publiziert: 15.11.2010 17:05 Uhr
aktualisiert: 15.11.2010 17:50 Uhr
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Christa Le Blond las im Haus Ars Musica

Mit viel Gefühl

Ein ergreifendes Porträt unterfränkischer Zeitgeschichte konnten die Zuhörer von Christa Le Blond bei der Autorenlesung der Schriftstellerin aus Giebelstadt im Haus „Ars Musica“ erleben. Die meisten zeigten sich sehr ergriffen von dem, was die Autorin aus ihrem Debüt-Roman „Seele Klara“ vorlas.

  • Emotional: Christa Le Blond aus Giebelstadt las im Haus Ars Musica aus ihrem Debüt-Roman „Seele Klara“.
    Foto: ALFRED GEHRING
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In dem Buch schildert die Autorin die Geschichte ihrer Kindheit, schildert, wie ihr Pseudonym, die kleine Klara, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf die Rückkehr ihres Vaters aus russischer Kriegsgefangenschaft wartet.

Das Warten erweist sich als vergeblich, aber die Mutter bringt einen neuen Mann mit nach Hause: den brutalen und gewalttätigen Franz, dem Klara und ihre Freunde mit dem Namen „Kackmann“ titulieren.

Das junge Mädchen wächst auf in einem Haus, in dem Gewalt und Schikanen herrschen, wird geschlagen und gedemütigt, kann sich wiederholt nur knapp der Vergewaltigung entziehen.

Die Mutter, die die Gewalt gegen die Tochter nicht wahrhaben will, greift nur sporadisch ein, bringt es aber nicht fertig, den brutalen Freund aus dem Haus zu weisen.

Sehr emotional schildert die Autorin die Nöte der kleinen Klara, die sich eine kleine Zuflucht auf dem Heuboden geschaffen hat, dort Trost findet bei einem geliebten Hocker und dem unsichtbaren chinesischen Weisen Wong-Wang, den sie immer herbeirufen kann, wenn sie nicht mehr weiter weiß.

Auch ihre Hoffnung, den gehassten Franz endlich los zu sein, als er zu einer anderen Frau zieht, erweist sich nur kurzfristig als Erlösung: Franz kommt zurück und begnügt sich nun nicht mehr mit der Mutter sondern macht sich auch an die Tochter heran. Um ein Haar endet das ganze in einer Katastrophe.

Mit viel Emotion las die Autorin in Aub aus ihrem Erstlingswerk. Gelegentlich ließ sie fast schon schauspielerisches Talent erkennen, unterstrich ihre Vorlesung mit Mimik und Gestik. Dabei war ihr anzumerken, dass sie das, was sie da vortrug, innerlich selbst tief bewegte.

Bei einigen der Szenen, insbesondere dann, wenn sie um ihren vermissten Vater trauerte, konnte sie selbst die Tränen nicht zurückhalten. Besonders bei diesen Szenen waren die Zuhörer so ergriffen, war es so still, dass man in dem Raum eine Nadel hätte fallen hören können. Ihren Roman hat die Autorin im Alter von 69 Jahren herausgebracht.

Der Roman „Seele Klara" ist in der Buchhandlung am Turm in Ochsenfurt oder bei Hugendubel in Würzburg zu kaufen.

Von unserem Mitarbeiter ALFRED GEHRING
    
    

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