publiziert: 25.02.2011 15:50 Uhr
aktualisiert: 25.02.2011 17:34 Uhr
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B 26n wird als Autobahn eingestuft

Bürgerinitiative: Raumordnungsverfahren bestätigt Befürchtungen

(agä) Die Antragsunterlagen des Straßenbauamtes zum Raumordnungsverfahren zur B 26n, das am 11. Februar durch die Regierung eingeleitet wurde, bestätigen für das Stadtgebiet von Karlstadt die schlimmsten Befürchtungen, schreibt die Bürgerinitiative Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung Würzburg (B 26n) in einer Pressemitteilung.

Für Armin Beck, Sprecher der Bürgerinitiative in Karlstadt, ist bereits die Einordnung der geplanten Straße ein Offenbarungseid des Straßenbauamts: „Hatten die Planer bisher immer darauf bestanden, die B 26n sei eine Bundesstraße, so ordnen sie nun selbst die Westumgehung Würzburg (B 26n) als Autobahn ein.“

Wörtlich im Erläuterungsbericht

Beck bezieht sich dabei auf einen Text, der beispielsweise auf der Homepage der Regierung von Unterfranken im Erläuterungsbericht zum auf Seite 33 zu finden ist. Dort heißt es: „Die B 26n ist im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen als vierstreifige Straße mit Seitenstreifen enthalten. Entsprechend den derzeitigen Planungen soll die B 26n als zweibahnige Straße mit höhenfreien Knotenpunkten gebaut und als Kraftfahrstraße (Zeichen 331 StVO) betrieben werden. Nach RIN ist die B 26n deshalb in die Kategoriengruppe AS (Autobahnen – außerhalb und innerhalb bebauter Gebiete) einzustufen.“

Nach Ansicht der Bürgerinitiative beschönigt nun selbst das Straßenbauamt nicht mehr die Brisanz der Planungen für Karlstadt. Dem Erläuterungsbericht zufolge befinden sich vier von sechs „Konfliktschwerpunktbereichen“ hinsichtlich des Schutzguts „Menschen einschließlich der menschlichen Gesundheit“ auf Karlstadter Gebiet.

Katharina Vautrin-Hofmann, von Beruf Diplomingenieurin für Architektur, wertet für die Bürgerinitiative die Raumordnungsunterlagen aus. Aus diesen ergibt sich, so Vautrin-Hofmann, dass sämtliche Wohngebiete außer der Altstadt und der „alten Siedlung“ deutlich unter dem Straßenlärm und den Emissionen leiden werden, da die geplante B 26n und der Zubringer hinter dem Saupurzel Karlstadt halbkreisförmig umschließen. Teilweise würden sogar die Vorsorgewerte der DIN 18005 (Lärmschutz) überschritten. Auch Laudenbach und Heßlar verlieren durch die bis auf wenigen hundert Meter an die Ortsränder heranreichende Autobahn die bisherige Wohn- und Lebensqualität.

Erwin Scheiner, Beirat der Bürgerinitiative und Vorstand des Bund Naturschutz in Karlstadt, sieht die Planung im Raumordnungsverfahren schon wegen der Zerstörung der Natur- und Naherholungsgebiete als nicht hinnehmbar an. Scheiner verweist darauf, dass nach den Erläuterungen des Straßenbauamts die Naherholungsgebiete von „sehr hoher Bedeutung“ südlich (Kalvarienberg), östlich (Saupurzel) und nördlich (Rehnützberg) von Karlstadt zerschnitten und verlärmt werden.

Laut Scheiner ist es auch offenkundig, dass durch die B 26n 30 000 Fahrzeuge, die täglich zusätzlich in die Region geholt werden, die Region und insbesondere Karlstadt massiv belasten werde. Durch die derzeitige Planung wird die Entlastungen des Werntals (Prognose für Stetten 1700 Fahrzeuge weniger) mit einer unverhältnismäßig großflächige Belastung und Zerstörung der Lebensqualität anderer Ortsbereiche, der Natur und der Umwelt erkauft. Dies, obwohl eine Entlastung des Werntals auch durch einen Weiterbau der bereits bestehenden B 26a als kreuzungsfreie zweispurige Bundesstraße erreicht werden könnte.

Blockade für Wiesenfeld

Zudem gehe aus den Raumordnungsunterlagen klar hervor, dass, solange die Planung für die B 26n weiterlaufen, die Finanzierung der seit langem geforderten Ortsumgehung von Wiesenfeld durch Freistaat oder Bund abgelehnt wird. Für Armin Beck wird schon durch den Widerspruch der vorliegenden Planungen zum Planungsauftrag im Bundesverkehrswegeplan deutlich, dass die B 26n bei einer sach- und fachgerechten Bewertung niemals hätte in den Bedarfsplan für Bundesfernstraßen aufgenommen werden dürfen.

    
    

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»Alle 9 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

r.h. (3 Kommentare) am 28.02.2011 12:49

???????

benutzen die gegner denn nie eine autobahn wenn sie in urlaub oder sonst wohin fahren???
wir hätten keine wenn alle die, die an derer angrenzen, so wehement dagegen gewesen wären...
(0)
frankenstrasse (422 Kommentare) am 27.02.2011 21:18

Autobahn

Natürlich brauchen wir eine Autobahn.Die Zeit da wir mit dem Ochsenkarren durch die Gegend fuhren ist Gott sei Dank vorbei!!!!!!
(0)
unbekannt (242 Kommentare) am 27.02.2011 19:59

Richtlinie, keine Norm

Guten Tag,
danke für Ihr Interesse an meinen Kurzbeiträgen.
Bei RIN 2008 denkt sicher mancher an eine Norm ähnlich der DIN.
Tatsächlich ist sie aber eine Richtlinie, die z.B. auch im Raumordnungs- und Landesentwicklungsplan die funktionale Gliederung und Bewertung von Verkehrsnetzen (nicht nur Straßen) gestattet. Bei Straßen kennt sie nur Stadtstraßen, Landstraßen und Autobahnen.
Für die Kategorisierung ist z.B. die durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit und durchschnittliche Fahrentfernungen entscheidend.
Für Kat. AS II „Überregionalautobahn/Stadtautobahn“ sind diese 10-70km lange Fahrstrecken bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 70-90 km/h.
Ihre so oft geforderte Alternative ohne höhengleiche Kreuzung könnte ich deshalb nach dieser Richtlinie genauso als autobahnähnlich kategorisieren, da für sie exakt die gleichen funktionalen Kriterien gelten (70-90km/h, 10-70km).
Denken Sie an Datenautobahnen – das sind auch keine Fernfahrerparadiese. Man bringt damit sprachlich nur zum Ausdruck, dass sie in einer funktionalen und kapazitiven Gliederung eine bestimmte Leistungsfähigkeit erreichen.
Herr Goldkuhle übersetzt das eben mit einer „leistungsfähigen Bündelstraße“ und diese ist im Fall der B26n immer noch eine Bundesstraße.
Ich erkenne Ihnen an, dass Ihre Alternative auch leistungsfähig sein soll, da ohne höhengleiche Kreuzungen. Für`s Werntal wollen Sie auch auf die Höhe.

Eine Überlegung finde ich nach meiner Meinung aber wirklich nicht gut, aber deswegen ist es ja sinnvoll zu diskutieren:
wenn sie einen Bypass durch unsere Gegend von Werneck-Arnstein-Karlstadt-Lohr zur A3 schaffen, wird das zur Folge haben, dass Süd-Nord-Verkehr genauso gut über die A73/A70 zur A3 laufen kann. Und dann noch zusätzlich Ost-West?
Das überlastet diese Straße schon im ersten Jahr der Öffnung.
Rechtlich aussperren können Sie niemanden und Ihre Alternative ist zunächst mal einfach zu gut oder nicht schlecht genug für den Umfahrer von Würzburg.

Für die Verbindung Sachsendreieck (C-L-DD) – Stuttgart besteht zwischen diesen Metropolregionen im BVWP-Entwicklungshorizont 2015 ein großes Defizit, nicht aber für den Rhein/Main-Raum.
Dafür ist die B26n eher Entlastung bestehender Strukturen mit einer für uns bedeutsamen Verbesserung der Anbindung an überregionale Wege.
Für den anderen Fall ist die B26n eben echte Landes- und Netzentwicklung. Dass wir da als „Karschter“ nicht den Ton angeben, darf man nicht anders erwarten – mitgestalten z.B. im ROV ist aber schon angebracht.
Um die Diskussion von parteipolitischem Gezänke fern zu halten: Stolpe als Ideengeber, Tiefensee und Ramsauer sind ja nicht alle von der gleichen Partei, das Verantwortungsbewusstsein stimmt(e) aber bei allen.
Es wäre schön, wenn Sie die anderen Aufgaben der Planung mit in Ihr Denken aufnehmen könnten.
(0)
scheiner_erwin (4 Kommentare) am 27.02.2011 17:34

B26n = Autobahn

Sehr geehrter Herr Endevour,

Sie können sehr gut recherchieren. In den ROV-Unterlagen im Teli 1 Erläuterungsbericht
lesen Sie bitte Punkt 4.2.1. Verkehr- und Streckencharakteristik.
Die bei der B26n zu berücksichtigende Entwurfs- und Streckencharakteristikwir durch die "Richtlinie für integrierte Netzgestaltung (RIN2008) "vorgegeben..
Einstufung der B26n
Kategoriegruppe Die B26n ist im Bedarfsplan für die Bundesstraßen als vierspruige Straße mit Seitenstreifen enthalten.Nach RIN ist die sie deshalb in die Kategorie AS (Autobahnen -außerhalb und innhalb bebauter Gebiete ) einzustufen.

scheiner erwin
Beirat für Karlstadt in der BI gegen die B26n
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unbekannt (242 Kommentare) am 26.02.2011 00:53

"Hochseriös die 15.000"

Sie wollen mich offenbar überreden, dass die Zahl unseriös ist? OK.

Bitte in der Fußnote die Schaltfläche anklicken, die führt dann zu Herrn Zorns Gruppe mit den 15.000 Unterschriften aus der Vergangenheit. Die 30.000 waren dann Wunschdenken und 14.000 die nüchterne Realität einer Unterschriftensammlung inkl. einem Aufruf in sozialen Netzwerken.

Kommen Sie einfach mal in der Realität an.

…und zu den vielen Gemeinden: Zellingen hat sich jetzt mehrheitlich (10:7?) dafür entschieden 500 Euro/Jahr mehr zu „investieren“ in eine Mitgliedschaft – 2 Beratungsstunden eines Fachmanns wie RA Bold, der ihnen objektiv Möglichkeiten aufzeigt oder reinen Wein einschenkt, und das Geld ist auch schon wieder im Wirtschaftskreislauf (man sagt auch: weg).

…und: die B 26n ist auch noch in 100 Jahren eine Bundesstraße und es liegt nahe, dass der Bund auch für den Zubringer in die Pflicht genommen werden muss. Dankenswerterweise gibt es aber jetzt noch den bayrischen Rettungsanker.

…und: die Schallwerte, die in den Karten dokumentiert sind, sind gemäß Legende/Begleittext OHNE Schallschutzeinrichtungen. Hoffentlich kommen welche, wenn sie jetzt noch nicht mal eingefordert werden dürfen.
Die Schallwerte von „sanften Lösungen“ sind nirgends kartiert, weil diese Luftschlösser noch nicht mal in der Stratosphäre ein schönes Plätzchen hätten, im Werntal schon gar nicht.
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