publiziert: 26.07.2011 17:03 Uhr
aktualisiert: 27.07.2011 13:16 Uhr
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CSD Würzburg: Straßenfest und Demonstration

Schwule und Lesben fordern gleiche Rechte und Pflichten für alle
  • „Gleiches Recht für gleich viel Liebe:“ Der CSD (das Foto stammt aus dem vergangenen Jahr) ist so lebensfroh wie politisch. Schwule und Lesben forderten gleiche Rechte und Pflichten für alle.
    Foto: Norbert Schwarzott
Bild von

Am Wochenende veranstaltet die Toleranz Fabrik in Würzburg den zehnten Christopher Street Day (CSD) in Folge. Der CSD ist der traditionelle Feiertag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Menschen, deren sexuelle Identität nicht mit ihrer sozialen Identität übereinstimmt (Transgender).

Vor zehn Jahren gehörte zur Demonstration für die Homosexuellen-Ehe ein gewisser Mut. Als Ende Juli 2001 rund 300 Leute in Würzburg auf die Straße gingen, für „ein Standesamt für alle“, registrierte der heutige Grünen-Stadtrat Patrick Friedl, viele Schwule und Lesben seien nicht mitgegangen. Sie zeigten sich nicht gerne, vermutete er, aus Furcht vor Schwierigkeiten vor allem am Arbeitsplatz. Die Organisation für die Demonstration und ein Schwul-lesbisches Fest hatte damals eine Bürgerinitiative um die Evangelische Studentengemeinde übernommen, mit Friedl als Sprecher.

„Andersrum ist nicht verkehrt“

Die Bundestagsabgeordneten Walter Kolbow und Christine Scheel solidarisierten sich öffentlich mit den Schwulen und Lesben. Günter Breitenbach, der evangelische Dekan, but öffentlich um Entschuldigung für alle Diskriminierungen, die seine Kirche Homosexuellen angetan hat.

Ein Jahr später übernahm die Toleranz Fabrik, sie organisierte den ersten offiziellen CSD; Motto: „Andersrum ist nicht verkehrt“. Bis 2008 gab es immer wieder Reibereien zwischen den CSD-Organisatoren und OB Pia Beckmann (CSU); sie mochte die Schirmherrschaft nicht übernehmen. Politischen Streit gab es zudem um die Forderung, die Trauung homosexueller Paare im Standesamt des Rathauses zu vollziehen. Besonders die CSU war lange strikt dagegen, gab ihren Widerstand aber nach Beckmanns Abwahl auf.

Der Würzburger CSD – eine Erinnerung an den Aufstand von Homosexuellen gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street am 28. Juni 1969 – wurde unter der Regie der Toleranz Fabrik ein buntes, lebensfrohes Straßenfest mit starker politischer Note.

Seit der SPD-Mann Georg Rosenthal Oberbürgermeister ist, startet der CSD unter seiner Schirmherrschaft freitagabends im Rathaus. Das ist auch in diesem Jahr so, diesmal unter dem Motto: „10 Jahre Liebe, 10 Jahre Kampf, 10 Jahre CSD“.

Die schwullesbische Bewegung – Kennzeichen: die Regenbogenfahne – kämpft noch immer um gleichen Rechte und Pflichten für Hetero- und Homo-, Bi- und Transsexuelle. Umkämpft ist auch die Forderung, die sexuelle Identität in den Antidiskriminierungskatalog des dritten Grundgesetzartikels aufzunehmen. Insgesamt aber stellt die Toleranz Fabrik in einer Erklärung fest: „Der Kampf, das Engagement und der Widerstand – sie lohnen sich!“

Am Freitag, 29. Juli, um 19.30 Uhr beginnt der CSD mit einem Festakt im Ratssaal des Rathauses. Festrednerin ist Christine Lüders, die Leiterin der Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes, ins Rathaus.

Um 22 Uhr geht's mit der csd.volution im Zauberberg, Veitshöchheimer Straße 20, weiter.

Am Tag darauf findet ab 14 Uhr das Straßenfest auf dem Unteren Markt in Würzburg statt. Von dort aus startet um 15 Uhr der Demozug durch die Innenstadt.

18 Uhr: Aids-Schweige-Minute auf dem Unteren Markt.

22 Uhr: CSD-After-Show-Party im Lumen.

Am Sonntag, 31. Juli, startet am Mainfranken Theater „Würzburg in der Nazi-Zeit und die bitteren Folgen für Menschen, die unerwünscht waren.“

Von unserem Redaktionsmitglied Wolfgang Jung
    
    

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»Alle 7 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

rid.cully (220 Kommentare) am 27.07.2011 17:40

Ein Grund, rechtzeitig die Stadt zu meiden

... um den diversen Dingen zu entgehen, die ich gar nicht sehen will. Weder von Homos noch von Heteros. Zumindest hat die Diskussion, ob das bisher gezeigt Klamaukhafte und sexistisch Aufdringliche wirklich der Sache dient, unter den Homosexuellen Fahrt aufgenommen. Und das ist gut so. Denn dann wird sich auch mancher/manche als schwul/lesbisch zeigen können, der/die mit dem ganzen unappetitlichen Erfülltes-Klischee-Drumherum nichts zu tun haben will.
(2)
stoertebeker (746 Kommentare) am 27.07.2011 18:46

At home

Da bleib ich lieber zu Hause, als diesen "aufdringlichen" Klamauk zu erleben.
Toleranz ok - aber hier wird eindeutig überzogen.
(1)
der bürger (1268 Kommentare) am 26.07.2011 20:38

CSD ist ok....

..solange schwulsein nicht zur pflicht wird..... grinsen
(5)
tortuga (132 Kommentare) am 26.07.2011 19:39

Liebe kann nicht Sünde sein ...

GOTT liebt alle Menschen - auch DICH!
(2)
frei100 (423 Kommentare) am 26.07.2011 17:45

Gott liebt alle Menschen

...aber er haßt die Sünde, egal in welchem Bereich!
(1)
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