Volkszeitung SW
Tagebuch der Redaktion: Unsinn und anderes kurz gemeldet
Eröffnet hat der Seniorenbeirat die 30. Schweinfurter Seniorenwochen. Das Festlein fand im Hinterhof beim Schrotturm statt. Flagge zeigen sieht anders aus. • Eltern in Oberndorf planen einen Naturspielplatz. Am Main soll eine Spiellandschaft mit Sand, Kies, Erde und einem künstlichen Wasserlauf entstehen. • Die Christlichen Gewerkschaften leben noch, haben sich in ihrer Hochburg Schweinfurt um den 1. Mai herum zu Wort gemeldet. Überleben müssten die Christlichen, sagen die Funktionäre. Klar: Es geht um Arbeitsplätze, um ihre. • Die Einkaufsnacht hat vielen Spaß gemacht. den nächtlichen Bummel braucht keiner, aber ein bisschen Urlaub schadet nicht. • Der Himmel hatte ein Einsehen. 3000 kamen zum Motorradgottesdienst in St. Michael. Der Segen kam als Regen von oben, was den Ablauf gewaltig verkürzte. • Alles neu macht der Mai, sagt die Stadt über ihren Bauernmarkt, der am 26. Mai viele Kräuter bietet – so wie früher, mit vielen alten Kräutersorten. • Thomas Hoferichter ist Syndikus der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und hat in Schweinfurt erklärt, warum der Arbeitnehmer sporteln müsse. Nur ein gesunder Arbeitnehmer ist ein produktiver Arbeitnehmer. • Das Landratsamt hat sich über die Streikenden auf dem Schillerplatz beschwert. Zu laut waren die Metaller. Lärm wird halt nicht selten zur Körperverletzung, vor allem wenn Schlafstörungen zum Burnout führen. • Auch der Schweinfurter spart Trinkwasser, was gut für die Umwelt und die nachfolgenden Generationen, aber nicht für das Leitungssystem ist, denn wenn das nicht mehr ausgelastet ist, mehren sich im Wasser die Keime. Der Wasserhahn liefert dann nur noch Brauchwasser. Zum Kochen kommt das Wasser aus der Flasche. • Früher gab es Flohmärkte, weil die Leute glaubten, dass sie dort billig bekommen, was sie brauchen. Heute gibt es immer größere Flohmärkte, weil die Leute glauben, dass sie dort loswerden, was sie nicht mehr brauchen. • Im Bauausschuss hat die Leiterin des städtischen Bauverwaltungsamtes gesagt, dass das Woolworth-Angebot dem Konzept zum Einzelhandel in der Innenstadt entspricht. Dem Niveau wohl auch. »mehrDie Rosl von der Keßlergass'
Beseelt und beschwingt nach einem mozärtlichen Klavierkonzert treten die Besucher von nah und fern auf den Außenbalkon des Schweinfurter Theaters hinaus in einen lauen Frühlingsabend. Ein Glas Sekt in der Hand, die Gespräche bei Mozart. Der Blick schweift hinauf in den rosa-blauen Himmel, wandert hinab zum fröhlich plätschernden Brunnen und stoppt auf dem von Müll übersäten Rasen des Châteaudun-Parks. Ein jäher Absturz, ein neues Gesprächsthema. Schade. »mehrDie Rosl von der Keßlergass'
Finderisch ist der OB. Bei der Amtseinführung im Humboldt hat er eine Tradition keinesfalls wiedergefunden, sondern erfunden. Doch die Entdeckung, dass es in Schweinfurt guter Brauch sei, keinesfalls länger als der OB zu reden, war wohl noch zu frisch, kam bei den anderen sechs Grußrednern nicht an. An dieser Tradition sollte der OB dran bleiben – und sich stets daran erinnern, dass die Würze in der Kürze liegt, auch wenn das keine Schweinfurter Tradition ist. »mehrDie Rosl von der Keßlergass'
Bei meinen abendlichen Spaziergängen begegnen mir auffallend häufig junge Pärchen mit einem oder zwei Hunden an der Leine statt mit einem Kinderwagen an der Hand. Da ist es kein Wunder, wenn Schweinfurt immer älter wird. »mehrDie Rosl von der Keßlergass'
Ständig werde ich wegen des kalten Wetters angesprochen. Dabei ist die Sache ganz einfach. Wenn der Vogelschuss auf dem Volksfestplatz zu Ende ist, kommt der Frühling. Das war schon in jedem Jahr so. »mehrDie Rosl von der Keßlergass'
Zu Ostern wird der grüne Markt vor dem Rathaus interessanter, hat die Stadt gesagt. Ich war dort und muss sagen, der Stadtrat hat uns ein Suchspiel geschenkt – das nach all den versprochenen Neuigkeiten und einem größeren Angebot. »mehrDie Rosl von der Keßlergass'
Ich weiß, Veränderungen sind ein Teil des Lebens, man muss auch mal was wagen und neue Wege gehen. Nur würde ich mir wünschen, dass zumindest beim Tatort endlich wieder alles beim Alten bleibt. Ich will Spannung, eine gute Geschichte sehen, mitfiebern bei der Lösung. Zumal wenn meine Lieblingskommissare Freddy und Max dabei sind. Jungs, ich habe am Sonntag nach einer Viertelstunde ausgeschaltet. Tut mir das nicht noch mal an, bitte. »mehrTagebuch der Redaktion: Wer schweigt, wird nicht gefragt
Die Altstadtsanierung am Schrotturm, im Zürch und in der Krumen Gasse überzeugt. Schritt für Schritt ging die Stadt vor. Es gelang, selbst große Objekte wie das Friederike-Schäfer-Heim einzubeziehen. Gewohnt wird in Häusern, in sanierten und neu gebauten, in kleinen und größeren. Beim Fischerrain will man jetzt eine andere Bebauung zulassen. Errichtet werden soll ein Klotz, der zwar allemal besser als die Überreste der Zerstörungen durch den letzten Weltkrieg ist, der jedoch nicht in die Altstadt und schon gar nicht zur Geschichte der ehemaligen mainfränkischen Fischersiedlung passt. »mehrDie Rosl von der Keßlergass'
Kein Fernsehabend ohne Talkshows, die ausschließlich dafür produziert werden, dass die neuen Bücher der Gesprächspartner der Moderatoren vorgestellt werden können. Es gibt jetzt auch Krimis aus Schweinfurt und einen Roman aus Hambach. Spannend wäre eine Antwort auf die Frage, ob es bald mehr Autoren als Leser gibt. »mehrDie Rosl von der Keßlergass'
Zugeknöpft nannte man einen, der abweisend war und keine Kontakte suchte. Die Mädchen und Jungen von heute sind auf beiden Ohren zugestöpselt, vernetzt, verdrahtet, abweisend und nicht anzusprechen. »mehrDie Rosl von der Keßlergass'
Jetzt hat Schweinfurt wieder ein Dampferle. Ich glaube, das heißt so, weil man mit ihm ohne Dampf zum Weinfest nach Wipfeld kommt und mit Dampf zurück. »mehrAnzeige
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