publiziert: 11.11.2010 16:55 Uhr
aktualisiert: 11.11.2010 17:47 Uhr
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Bewegende Feierstunde in der Synagoge

Gedenken an die jüdischen Mitbürger

Bei der Gedenkfeier in der Synagoge wurde an die 29 jüdischen Mitbürger aus Gaukönigshofen erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus verschleppt und im Konzentrationslager Belzec ermordet worden sind.

  • Gedenken an die Opfer: Mit schwarzen Tüchern wurde bei der Feierstunde in der Gaukönigshöfer Synagoge an die ermordeten jüdischen Mitbürger erinnert.
    Foto: HANNELORE GRIMM
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Bürgermeister Bernhard Rhein eröffnete die bewegende Feierstunde und Gertraud Renner führte die Teilnehmer zurück in die Zeit, in der mit den Pogromen am 9. und 10. November 1938 die Judenvernichtung ihren Anfang genommen hat.

Mit schwarzen Tüchern, die zu einem Trauerkreis auf den Boden des Raumes gelegt wurden, der einmal der Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde war, verbanden Martina Rieß und Sonja Reiche sowie einige Jugendliche aus dem Würzburger Deutschhaus-Gymnasium die namentliche Erinnerung an die Verstorbenen. Symbolisch verknüpften sie die einzelnen Leidensgeschichten miteinander.

Im Anschluss an die Gedenkfeier, der einige Mitglieder der Musikkapelle Gaukönigshofen und Bernhard Nagl eine besonders eindrucksvolle Note gaben, erwartete die zirka 50 Besucher, darunter Gymnasiallehrerin Andrea Sterzinger-Seitz, die Erstaufführung des Filmes „Zeitzeugenberichte von Gaukönigshofen zur Pogromnacht“.

Der Film entstand bei einem Projekt, das Schüler des Deutschhaus-Gymnasiums mit Jugendlichen aus der israelischen Partnerlandkreis Mateh Yehuda im Sommer dieses Jahres bewerkstelligt hatten.

Wie die Menschenverachtung der damaligen Machthaber selbst die kleinsten Dörfer erreichte und wie auch in Gaukönigshofen nach dem 10. November 1938 nichts mehr so war wie vorher, schilderten Regina Walch (Jahrgang 1924) sowie die damals zehnjährigen Paul Lesch und Alfred Betz.

Übereinstimmend erinnerten sie sich an das gute, respektvolle Zusammenleben zwischen Christen und Juden. Die jüdischen Mitbürger waren im gesellschaftlichen Leben anerkannte und vollwertige Mitglieder.

Für die Zeitzeugen war die Nacht, als die Synagoge kurz und klein geschlagen und in Brand gesteckt worden war, ebenso unverständlich wie die wüste Zerstörung der jüdischen Anwesen. „Wir waren Nachbarsleute und plötzlich sollst du nicht mehr zusammen gehen dürfen,“ beschrieb Regina Walch die für sie unbegreiflichen Vorgänge.

Auf den eindringlich an die schreckliche Vergangenheit erinnernden Film wird nach den Worten von Jugendpfleger Klaus Rostek ein Buch folgen. Darin halten die deutschen und israelischen Jugendlichen das Leben der jüdischen Mitbürger fest, dem sie bei ihrem dreitägigen Aufenthalt in Gaukönigshofen nachgespürt sind.

Von unserer Mitarbeiterin HANNELORE GRIMM
    
    

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