aktualisiert: 19.02.2009 15:08 Uhr
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WÜRZBURG
Anklage wegen Kinderpornografie: 42-jähriger per Haftbefehl gesucht
Kurz vor dem Prozess abgetaucht
Monatelang hatte sich ein 42-jähriger Bundesbahnhauptsekretär nach Angaben der Staatsanwaltschaft über 600 Kinderpornos aus dem Internet auf seinen Rechner geladen. Nun, als ihm der Prozess gemacht werden sollte, verschwand er. Bislang weiß niemand, wo der Würzburger ist.
Gericht und Staatsanwalt warteten zu Verhandlungsbeginn vergeblich auf den geschiedenen Vater einer Tochter. Der 42-Jährige kam nicht ins Amtsgericht. Anrufe bei ihm daheim und auf seinem Handy blieben erfolglos.
Auch an seiner Arbeitsstelle war der Beamte nicht erreichbar. Nach Recherchen der Redaktion soll er am 16. Dezember zum letzten Mal im Büro gewesen sein.
„Seitdem fehlt er unentschuldigt“, erfährt man bei seinen Kollegen. Auch sie haben mehrfach vergeblich versucht, Kontakt mit ihm aufzunehmen.
„Offensichtlich ist er abgetaucht“, stellt der Richter fest, nachdem er rund 20 Minuten auf den Angeklagten gewartet hat.
Verwunderlich ist das nicht. Nachdem die Polizei im September 2007 die Wohnung des 42-Jährigen durchsucht und dabei die umfangreiche Sammlung von Kinderpornos gefunden hatte, hatte sich der Mann schon einmal aus dem Staub gemacht.
„Ich kündige“ soll er auf einen Zettel geschrieben und diese Nachricht an seiner Arbeitsstelle hinterlassen haben. Dann, so heißt es, kaufte er ein One-Way-Ticket auf die Balearen.
Erst als ihm nach ein paar Wochen das Geld ausging, soll er zurück gekommen sein. Sein Dienstherr nahm ihn trotz der Kündigung wieder auf.
Jetzt hat der Richter Haftbefehl gegen den Mann erlassen, damit der Prozess stattfinden kann.

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