publiziert: 19.07.2011 18:22 Uhr
aktualisiert: 19.07.2011 18:29 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text BERGTHEIM/HAMMELBURG
Bergtheimer kaufen Hammelburger Weingut

Stadt trennt sich von 19 Hektar Rebfläche und dem Keltereigebäude – Bürgermeister Stross nennt keinen Preis
  • Stolze Weingutbesitzer: Die Bergtheimer Thomas und Ulrike Lange stoßen mit Hammelburger Wein an. Sie haben das städtische Weingut in der Saalestadt gekauft. Moritz (links) und Lukas (rechts) stoßen mit Bergtheimer Traubensaft an.
    Foto: privat
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Neue Eigentümer des städtischen Weingutes in Hammelburg sind Ulrike und Thomas Lange aus Bergtheim. Ulrike Lange ist Diplom-Önologin und stammt aus dem elterlichen Winzerbetrieb Schmitt. Über den Kaufpreis für die 19 Hektar Weinberge und das Keltereigebäude bei Schloss Saaleck schweigt sich Bürgermeister Ernst Stross aus.

Familie Lange hatte sich gegen eine ganze Reihe von Bewerbern durchgesetzt. Wie viele es waren, lässt Stross offen. Gerüchte nach sollen es in der engeren Wahl vier gewesen sein. Auch Ausländer, sagt Stross, ohne zu bestätigen, das Chinesen am Erwerb Interesse gehabt hätten.

Viel größer sei das Bewerber-Interesse nach der grundsätzlichen Verkaufsentscheidung im Juli 2010 gewesen. Zu den Bewerbern hätten auch reine Finanzinvestoren gehört.

Ausbau vor Ort

Eine Forderung der Stadt an die Familie Lange ist die Fortsetzung des Weinan- und Ausbaues samt Vermarktung vor Ort. Außerdem die langfristige Weiterbeschäftigung der drei festen Mitarbeiter zu Bedingungen, wie sie mit dem öffentlichen Dienst vergleichbar seien. Zwei Mitarbeiter aus dem Verkauf kommen im Rathaus unter.

Ausdrücklich lobt Bürgermeister Ernst Stross das Engagement des städtischen Weingut-Personals. Seit 1964 habe das Weingut als freiwillige Leistung der Stadt im Saaletal Akzente gesetzt. Nun fehle aber wegen zahlreicher Gebäudesanierungen von der Saaletalhalle bis zum Hallenbad das Geld für Investitionen ins Weingut. So habe das Weingut zuletzt mehrere hunderttausend Euro Verlust jährlich gemacht. Privatwirtschaftlich lasse sich ein Weingut flexibler führen.

Investitionen in das künftige Weingut Schloss Saaleck verspricht Ulrike Lange. „Wir reden nicht über das Geld“, sagt die Diplom-Ingenieurin für Weinbau und Önologie mit sympathischer Stimme am Telefon. „Wer nicht investiert, kommt nicht voran“, beschreibt sie ihre Maxime. Um neue Märkte zu erschließen, müsse man immer einen Schritt voran sein.

Schwerpunkte im Weinberg möchte sie zusammen mit dem bisher städtischen Personal ausloten. Erfahrung mit Steillagen habe sie. Der elterliche Betrieb in Bergtheim mit einer Gesamtfläche von 30 Hektar wird von der Schwester geführt. Vermarktet werden vom Weingut Schmitt 60 Hektar Rebfläche.

Den Silvaner hervorheben und gut gedeihende Sorten verstärkt anbauen, nennt Lange als Ziele ihres Engagements. Modernisiert werden soll die Vinothek im Rathaus.

Gefallen gefunden habe sie an Hammelburg schon lange bei der Durchreise in die Rhön. Berufliche Erfahrung sammelte sie unter anderem als Geschäftsführerin einer Winzergenossenschaft an der hessischen Bergstraße und beim Marketing für Sommeracher Weine. Zuletzt arbeitete sie in einer Volkacher Vinothek, im elterlichen Betrieb und als selbstständige Gästeführerin.

In ihrer Freizeit ist die Mutter von Lukas (11) und Moritz (9), U-7-Jugendtrainerin und moderiert die Heimspiele der Bergtheimer Handballerinnen, die aktuell in der Bayernliga spielen. Ob die Familie nach Hammelburg zieht, lässt Ulrike Lange offen: „Das ist nicht ausgeschlossen, da haben wir schon drüber nachgedacht“.

Von unserem Redaktionsmitglied WOLFGANG DÜNNEBIER
    
    

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