publiziert: 20.11.2012 17:22 Uhr
aktualisiert: 22.11.2012 12:03 Uhr
» zur Übersicht Stadt Würzburg
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text WÜRZBURG
Bildung im Umbruch: Dauerbaustelle Schulen

Bildung im Umbruch: Während die Zahl der Grundschüler steigt, werden die Schüler an weiterführenden Schulen immer weniger.

  • Foto: Thomas Obermeier
    Klara-Oppenheimer-Schule in neuem Glanz: Schulleiter Wilhelm Ott vom Städtischen Berufsbildungszentrum für kaufmännische, hauswirtschaftliche und soziale Berufe, freut sich über ein frisch saniertes Schulgebäude.
Bild von
2 Bilder

Einige sind schon über 100 Jahre alt, andere dringend sanierungsbedürftig, obwohl sie viel jünger sind, und wieder andere werden als Ausweichquartiere gebraucht: die Würzburger Schulgebäude. Einen Bericht über die Bauinvestitionen an Schulen, für die die Stadt Sachaufwandsträger ist, legte dieser Tage der städtische Fachbereich Schulen für die Jahre 2010 und 2011 dem Stadtrat vor. Außerdem informierte Schulreferent Muchtar Al Ghusain über die Schülerzahlen in diesem Schuljahr im Vergleich zum vorigen.

„Im Großen und Ganzen“ seien die Schülerzahlen in der Stadt stabil, so Al Ghusain. Dabei zeigten die Grundschulen einen Trend nach oben, während bei den Mittelschulen (frühere Hauptschulen) ein leichter Rückgang zu verzeichnen sei. Weniger Schüler haben in diesem Schuljahr auch das Sonderpädagogische Förderzentrum (Zellerau und Sanderau) und insgesamt weniger die drei Realschulen Jakob-Stoll-, David-Schuster-Realschule und Wolffskeel-Realschule. Allein die Jakob-Stoll-Realschule (Zellerau) besuchen dieses Schuljahr 37 Schüler weniger: statt 709 jetzt noch 672 in 26 Klassen - 26 Klassen gab es auch im Vorjahr. Jetzt sind sie kleiner. Nur die David-Schuster-Realschule hat zwei Schüler mehr.

Zuwächse: Bei den Grundschulen legten Adalbert-Stifter-Schule (nach 197 im Vorjahr jetzt 219 Schüler), Goethe-Kepler-Schule (Vorjahr: 305, jetzt 317) und Mönchberg-Grundschule (78; 112) zu. Der Bericht bezieht sich allerdings nicht auf privat geführte Schulen oder Landkreisschulen egal, welcher Schulart. Das gilt auch für die nebenstehende Grafik.

Bei den Gymnasien sieht Al Ghusain eine „gewisse Entspannung“ und „auf lange Sicht einen kleinen Abschmelzungseffekt“, weil die Jahrgänge wieder geburtenschwächer würden. Dabei fällt das Friedrich-Koenig-Gymnasium auf. Bei fünf Eingangsklassen im Vorjahr wie auch jetzt sank die Schülerzahl hier von 1111 auf 1042, während zum Beispiel das Wirsberg-Gymnasium zulegte (von 664 auf 688). Diesmal hat die Stadt in ihre Darlegung noch das Dag-Hammarskjöld-Gymnasium, früher städtisches, inzwischen aber privat geführtes evangelisches Gymnasium am Frauenlandplatz einbezogen (auch in nebenstehender Grafik noch enthalten). Auch bei den beruflichen Schulen sieht Al Ghusain einen „geringfügigen Rückgang“, insgesamt aber noch Stabilität.

Die Außenstelle der Kitzinger Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS), die im Schillerschulgebäude in der Sanderau zuletzt fast aus allen Nähten platzte, hat wesentlich weniger Schüler. Deren Zahl sank von 492 im Schuljahr 2011/12 auf jetzt 412 in der FOS und von 105 auf 91 in der BOS. Umgekehrt der Trend diesmal in der städtischen FOS: sie legte von 401 Schülern auf 486 zu. Gegenläufiger Trend in der städtischen BOS: von 275 Schülern sank die Zahl auf 262.

Die Stadt muss sich als Sachaufwandsträger um 41 Schulen kümmern, in denen über 20 000 Schüler unterrichtet werden. Die überwiegende Anzahl der Gebäude stammt aus den 60er und 70er Jahren, einige sind auch älter, und es sind auch Baudenkmäler dabei wie zum Beispiel Siebold- und Riemenschneider-Gymnasium, Röntgen-Gymnasium, und beispielsweise die Waltherschule in Heidingsfeld oder die Grundschule Stadtmitte im Bechtolsheimer Hof. Solche Schulen verursachen bei einer Sanierung nicht unbedingt mehr Kosten als andere, „wir müssen sie aber sensibler behandeln“, so der städtische Fachbereichsleiter Heinz Benkert. Beispiel: Eine Solaranlage auf dem Dach käme nicht in Frage, sagt er.

„Im Großen und Ganzen sind die Schülerzahlen in der Stadt stabil.“

Muchtar Al Ghusain Schulreferent

Insgesamt elf Millionen Euro wurden in den Jahren 2010 und 2011 in die Schulen gesteckt. Im Zeitraum von vier Jahren (2008 mit 2011) waren es insgesamt 26 Millionen. Verglichen mit dem Vierjahres-Zyklus davor (die Jahre 2004 bis 2007), mit Ausgaben von 17,3 Millionen Euro, investierte die Stadt also etwa 50 Prozent mehr Geld in ihre Schulen. Dieser Anstieg „resultiert zum Teil natürlich aus den Konjunkturpaketen I und II“, heißt es im Bericht der Schulverwaltung, „aber nicht nur.“ Um die Bausubstanz zu erhalten, seien künftig noch erhebliche Investitionen nötig.

Anfang des Jahres war Baubeginn für die neue staatliche berufliche Oberschule (FOS/BOS) auf dem Gelände der Franz-Oberthür-Schule im Frauenland. Sie soll zu Beginn des Schuljahres 2013/2014 bezugsfertig sein, und dann entsteht, wie mit dem Freistaat vereinbart, die erste staatliche berufliche Oberschule in Würzburg.

Das Gebäude der einstigen Schönbornschule am Frauenlandplatz, heute das evangelisches Dag-Hammarskjöld-Gymnasium, wird voraussichtlich ab dem Jahr 2013 generalsaniert. Energetische Sanierungen und Barrierefreiheit, der Ausbau für Ganztagsangebote und in vielen Fällen auch der WC-Anlagen beschäftigen weiterhin die Planer.

Einer der größten Brocken bei den jüngsten Sanierungen war die Renovierung der Wolffskeel-Realschule mit Kosten von 4,3 Millionen Euro, bei einer Förderung von 3,04 Millionen aus dem Konjunkturpaket II. So wurde die Schule vom Grund bis zum Dach erneuert, Beton saniert, Heizung, Lüftung, Fassade, Fenster - eineinhalb Jahre lang. Stadt und Landkreis – beide Träger der Schule – müssen gemeinsam 435 000 Euro schultern.

Ob es um den Einbau von Rauch-Schutztüren geht (Wirsberg-Gymnasium, Schillerschul-Gebäude), die Erneuerung von Fachräumen wie beim Siebold-Gymnasium in der Fachschaft Chemie, um den Ausbau für die Mittagsbetreuung (Friedrich-Koenig-Gymnasium) oder die Erweiterung der Alarmanlagen: dies sind die verhältnismäßig kleineren Beträge zwischen 17 000 und 250 000 Euro.

Ein zweites Power-Paket an Geld verschlang die Sanierung der Klara-Oppenheimer-Schule. Das Hochhaus wurde vor allem energetisch saniert, Flachdächer gedämmt, Fenster und Türen wurden ausgetauscht, Innenbereiche (Schulküche) erneuert - bis hin zur Gestaltung der Außenfassade und der Brunnensanierung. Gesamtinvestition: 4,26 Millionen Euro. Davon kommen 3,64 Millionen aus dem Konjunkturpaket II. Die Stadt hat 620 400 Euro zu schultern.

Von unserem Redaktionsmitglied REGINA URBON
    
    

Diesen Artikel

Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist abgelaufen. Sie können daher keine Beiträge zu diesem Artikel verfassen.
    

Würzburg liest ein Buch 

Alles rund um die Aktionswochen zu Leonhard Franks Buch "Die Jünger Jesu" »mehr
Anzeige

Testen Sie Ihr Wissen 

Unser wöchentliches Quiz
Acht Fragen rund um ein aktuelles Thema. »mehr
Anzeige
    

Ȇbersicht ePaper

  Ausgabe:
  Main-Post Würzburg
  Datum:
  19.04.2014

    

Leserbriefe 

Schreiben Sie uns
Wenn Sie uns einen Leserbrief schreiben wollen, dann können Sie das direkt hier tun. »mehr

Prospekte

 

Beilagen