publiziert: 26.11.2012 16:47 Uhr
aktualisiert: 28.11.2012 12:07 Uhr
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2000 Unterschriften für den Erhalt des Paradiesgartens

Umwelt- und Planungsausschuss besichtigt das Grundstück für die geplante Wohnanlage – Protest geht weiter
  • Foto: Riedel Bau
    Der Stein des Anstoßes: Die geplante Wohnanlage (rechts) stößt bei den Nachbarn auf Widerstand. Über ein Bürgerbegehren wollen sie deren Bau verhindern.
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Eine Anwohner-Initiative macht seit einigen Wochen mobil und sammelt Unterschriften für ein Bürgerbegehren, der Oberbürgermeister steht mit ihr in Briefwechsel und heute besuchen um 13 Uhr die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses den Ort des Geschehens. Es rumort im unteren Frauenland. denn benachbarte Anwohner wehren sich mit allen Kräften gegen die geplante Bebauung des sogenannten Paradiesgartens, wo früher das Benediktinerkloster beheimatet war.

Das Kloster gibt es schon seit einigen Jahren nicht mehr und die Benediktiner wollen ihr Grundstück an die Schweinfurter Firma Riedel Bau veräußern. Im Grundsatz ist man sich darüber einig. Was noch fehlt, ist die Änderung des Bebauungsplans, um das Areal, das bisher als Gemeinbedarfsfläche ausgewiesen ist, in ein Baugebiet umzuwandeln. Der Investor möchte dann auf dem Areal entlang der Benedikt-, Dürer- und Rottendorfer Straße eine Wohnanlage mit 150 Eigentumswohnungen errichten.

Das will die Interessengemeinschaft (IG) Paradiesgarten, in der sich Anwohner zusammengeschlossen haben, unbedingt verhindern. Als Gründe führt sie zu hohe Verkehrsbelastungen und damit einhergehende steigende Lärm- und Feinstaubwerte an, wenn dort wie geplant zahlreiche Bäume des jetzigen Bestandes auf dem 1,4 Hektar großen Parkgelände gefällt würden.

Seit 14 Tagen sammelt die IG Unterschriften für ein Bürgerbegehren, mit dem das Bauprojekt verhindert werden soll. 2000 Personen haben bisher unterschrieben, so IG-Sprecher Rainer Ahlborn auf Anfrage. Insgesamt benötigt die IG für das Bürgerbegehren mindestens 5000 Unterschriften. Außerdem wurden weitere 2500 Unterstützer-Unterschriften gesammelt, die aber formal nicht zum Bürgerbegehren zählen.

In einer Erklärung zum Bürgerbegehren schreibt die IG, dass der Benedektinergarten wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Eine Bebauung durch eine „monströse fünfstöckige Mietskaserne“ würde die gesamte Umgebung „architektonisch erschlagen“ und bedeute eine „eine Amputation des Ringparks und des Hofgartens und wäre schlichtweg Barbarei“. zudem sei es unverständlich, dass das Benediktinerkloster seit Jahren leer stehe anstatt Studenten als Wohnraum zur Verfügung gestellt zu werden.

Alternative Nutzungen

Die IG hat sich auch über alternative Nutzungen Gedanken gemacht: Kinderbetreuung, Hausaufgaben- und Nachhilfe-Angebote, Hilfe und Betreuung von Menschen in Not, Eingliederungshilfe sowie die Tafel könnten auf dem Gelände untergebracht werden. Sollte sich Riedel Bau von dem Bauvorhaben zurückziehen, könnte die IG Paradiesgarten das Areal im Rahmen einer Stiftung erwerben und dort Sozialprojekte wie die genannten unterstützen, heißt es in einer Erklärung der IG.

Von unserem Redaktionsmitglied Karl-Georg Rötter
    
    

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Die neuesten Kommentare

rhoenwasser (181 Kommentare) am 27.11.2012 14:10

Bauplatzwechsel

Man sollte die baufällige Mozartschule dem Bauträger anbieten. Dort passt sein Wohnblock doch wunderbar hin. Er muss keine Bäume fällen, nicht mir Anwohnern diskutieren, stört keine Luftströme, ist in Innenstadtnähe und und und.
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twipsy (56 Kommentare) am 27.11.2012 11:48

Schwierig

Das Gelände war nie öffentlich zugänglich. Ich habe da in der Nähe auch mal gewohnt. Und eine Schule gibt es da schon, die Jakob-Schuster-Schule. Fünfgeschossige Mietshäuser sind kein Gegenargument, das würde in die Gegend passen, steht alles voll davon. Das Feinstaubargument, aha, daher weht der Wind. zwinkern Da weiß man als Frauenland-Bewohner gleich, wer dahintersteckt.
Ich wäre dafür, den Park zu erhalten, aber das Wohnungsprojekt in kleinerer Form zu realisieren. Da haben alle was davon.
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eilers (139 Kommentare) am 27.11.2012 09:19

Nun,

das ganze scheint Methode zu haben. Das Frauenland wird zur Zeit massiv "verdichtet". Wo große Grundstücke verfügbar, werden Wohnblocks bis an die Grenzen gebaut und zu Mondpreisen veräußert. Einige wenige verdienen an der "Euroflucht", die Masse muß eine dauerhafte Veränderung ihrer Lebenssituation im ehemals grünen Frauenland ertragen. In vielen Bereichen nimmt der Verkehr schon jetzt unerträglich zu. Wie sich das mit der Erschließung des Hublandes ohne weitere Konzepte für den Individualverkehr weiter entwicken wird ist klar: Immer mehr Anwohnerstraßen werden zu Durchgangsstraßen, der Verkehr nimmt fast schon wöchentlich zu.
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deltatango (496 Kommentare) am 26.11.2012 17:55

Das Areal eignet sich wunderbar ...

... für eine Nutzung als Schule und/oder Kindergarten, schon alleine durch den Baumbestand und die Nähe zur Stadtmitte. Anscheinend hat die Stadt hier einen Ankauf voll verschlafen. Schüler gehören in die Stadt, Platz haben wir hier bislang viel zu wenig.

Noch mehr Verkehrsbelastung an der Rottendorfer Strasse bei gleichzeitiger Vernichtung eines wunderbaren alten Baumbestandes, der bis vor einigen Jahren noch als Klostergarten gedient hat, ist eine Schande.

Wenn man sich das kuschelig warm ausgeleuchtete Modell des Bauträgers genau ansieht, kann man erkennen, daß hier ein kompletter dreiseitiger Riegel gebaut werden soll, der Luftströme gut verhindert, in der Kessellage Würzburgs eindeutig ein wahrhaftiges Gift. Und wie auf dem Betondeckel einer Tiefgarage für 150 (!) Mietparteien oder Eigentümer große Bäume (weiter-)wachsen sollen, ist mir ein Rätsel!
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ds07 (260 Kommentare) am 27.11.2012 14:36

...

Bei ständig sinkenden Schülerzahlen, ist die Forderung nach neuen Schulen wohl mehr als realitätsfern....und Bäume können auf solchen Betonplatten ebenfalls wachsen, Voraussetzung: flach und seitlich wurzelnde baumarten und ausreichend Muttererde auf der entsprechenden Bodenplatte....so wie es bei zig tausend Wohnanlagen, etc. in Deutschland der Fall ist...
Aber nicht falsch verstehen, ich bin weder Gegner, noch Befürworter dieser Wohnanlage...
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