aktualisiert: 29.11.2011 17:42 Uhr
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GIEBELSTADT
Bootsbauer beklagen Hungerlohn
IG Metall und Beschäftigte von Bavaria Yachtbau fordern mehr Geld – Protestaktion in der Mittagspause
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Hungrige Bootsbauer: Mitarbeiter der Bavaria Yachtbau in Giebelstadt freuen sich über eine Gulaschsuppe aus dem Gewerkschaftstopf. Die IG Metall hat die Arbeiter vor das Werkstor zu einem „Arme-Leute-Essen“ eingeladen. Die Gewerkschaft fordert vom Unternehmen eine Lohnerhöhung von fünf Prozent.Foto: Thomas Fritz -
Entschlossen: Ein Bavaria-Arbeiter zeigt Flagge.Foto: Thomas Fritz
Arbeiter des Giebelstadter Jachtbauunternehmens Bavaria protestieren: Ihr Lohn reiche nicht aus, um anständig einkaufen zu können, geschweige denn, um eine Familie zu ernähren, sagt die Gewerkschaft IG Metall. Am Dienstag gab sie an rund 150 Beschäftigte des Bootsbauers deshalb vor dem Werkstor ein „Arme-Leute-Essen“ aus.
Mit Trillerpfeifen, roten Gewerkschaftsfahnen und Transparenten stehen die Bavaria-Arbeiter vor dem Werk, wärmen sich an ihrer Schüssel Gulaschsuppe und schauen miesgelaunt. Die Gewerkschaft IG Metall hat sie zu dieser Demonstration während der Mittagspause aufgefordert. Die Gewerkschaft will mit Bavaria Yachtbau über einen Tarifvertrag verhandeln und fordert fünf Prozent mehr für die Arbeiter. Doch die Geschäftsführung sei nicht zu Verhandlungen bereit.
Statt dessen soll sie den Arbeitern gedroht haben. Einige berichten von einer außerordentlichen Belegschaftsversammlung, zu der die Geschäftsleitung am Dienstagmorgen die Mitarbeiter bestellt habe. Jens Ludmann, Geschäftsführer der Bavaria Yachtbau habe dabei den Mitarbeitern in der Kantine eine „Standpauke“ gehalten, heißt es aus der Arbeiterschaft. Sie müssten mit einem massiven Stellenabbau rechnen, würden sie sich an der Gewerkschafts-Aktion vor den Werkstoren beteiligen.
„Vorher haben viele noch gezweifelt, ob sie mitmachen sollen“, erzählt ein Bootsbauer. „Doch nach dieser Versammlung sagten viele: Jetzt erst recht. Jetzt gehen wir raus.“ Seinen Namen möchte der Bavaria-Arbeiter nicht nennen. Zu groß ist bei den Beschäftigten die Angst vor Konsequenzen des Arbeitgebers.
Zwischen 11 und 13 Euro verdienten die Arbeiter bei Bavaria Yachtbau, sagt IG Metall Gewerkschaftssekretär Jürgen Wawersig. Branchenüblich in der Metall- und Elektroindustrie sei ein Stundenlohn zwischen 16 und 17 Euro. Wawersig würde gerne mit Geschäftsführer Ludmann verhandeln und die Forderung von fünf Prozent mehr Geld durchsetzen. Doch er hat offenbar keine Chance. Bavaria Yachtbau lehnt Verhandlungen ab. Dennoch will Wawersig Flagge zeigen: „Wir sind kein Kasperltheater. Wir sind eine Gewerkschaft. Noch dazu die größte Europas.“
Wawersig kündigt weitere Aktionen an, solange der Bootsbauer nicht verhandeln will. Der Unterstützung aus der Arbeiterschaft ist er sich sicher. „Wir haben gut die Hälfte der Belegschaft hinter uns“, so Wawersig. Vor allem in den letzten Monaten hätten viele den Aufnahmeantrag für die Gewerkschaft unterschrieben, sagt Wawersig. „So konnten wir unseren Organisationsgrad verdoppeln.“
Bavaria-Geschäftsführer Jens Ludmann möchte zu den Vorwürfen offenbar nichts sagen. Versuche, ihn für eine Stellungnahme zu erreichen, wurden bereits in der Telefonvermittlung abgewiesen.
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krammel (336 Kommentare) am 30.11.2011 14:53
Wennes keinen Konsens mehr gibt, Leute, was regt ihr euch denn groß auf?Waswollt ihr denn noch? etwa noch ne Hängematte ? - Da hilft dann ebend nur noch Eines. Wenig reden, viel handeln. |
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alefra2000 (99 Kommentare) am 30.11.2011 13:07
Mein Boot, mein Haus, Meine .............WeltSo isses, Das heißt nicht das es so bleiben muss.Aber wenn die o.g. Grossköpfe so weiter machen haben wir vielleicht auch bald Ägyptische oder Libysche Verhältnisse. Aber Hauptsache die Entscheider haben Ihr BOOT. Ich meine, wer viel verdient sollte auch für sein Boot viel zahlen und dem Arbeiter auch ein würdiges Leben gönnen. Aber denen die Yachten kaufen ist wurst wie sklavisch die Schiffchen gebaut wurden. Die Arbeitergesellschaft hat nur leider noch zuviel Angst um ihr Bisschen Etwas. Und um das nicht zu verlieren macht man halt mit und lässt sich ausbeuten für Die tägliche Brotzeit. Und weil man sich mit den Löhnen nix sonst leisten kann, geht auch der Verbrauch runter, somit die Wirtschaft, somit der Schadstoffausstoß, somit der Ölmangel in der Welt und vielleicht sogar der Klimawandel. Also kostet dieser Wandel Opfer. Und wer sich das alles gefallen lässt der macht das aus Liebe zu seinen Lieben und aus Angst um seinen Job. Ja, Angst um sein bisschen Leben. Diese menschlichen Gefühle werden bewusst ausgenutzt. Schade das wir diesen Raubbau an uns Menschen , nahezu Machtlos mit ansehen müssen. Ich Wünsche mir für uns Alle das die Mächtigen diese Gier, diesen Geiz und diese Rücksichtslosigkeit bald stoppen. Denn es ist doch Alles nur geliehen. Und das letzte Hemd hat keine Taschen. GUTE BESSERUNG DEUTSCHLAND; GUTE BESSERUNG DEMOKRATIE; GUTE BESSERUNG MENSCHHEIT; MEHR GLEICHHEIT UND EINNEN BLICK IN EURE EIGENEN SEELEN , EUCH, DENEN,DIE IHR DA GELD HABT. HABT ERBARMEN. |
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bkytransl (29 Kommentare) am 30.11.2011 16:47
Da kann man lange warten bis die Erbarmen habenDa packe ich lieber gleich die Koffer und geh in ein Land wo meine Arbeit noch angemessen bezahlt wird. |
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krammel (336 Kommentare) am 01.12.2011 10:53
Genaudieses will ja politisch auch erreicht werden. |
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Raymond (334 Kommentare) am 30.11.2011 13:03
ja die Konkurenz?ja hohe Loehne und konkurenzfaehig .... geht halt nicht .....sollte unsere Regierung die Lohnkosten komplett uebernehmen ...... koennte man noch Leute einstellen oder ??? |
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