publiziert: 16.02.2009 15:28 Uhr
aktualisiert: 16.02.2009 15:40 Uhr
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„Ich möchte das nicht“

Polizeihauptmeisterin erklärt, wie Kinder sich vor Übergriffen schützen können

„Man sieht es dem Menschen nicht an, ob er böse ist. Kinder können das kaum“, sagt Katharina Neeb. Um Gefahren richtig einzuschätzen und zu bewältigen, gute und schlechte Gefühle zu erkennen und voneinander zu unterscheiden zu können, dafür setzt sich die Polizeihauptmeisterin ein und sucht das Gespräch mit Kindern – jüngst in der Kürnacher Verbandsschule.

  • Polizeihauptmeisterin und Schulverbindungsbeamtin der Polizeiinspektion Würzburg-Land Katharina Neeb (links) klärte in der Kürnacher Grundschule Schüler über das Thema „Gefahr auf dem Schulweg“ auf.
    FOTO Demel
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Katharina Neeb ist Mutter zweier Kinder und die Schulverbindungsbeamtin der Polizeiinspektion Würzburg-Land.

In Schulstunden lehrt sie Schülern richtiges Verhalten gegenüber fremden Personen auf dem Schulweg und möglichen Einbrechern Zuhause.

Sie veranschaulichte, wie man sich als Kind im Alltag richtig verhalten kann, um damit die eigene Person zu schützen.

Küsse nur, wenn man will


Unangenehme Gefühle sind einer der wichtigen Punkte ihrer Schulstunde: „Wenn Tante Frieda auf Besuch ist und abknutschen will, ist es ein anderes Gefühl, als wenn Mama mal lieb ein Küsschen vergibt.

Kinder dürfen selber bestimmen, wer sie küssen, schmusen darf. Wenn jemand ein Geheimnis daraus machen will, dann sind es schlechte Geheimnisse.

Diese müssen erzählt werden, weil sie einen sonst ganz bekümmert, krank machen. Man kann mit Eltern oder Lehrern oder Personen seines Vertrauens darüber sprechen.“

Schreien, Gilfen, Brüllen


Wichtig ist Neeb auch, dass die Kinder sich merken, dass sie, sofern sie von Unbekannten verfolgt werden, sich schnell dorthin laufen, „wo andere Erwachsene sind“.

Und kommt ein Unbekannter im Auto daher und spricht sie an, „sollen sie keine Geschenke annehmen oder einsteigen“.

Damit dies ganz klar sei, müsse immer mit den Eltern und der Schule abgesprochen sein, wenn Kind von jemand anderem als der Familie abgeholt werde.
 
Wenn ein Kind nun von einem Unbekannten gepackt wird, rät Neeb, „wie eine Alarmanlage zu reagieren: Schreien, Gilfen, Brüllen! So laut und so lange man kann“, damit andere Erwachsene aufmerksam werden und helfend einschreiten können.

„Wir, die Polizei, wollen so früh es geht Kindern aufzeigen, dass bei Problemen oder Gefahr es noch mehr Helfer oder Retter gibt.

Nicht immer können die Eltern den notwendigen Schutz bieten. Ich zeige ihnen, dass es uns, die Polizei gibt, aber auch die Lehrerin kann Ansprechpartner sein, wie zum Beispiel bei häuslicher Gewalt und sexueller Belästigung.
 
Ich lehre den Kindern das ,Nein sagen'. Nein im Sinne von ,Ich möchte das nicht'.“ Außerdem hält Katharina Neeb Unterricht in den Grundschulen zum Thema Gewalt, faires Miteinander und Verständnis für Gefühle des anderen.

Damit die Kinder das Gelernte auch verinnerlichen erhält jedes Kind abschließend einen Kinderpolizeiausweis und wird zu einem Kinderpolizist ernannt.

Damit gehen sie aber auch das Versprechen ein, sich aufmerksam und fair zu verhalten – höflich, hilfsbereit, fair zu sein. Niemanden verletzen, weder mit Worten noch mit Taten.

(mad)
    
    

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