Ich bin geduldig, ich kann warten

Die meiste Zeit des Jahres lebe ich in Irland. In einem kleinen Cottage, zwischen grünen Wiesen und glücklichen Schafen. Wenn mir das zu öde wird, komme ich zurück nach Schweinfurt. Seit undenkbaren Zeiten arbeite ich dann im Zeughaus. Oben unterm Dach ganz hinten im Archiv, wo mich keiner findet, zwischen grauen Archiv-Schränken, an einem staubigen Computer. Hier fühlte ich mich sicher. Hier fühlte ich mich wohl. »mehr
    
    

Abschied vom Zeughaus: Die Duelle der Kolkraben

Jetzt also doch. Dabei habe ich in den zurückliegenden Tagen die Wege zum Zeughaus gemieden, um den unerträglichen Abschiedsgedanken auszuweichen. Und dann hat es mich am Freitag ganz mächtig gepackt, plötzlich war ich im Verkaufsraum und bin dann, ohne zu ahnen, was mich erwartet, die Treppe zum ersten Stock hoch. Der Anblick war zum in Klagelieder ausbrechen. Leere Räume, Kartons, Telefone, Bildschirme, ein paar Drehstühle und ängstliche Topfpflanzen standen herum und sonst grinste die totale Leere aus den Räumen. »mehr
    
    
Peter Starkmann

Abschied vom Zeughaus: Auf dem Weg nach oben

Zum ersten Mal steige ich 1956 die steinerne Wendeltreppe im Türmchen des Zeughauses empor. Paradoxerweise führen zwei Stufen wieder hinab ins Obergeschoss. »mehr
    
    

Abschied vom Zeughaus: Abgeheftet und sofort vergessen

Die Hängeregistraturmappe mit dem vergilbten Schildchen „To Do bald“ ist reichlich angestaubt. Ich habe wohl ziemlich lange nicht mehr hineingeschaut. Nicht, weil ich kein Englisch kann (die Bedeutung von To Do habe ich schlicht ignoriert), aber das System der Hängeregistraturmappen, Ordner, Schreibtischschubladen ist furchtbar trügerisch. Man sortiert etwas ein, heftet es ab. Und vergisst es für alle Zeiten. »mehr
    
    

Abschied vom Zeughaus: Schweiß, Zug und keine Träne

Natürlich war es schön, dass man einem Schweinfurter nicht lange erklären musste, wo man arbeitet: Tagblatt = Zeughaus, das war die selbstverständliche Gleichung über Jahrzehnte. »mehr
    
    

Abschied vom Zeughaus: Von Bleiläusen und Fischen

Im September 1963 begann ich mit einem weiteren Lehrling als Schriftsetzer im Zeughaus. Nach alter Sitte wurden den neuen Lehrlingen erst mal die Bleiläuse gezeigt. Dazu füllte ein Geselle Wasser in ein Setzschiff, aus den Ritzen wurde Staub gekratzt, sodass auf dem Wasser etwas schwamm. Uns war klar, dass es keine Läuse gibt, die Blei verzehren, doch die Neugier siegte und wir riskierten einen Blick. In diesem Moment schlug einer einen Bleisteg gegen das Schiff und das Wasser schwappte über den neuen Lehrling. Anschließend wurden wir prompt vom Abteilungsleiter gefragt, ob wir am ersten Tag schon so hart arbeiten mussten, weil wir so schwitzten. »mehr
    
    
Körblein Karl-Heinz

Abschied vom Zeughaus: Trennung von Olympia

Es war ein verdammt heißer Tag im Juli 1987, der den Wechsel von der Schuhmarktstraße in Bad Neustadt ins altehrwürdige Zeughaus für mich brachte. Ein Tag der mit meinem Glauben tüchtig aufräumte, dass dicke Mauern auch für kühle Räume stehen. »mehr
    
    
Horst Breunig

Abschied vom Zeughaus: Schon wieder umziehen

Wenn ich Ende April vom Zeughaus in die neuen Redaktionsräume in der Schultesstraße laufe, werde ich nur einen kleinen Umzugskarton dabei haben, denn es wird schon mein achter Umzug und meine siebte Arbeitsstelle unter dem Dach der Main-Post sein. »mehr
    
    

Abschied vom Zeughaus: In der Kegelbahn herrschte Resy

1988 hab ich in der so genannten „Kegelbahn“, dem lang gestreckten Anbau am Zeughaus, in der Texterfassung losgelegt. Auf schwarzem Hintergrund mit bernsteinfarbenen Buchstaben wurde damals die Zeitung erfasst – „Resy“ hieß das erste Computersystem der Redaktion. Die Kleinanzeigen wurden auf Diskette gezogen und mit dem Kurierfahrer, der mehrmals täglich mit seiner blauen Kiste zwischen Schweinfurt und Würzburg hin- und herpendelte, zur Belichtung nach Würzburg gekarrt. »mehr
    
    

Abschied vom Zeughaus: Kein Helau und Holzmichel mehr

Helau! Nein, verrückt bin ich nicht. Allenfalls nach maskierten Menschen, nach bemalten Lastkraftwagen und deren Anhängern, nach pappsüß gefüllten Bonbons, nach schauerlichen Liedchen über all' die Antons und Holzmichels, nach einem guten Schluck Bier – kurz, nach Fasching. Was das mit dem Zeughaus zu tun hat? Viel! Denn seit 1995 stand ich jeden, aber auch wirklich jeden Faschingsdienstag tapfer am wackligen Fenster der Sportredaktion mit seinem morschen Holzrahmen und den vier kleinen Flügeltürchen – und schaute jenem Gaudiwurm zu, den der Schweinfurter in vorsätzlicher Ignoranz des Würzburger Gegenstücks den prächtigsten, längsten und lustigsten weit und breit, nennt. »mehr
    
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