publiziert: 19.02.2010 18:02 Uhr
aktualisiert: 19.02.2010 18:25 Uhr
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Bündnis bereitet sich auf Nazi-Demo vor

Noch ist unklar, ob am 1. Mai Rechtsextremisten in Würzburg aufmarschieren
  • 8000 Menschen demonstrierten am 20. März 2005 gegen einen Nazi-Aufmarsch in Würzburg.Thomas Obermeier
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Im Rathaus liegt ein Antrag, der unter Würzburgern für Unruhe sorgt: Eine Gruppierung, die sich „Nationales Bündnis 1. Mai“ nennt, will am 1. Mai in der Stadt demonstrieren. Ähnliche Anträge von Rechtsextremisten liegen für den Tag der Arbeit auch in Fürth und Schweinfurt vor. Die Stadt Würzburg hat über den Demo-Antrag noch nicht entschieden.

Aufgerufen vom DGB, trafen sich in der Kickers-Gaststätte etwa 70 Leute, um ein Bündnis gegen den Nazi-Aufzug zu gründen, unter ihnen Parteien-Vertreter, Kommunalpolitiker, Gewerkschafter, christliche Gruppierungen, Globalisierungskritiker und Antifaschisten. Vorbild ist eine Anti-Nazi-Demonstration vor fünf Jahren, in der 7000 Menschen in Würzburg unter dem Motto „Bunt statt Braun“ auf die Straße gingen. Die Vertreter christlicher, jüdischer und muslimischer Gemeinschaften waren damals federführend.

In der Kickers-Gaststätte zeigte sich der Vertreter einer kirchlichen Einrichtung besorgt, „die Kirchenfürsten“ könnten sich heuer raushalten, weil Gewerkschaften aufrufen. Tatsächlich ist dem DGB wichtig, „in dieser Sache voranzugehen“, sagt der Würzburger DGB-Regionssekretär Zirnsak im Gespräch mit dieser Zeitung, „weil der 1. Mai der Feiertag der Gewerkschaften ist.“ Wichtig sei, dass die Stadt sich in der Pflicht sieht, den Aufzug zu verbieten, „als politisches Bekenntnis“.

Frank Firsching, der Vorsitzende der DGB-Region Schweinfurt-Würzburg, leitete die Versammlung. Er schlug eine gemeinsame Resolution vor. Demnach besteht Einigkeit im Bündnis, dass der 1. Mai „als Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, zu sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde friedlich begangen wird“. Rassismus, Ausländerhass, Gewalt und Verfolgung von Minderheiten seien mit den Werten einer aufgeklärten Gesellschaft nicht vereinbar. Die beantragte Nazi-Demonstration begründe „die Pflicht zum Widerstand aller Bürgerinnen und Bürger“.

Ungewiss ist, ob am 1. Mai tatsächlich Rechtsextremisten in Würzburg aufmarschieren werden. Derzeit deuten Aufrufe im Internet darauf hin, dass Schweinfurt ihr Schauplatz werden soll – selbst die neonazistischen „Freien Kräfte Würzburg“ werben für einen Aufmarsch in der Kugellagerstadt. Firsching geht von 500 gewaltbereiten Nazis aus ganz Süddeutschland aus. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums berichtete auf Anfrage dieser Zeitung, über die Örtlichkeit sei noch gar nichts entschieden. Die Polizei beobachte die Entwicklung.

In den kommenden Wochen bereitet eine Arbeitsgruppe die Vorhaben des Bündnisses vor. Das nächste Plenum ist im April geplant.

Von unserem Redaktionsmitglied Wolfgang Jung
    
    

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»Alle 25 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

maggy1414 (56 Kommentare) am 23.02.2010 18:48

Deutschland ist nicht blind auf dem rechten...

...es ist vielmehr schon halbblind auf dem linken...
Aber ehrlich gesagt hab ich keine Lust mehr hier noch ewig weiter zu diskutieren, wir drehen uns im Kreis... :O
Und meine ach so wahnsinnig "boshafte" Beleidigung bitte ich vielmals zu entschuldigen und verabschiede mich hiermit von dieser Diskussion.
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lifeexplorer (2908 Kommentare) am 23.02.2010 15:23

@ Leute wie lifeexplorer und dreschen mit der...

Und wenn Sie, maggy1414, sich auch alle Mühe geben, mich noch mehr und boshafter zu beleidigen, werden auch Sie sich irgendwann den traurigen Fakten beugen müssen, dass dieses Land ein dramatisch größeres RECHTSEXTREMES Problem und Potenzial hat, als die von Ihnen herauf beschworne angebliche "LINKE GEFAHR".

Deutschland war seit den Tagen der aktiven R.A.F. nie wieder tatsächlich vom LINKSEXTREMISMUS wirklich ernsthaft bedroht oder gar in seinen Grundwerten gefährdet. Das ist nun mal eine historische Tatsache, ebenso wie es ein belegbares FAKT ist, dass unser Land -- wie man an Ihnen und vielen anderen Verhamlosern der rechten Szene sieht! -- schon immer fast BLIND auf dem "rechten Auge" gewesen ist. Bis es oft zu spät ist und wieder Häuser und Ausländerheime brennen, Afrikaner auf der Straße ermordet werden und Menschen mit Gesundheit und Leben bezahlen, nur weil sie "anders" sind. traurig

Dieses Land hat eine unsägliche braune Geschichte, wie auch Ihnen bekannt sein dürfte bei einer vorausgesetzten Minimalbildung, die es nie ganz verloren oder gar aufgegeben hat, die immer wieder in ihren perversen, menschenverachtenden Strömung neu erblüht und inzwischen sogar schon wieder in Nadelstreifen-Anzügen sich als "national" salonfähig erdreistet aufzutreten, von einem ungebildeten Mob bejubelt, dort auf fruchtbaren Boden fällt.

Aber es gibt auch die gut ausgebildeten, rechtsextremen "Intellektuellen", die ihr Werk in der Gesellschaft, in den Medien, vor allem da im WWW schamlos betreiben, indem sie die Geschichte versuchen umzuschreiben, neu zu interpretieren, die Wahrheiten auf den Kopf stellen und die Hirne der Leser vergiften mit rechtsextremen, hass-schürenden, xenophoben Parolen und übelster Propaganda, an der ein Göbbels seine Freude gehabt hätte.

Man kann nur hoffen, dass Leute wie Sie noch rechtzeitig aufwachen und diese Gefahr endlich nicht mehr umwerten, verharmlosen und verdrängen, sondern ihr Hirn dazu benutzen, die Realitäten im Land zu erkennen. Es sei denn, Ihnen liegt gar nicht an unserer freiheitlichen Grundordnung ...?

LE
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maggy1414 (56 Kommentare) am 23.02.2010 09:21

Es hat nicht gefunkt...

Man kann über wirklich alles, was im Internet irgendwie aktiv ist, Berichte schreiben, dass das in den letzten Jahren in einem nicht zugenommenen Maße zugenommen hat. Seien es irgendwelche Social-Communities, die Amazon-Kunden oder eben die Websites mit rechtsextremen Inhalten. Garantiert im gleichen Maße haben die Websites mit linksextremen Inhalten in dieser Zeit zugenommen, weil im Internet einfach alles zunimmt, kapieren Sie jetzt wieso dieses Argument absolut nicht zählt...
Wahrscheinlich immer noch nicht, aber soll mir jetzt egal sein...

Ganz davon abgesehen gehöre ich nicht zum braunen Mob, was Sie mir nun schon zum zweiten Mal unterstellen wollen...
Das ist auch wieder typisch für dieses Land, ein bisschen gegen links gewettert, die Rechten nicht mit jedem Wort, das man sagt, ablehnen und verabscheuen und schon ... "boom"... kommen die Leute wie lifeexplorer und dreschen mit der Nazi-Keule auf einen ein.

Übrigens werden sich die Statistiken schon bald umkehren, der "linke Mob" wächst nämlich beachtlich... Da kommt junger Nachwuchs in solchen Massen, da träumt man überall anders nur von...
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lifeexplorer (2908 Kommentare) am 22.02.2010 23:51

Die übliche Taktik - Den Gegner dikreditieren :-(

Das kennt man zur Genüge vom braunen Mob, diese typische "Argumentationstaktik", den Gegner einfach mal locker vom Hocker als "schwachsinnig" zu bezeichnen ... sehr entlarvend, maggy1414: "Ganz davon abgesehen ist es bodenloser Schwachsinn zu argumentieren, dass es im Internet noch nie stärkere Aktivitäten der rechtsradikalen Szene gab. Denken Sie mal darüber nach... und hat es gefunkt? "

Harte Fakten tun weh, ist mir schon klar!

Im letzten Verfassungsschutzbericht lässt sich genre nachlesen (sofern man dazu bereit ist!), dass die Aktivitäten der Rechtsextremen im WWW in einem nie dagewesenen Maße zugenommen haben. Über 8000 WebSites mit teils offenen, teils geschickt "getarnten" rechtsradikalen und rechtsextremen Inhalten und Zielsetzungen existieren allein im deutschsprachigen Raum.

@ "lollus": Die Tricksereien mit den Berliner-Zahlen, die in der Tat eine hohen Anteil von linsextremen Gewalttaten aufzeigen, können sie sich bitte auch schenken!

Die Rede war von der BUNDESWEITEN Kriminalstatistik. Und die fällt eindeutig zu Lasten der rechtsradikalen, rechtsextremen und ausländerfeindlichen Straftaten viel zu hoch aus und ist zudem in den letzten Jahren stets angestiegen. Auch das sind BEWEISBARE Fakten, auch wenn Sie die bestimmt nicht gerne hören, was man ja verstehen kann. Die "Szene" ist ja soooo friedlich und menschenfreundlich, nicht wahr? traurig

"Hat's gefunkt?"

LE
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toto (623 Kommentare) am 22.02.2010 13:10

Generell

sollte man schon beachten, dass unabhängig wer da demonstriert, ein Recht darauf besteht demonstrieren zu dürfen. Das muss einfach respektiert werden solange es nicht verboten ist. Jeder darf hier seiner Meinung kund tun solange keiner zu Schaden kommt und das ist auch gut so.

Entgegen der landläufigen Meinung ist es tatsächlich so, das linke Gewalt nicht weniger vorkommt als rechte. Es sind einfach extreme politische Ansichten die aufeinander prallen. Nur die Linke Gewalt wird weniger erwähnt, da viele mit dem Thema nichts anfangen können und zu wenig darüber wissen.
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