aktualisiert: 16.12.2011 11:26 Uhr
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WÜRZBURG
B 26n auf der langen Bank
Landesplanerische Beurteilung ab heute im Internet – Bald neue Kosten-Nutzen-Analyse
Die Regierung von Unterfranken hat das Raumordnungsverfahren (ROV) zur geplanten B 26n abgeschlossen. Ergebnis ist die „Landesplanerische Beurteilung“. Sie ist ab diesem Freitag 9 Uhr auf der Internetseite www.regierung.unterfranken.bayern.de einsehbar (über die Startseite „besondere Themen“, Raumordnungsverfahren B 26n). Regierungspräsident Paul Beinhofer informiert zeitgleich mit der Veröffentlichung im Internet über das Ergebnis, das am Ende des ROV steht.
Geplant ist eine autobahnähnliche Bundesstraße von der A 7 bei Werneck zur A 3 bei Helmstadt, rund 50 Kilometer lang und rund 500 Millionen Euro teuer. Seit zehn Jahren wird über die Autobahn-Westumgehung Würzburg geredet – und gestritten. Nun ist klar: Für einen Bau fehlt bis weit nach 2015 das Geld. Das zeigt der Investitionsrahmenplan (IRP) des Bundes für die Jahre 2011-2015, den das Verkehrsministerium am Donnerstag veröffentlichte. Der stellt die Richtschnur dar, an der sich die Verkehrsinvestitionen des Bundes innerhalb dieser fünf Jahre orientieren sollen.
Nur ein Bruchteil dessen, was auf der Wunschliste der Straßenplaner steht, dem aktuellen Bundesverkehrswegeplan, kann in absehbarer Zeit realisiert werden. Im Vorwort des IRP heißt es, dass der Erhalt des bereits existierenden – in großen Teilen offensichtlich maroden – Straßennetzes Priorität hat. Bis 2015 sieht der IRP für Bayern 53 Straßenbauprojekte im Volumen von knapp drei Milliarden Euro vor, ein erheblicher Anteil ist für 14 Abschnitte des A 3-Ausbaus vorgesehen.
Der IPR listet „weitere wichtige Vorhaben“ für die Jahre nach 2015 auf, deren Planung „vorangetrieben beziehungsweise abgeschlossen werden soll“. Dort sucht man die B 26n vergebens. Aus Unterfranken ist nur der zweistreifige Neubau der B 19 bei Bad Kissingen gelistet.
Das heißt nicht, dass die B 26n nicht mehr gebaut werden soll. Das Projekt ist aber auf die sprichwörtliche lange Bank geschoben. Nicht ausgeschlossen, dass es dort verhungert. Denn es ist vorgesehen, in der neuen Legislaturperiode einen neuen Bundesverkehrswegeplan vorzulegen.
Straßenprojekte, die im aktuellen IRP nicht gelistet sind, also auch die B26n, werden dann einer erneuten Kosten-Nutzen-Untersuchung unterzogen, heißt es im Vorwort des IRP. Das dürften die Gegner der B 26n mit Genugtuung lesen. Sie kritisieren seit Jahren, die Kosten der B 26n seien schöngerechnet und der Nutzen übertrieben dargestellt worden, um die Fernstraße in den Bedarfsplan für Fernstraßen zu bekommen.
Dass die B 26n in keiner Kategorie des IRP enthalten ist, haben die Grüne-Landtagsabgeordneten Thomas Mütze (Aschaffenburg) und Simone Tolle (Arnstein) schnell registriert. Mütze folgert, dass der Bund angesichts knapper Kassenlage „auf diese Straße keine Priorität setzt“. Tolle fordert, die Planungen sofort einzustellen: „Jeder Euro, der in die weitere Planung fließt, ist umsonst“, schreibt sie. „Der Wahnsinn muss gestoppt werden.“
Zuletzt hatte der Bauernverband die Front gegen die vierstreifige B 26n verstärkt. Andreas Scheurer, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, machte im Juli bei einer Visite in Würzburg klar: Solang der Widerstand in der Bevölkerung so groß ist, wird es kein Geld für das Fernstraßenprojekt geben.
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arminbeck (267 Kommentare) am 19.12.2011 11:49
Blockierer entlavernHerr Sinner,ich will ihre Durchhalteparolen entlarven, mit denen Leute wie Sie eine vernünftige, weil realistische Lösung der Verkehrsprobleme in Main-Spessart und auch im Werntal blockieren. Im Übrigen können Sie sich die unqualifizierte Unterstellung, die Autobahngegner würden eine Politik betreiben, die ein „Verrat an den Menschen im Werngrund“ sei sparen. Zu den Fakten: Im Investitionsrahmenplan 2011 – 2015 für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes (IRP) http://www.bmvbs.de/cae/servlet/contentblob/76848/publicationFile/49522/investitionsrahmenplan-2011-bis-2015-irp.pdf gibt es einen Anhang 2, den Fünfjahresplan für den Ausbau der Bundesfernstraßen - Projektliste und Erläuterungen - in diesem sind ab Seite 13 die für Bayern weiteren wichtigen Vorhaben aufgeführt. Dort steht geschrieben, dies seien „Vorhaben, die sich überwiegend in frühen Planungsstadien befinden (z.B. Vorentwurf, Vorentwurf genehmigt, Linienbestimmung), deren Planung aber weiter vorangetrieben bzw. abgeschlossen werden soll. Mit diesen Projekten kann in der Regel erst nach 2015 begonnen werden.“ In diesen Vorhabe ist die B 26n nicht aufgeführt. Nun Herr Sinner, wenn die B 26n nicht einmal bei den Projekten aufgeführt ist, die in der Regel erst nach 2015 begonnen werden können, wie begründen Sie dann Ihre Aussage, es werde möglicherweise einen Baubeginn in zwei Jahren (geben ? http://www.mainpost.de/regional/franken/-Neuplanung-waere-totaler-Unsinn;art1727,6508976 Das sind doch nichts anderes als billige Durchhalteparolen, die realistische Lösung der Verkehrsprobleme in Main-Spessart und auch im Werntal blockieren. Im Übrigen zu Ihrer Aussage „Eine Politik, die Dinge auf die lange Bank schiebt, ist Verrat an den Menschen im Werngrund. Das können andere betreiben, wir nicht!“ stelle ich Ihnen die Frage: wie lange gibt es die Verkehrsprobleme im Werntal schon und wie lange sind Sie schon an verantwortlicher Stelle politisch Tätig? Armin Beck |
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unbekannt (242 Kommentare) am 20.12.2011 23:10
Man darf Herrn Beck daran erinnern,.....dass er die nördliche Höhentrasse im Werntal als 2-spurige Variante ohne höhengleiche Kreuzungen bereits länger schon als die naheliegende Lösung versteht.Ich bevorzuge selbstverständlich die bauliche Trennung zum Gegenverkehr. Also, ran an den Speck und anfangen. |
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ds07 (114 Kommentare) am 19.12.2011 00:01
....Meiner Meinung nach ist es nicht möglich aus dem Artikel irgendeinen Schluss zu ziehen.Denn: es ist ein Zeitungsartikel, der lediglich auf die Veröffentlichung des ROV am Freitag hinweist bzw. auf den IRP des Bundes von letzter Woche. Die Einschätzung, dass durch den Inhalt des IRP die B 26n auf die lange Bank geschoben wird, ist allein die des Autors. Und wie Herr Sinner richtig feststellte: Ohne abgeschlossenes ROV und Planfeststellungsverfahren kann die B 26n gar nicht im Rahmenplan auftauchen. Und: Der IRP ist ein Plan, also kein nicht mehr veränderliches Gesetz.......genauso muss eine neue Kosten - Nutzen Analyse nicht das Aus bedeuten, diese wird doch jeweils von der einen gegen die andere Seite verwendet. Allerdings will ich - auch als Befürworter der vierspurigen B26n - neutral und realistisch bleiben, und d.h.: Ein Baubeginn in der Dekade bis 2020 rückt aufgrund der Finanzierungsprobleme in weite Ferne - leider...
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sinner (79 Kommentare) am 18.12.2011 19:43
Was will Herr Beck?wenn schon in der Überschrift steht: B26n auf der langen Bank, dann ist das kaum misszuverstehen. Das IRP des Bundes, das gleichzeitig mit dem Raumordnungsverfahren der Regierung von Unterfranken veröffentlicht wurde, kann zur Bundesstraße B 26n überhaupt nichts enthalten, weil selbst Ramsauer kein Hellseher ist., der Ergebnisse von Raumordnungsverfahren und Planfeststellungsverfahren voraus ahnt Es bleibt bei den Fakten: das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens hat die B 26n ein gutes Stück nach vorne gebracht. Wir werden die nächsten Schritte weiter betreiben. Eine Politik, die Dinge auf die lange Bank schiebt, ist Verrat an den Menschen im Werngrund. Das können andere betreiben, wir nicht! |
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sinner (79 Kommentare) am 18.12.2011 12:36
Keine lange Bankdie Interpretation, dass das abgeschlossene Raumordnungsverfahren das Projekt auf die lange Bank schiebt, ist eine komplette Fehlinterpretation.Ganz im Gegenteil ist das Raumordnungsverfahren ein wichtiger Schritt zur Realisierung. Die im Verfahren aufgezeigten Möglichkeiten machen das Projekt realisierbarer als die ursprüngliche Version. |
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