aktualisiert: 15.03.2009 16:32 Uhr
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WÜRZBURG
77 packten die 44 Kilometer am Main
Über 500 Starter bei Gedächtnislauf – DAHW-Organisator Günther Hussy hört auf
Schon eine Woche vor Eröffnung des Frühjahrsvolksfestes tummelten sich am Samstag jede Menge gut gelaunter Menschen auf dem Talavera-Festplatz: Beim 15. Gedächtnislauf der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) von Würzburg nach Gemünden gingen wieder über 500 Laufbegeisterte an den Start.
Nur in den letzten beiden Jahren hat Christoph Hoffmann von der LG Würzburg den Gedächtnislauf ausfallen lassen.
„Ich habe die Veranstaltung zweimal aus Protest boykottiert, weil das Startgeld im Vergleich zu anderen Läufen zu hoch war“, erläuterte Hoffmann seine Abwesenheit.
Inzwischen haben die Veranstalter vom DAHW ihre Teilnahmegebühr wieder an andere Laufveranstaltungen angepasst.
Deshalb war Hoffmann am Samstag zum 13. Mal am Start und belegte in der Endabrechnung den 11.Platz.
Begründet durch den Würzburger Erich Kunkel wird der Lauf seit 1995 im Gedenken an die Landflucht der Würzburger Bevölkerung nach dem verheerenden Bombenangriff am 16. März 1945 durchgeführt. Für jeden Läufer ist die passende Strecke dabei:
Man kann knapp neun Kilometer bis Margetshöchheim, 21 Kilometer bis Himmelstadt, 28 Kilometer bis Karlstadt oder 44 Kilometer bis ins Ziel in Gemünden laufen. Das taten in diesem Jahr 77 Frauen und Männer.
Dabei kam dieses Mal der Würzburger Gerald Lehrieder, sechsfacher Seriensieger beim Gedächtnislauf, überraschend „nur“ als Zweiter ins Ziel.
„Ich bin vor zwei Wochen einen Marathon gelaufen und werde es heute ganz gemütlich angehen lassen“, hatte er schon vor dem Start angekündigt.
Erst in Karlstadt entschied er sich, doch wieder bis nach Gemünden zu laufen. „Die letzte Luft hat aber gefehlt“, sagte er am Tag danach.
Sieger des Gedächtnislaufs wurde Ronald Rauter aus Tauberbischofsheim in knapp unter drei Stunden. Als schnellste Frau kam Constanze Wagner aus Reichelsheim nach gut dreieinhalb Stunden ins Ziel.
Auch Gerald Lehrieders Frau Barbara war am Start: Die Grünen-Stadträtin hatte im Rahmen der Aktion „Würzburg bewegt sich“ Kollegen aus anderen Fraktionen gewonnen, gemeinsam bis Margetshöchheim zu laufen.
Acht hatten sich angemeldet, vier waren aus unterschiedlichen Gründen verhindert. Am Start waren Lehrieders Fraktionschef Matthias Pilz, Pia Beckmann (CSU) und Karl Graf (FDP), alle passionierte Läufer.
Ein Hindernis galt es zu überwinden: Wegen Hochwassers mussten die Läufer über den Zeller Bock am Kloster Oberzell vorbei. „An dieser Stelle hat man gemerkt, wie beschwerlich es für die Menschen 1945 gewesen sein muss“, sagte Barbara Lehrieder.
Den Startschuss gab Oberbürgermeister Georg Rosenthal. Er erinnerte an „das große Trauma unserer Stadt“, bevor er die Läufer auf die Strecke schickte.
Bei der Siegerehrung in Gemünden galt es dann, einen Abschied zu feiern: Günther Hussy vom DAHW war von Beginn an Mitorganisator des Gedächtnislaufs und geht in den Ruhestand.
„Ohne ihn gäbe es den Gedächtnislauf nicht“, betonte Gerald Lehrieder, der sich im Namen aller Teilnehmer bei Hussy bedankte. „Wir sehen uns hier nicht zum letzten Mal, der Gedächtnislauf liegt mir am Herzen“, versprach Hussy.
Die Ergebnisse finden Sie unter:
http://www.dahw.de/aktuelles/veranstaltungen2/ergebnisse-vom-dahw-gedaechtnislauf

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