publiziert: 19.11.2010 17:00 Uhr
aktualisiert: 19.11.2010 17:32 Uhr
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66 000 Besucher kamen zu Veranstaltungen und Kunstweg der Würzburger Apokalypse

Düsteres Ende der Welt, verbunden mit der Hoffnung auf einen Neuanfang: „Endspiel. Würzburger Apokalypse 2010“ war kein leichtes Thema, dessen Umsetzung sich drei Menschen vorgenommen hatten. Bei tausenden Tassen Kaffee in privaten Räumen schufen der Kunstreferent der Diözese, Domkapitular Jürgen Lenssen, Rainer Dvorak und Dietmar Kretz von der Akademie Domschule eine Veranstaltungsplattform und viele Partner folgten dem kirchlichen Aufruf: Mainfranken Theater, Hochschule für Musik, Stadt Würzburg, Universität, das Bockshorn im Kulturspeicher und andere boten unter dem Dach der Apokalypse Kultur in allen Variationen.

„Wir waren von dem Echo total überrascht“, freute sich Lenssen, als er eine kurze Bilanz zog. Das galt sowohl für die Mitstreiter als auch für die Besucher, die aus dem ganzen Bundesgebiet kamen. 40 291 Teilnehmer kamen zu den Veranstaltungen, die 150 Termine umfassten.

Und bei den Besucherzahlen war noch nicht einmal der Kunstweg durch die Stadt mit apokalyptischen Darstellungen in verschiedenen Kirchen und Bildungshäusern dabei. Da schätzt man die Zahl auf zusätzliche 26 000 Interessierte, die mit dem Flyer bewaffnet dem Kunstpfad in der City folgten.

Herausragende Darstellungen waren in Stift Haug Jacques Gassmanns 32 großformatige Bilder zum Buch der Offenbarung des Johannes und die Raumintervention von Elke Lange im Neumünster. Gerade die fantastische Wirkung der Bilder in Stift Haug lässt für Lenssen eine Vision zu: Das barocke Gotteshaus eigne sich ideal als Kunst- und Kulturkirche, mitten in der Stadt und mit einer perfekten Anbindung an den nahen Bahnhof. Vielleicht wird das ja ein neues Projekt des ideenreichen Kunstreferenten.

Und bei all den Planungen hatten die Organisatoren schon beinahe wieder die Segel streichen wollen, denn fast schon zu platt zeigte sich die Apokalypse plötzlich in der Realität. Kretz: „Die Wirtschaftskrise, die viele Menschen zweifeln und bangen ließ, kam als Begleitmusik für unsere Veranstaltungen.“

Für den Kirchenmann Lenssen war die Veranstaltungsreihe fast schon eine Offenbarung: „Wir haben die kirchliche Stimme erhoben und viele Partner folgten, ohne Ressentiments. Wir haben so viele Menschen mit unserem Anliegen angesprochen, die wir sonst nie erreichen würden.“

„Wir waren von dem Echo auf unser 'Endspiel' total überrascht.“

Jürgen Lenssen Kunstreferent der Diözese

Ein Beispiel: Der Beginn der Seminarreihe mit einem Vortrag des Neutestamentlers und Judaisten Prof. Dr. Dr. Karlheinz Müller lockte 200 Besucher ins Rudolf-Alexander-Schröder-Haus.

Dann kamen Großereignisse wie Calderons „Welttheater“ auf dem Kiliansplatz. Die moderne Aufführung des Mainfranken Theaters mit der Kulisse des Domes und des Neumünsters riss die Zuschauer zu Beifallsstürmen hin und war der persönliche Höhepunkt der Veranstaltungsreihe für Domkapitular Lenssen. Dabei waren die Chefs des Drei-Sparten-Hauses zu Beginn der Verhandlungen eher zurückhaltend ob der Idee gewesen. Doch nach dem großen Erfolg liegt nun Lenssen der Wunsch vor, weiterhin zusammenzuarbeiten, vielleicht auch auf dem Kiliansplatz.

Und erst vor wenigen Tagen die Völkerverständigung zwischen Deutschland und Polen bei Krzysztof Pendereckis Konzert „Seven gates of Jerusalem“ im prall gefüllten Kiliansdom. 250 Studenten der Musikhochschulen Würzburg und Krakau spielten und sangen unter der Leitung Pendereckis selbst und wiederholten das Konzert noch einmal in Polen.

Nun endet das Endspiel. Am Sonntag, 21. November, um 19 Uhr, gibt es zum Abschluss ein Abendlob mit Bischof Friedhelm Hofmann, ein freier Gottesdienst mit einem Konzert. Vortragende sind Prof. Stefan Schmidt an der Orgel und der Kammerchor am Würzburger Dom unter Leitung von Prof. Martin Berger.

Von unserem Redaktionsmitglied Ernst Jerg
    
    

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