publiziert: 26.01.2012 10:27 Uhr
aktualisiert: 26.01.2012 11:46 Uhr
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Coworking Würzburg feierte ersten Geburtstag

Der Charme einer Studenten-WG mit einem Schuss Atelier-Flair. So könnte man die Atmosphäre im Coworking-Space im Kopfbau der Frankenhalle beschreiben. Ein Jahr ist es nun her, dass der Großstadttrend Coworking nach Würzburg kam. Was die Resonanz angeht „haben wir noch Luft nach oben“, sagt Tilman Hampl, einer der Initiatoren des Projekts. Vielleicht deswegen, weil im kleinen Würzburg der urbane Trend noch nicht sehr bekannt ist.

In Metropolen wie Berlin oder Hamburg ist Coworking (vom englischen co-working: zusammenarbeiten) dagegen schon längst ein Thema. In den sogenannten „Coworking-Spaces“ – größere Räume, in denen Schreibtische und Büroinfrastruktur zur Verfügung stehen – arbeiten meist Freiberufler und Kreative, die für unterschiedliche Firmen oder Projekten tätig sind, zusammen und profitieren so voneinander.

Über das Experiment, den Trend auch in Würzburg zu etablieren, sagt Gerrit van Aaken vom Coworking Würzburg e.V.: „Es ist ein Versuch, Anti-Provinz zu leben.“ Noch sei alles nach wie vor im Entstehen, ergänzt Hampl. „Deshalb kann jeder, der neu dazukommt, noch mitgestalten.“

Das Würzburger Coworking-Modell orientiert sich aber an den Vorbildern in den Metropolen: So ist auch für die Würzburger Coworker die Nutzung der Einrichtung flexibel und unverbindlich möglich. „Als Vollmitglied zahlt man bei uns 100 Euro im Monat und kann den Space dann jederzeit nutzen“, erklärt van Aaken. Es gibt aber auch Tageskarten für zehn Euro.

Rund 20 Mitglieder hat der Verein inzwischen. Sechs von ihnen kommen fast täglich in den Space zum Arbeiten. „Unsere größte Konkurrenz ist das Zuhause“, sagt Hampl. Für ihn selbst sind die eigenen vier Wände jedoch keine geeignete Arbeitsumgebung. „Es fehlt die kollegiale Ansprache, das gegenseitige Helfen und die Arbeitsatmosphäre“, erklärt er. Das alles biete der Coworking-Space.

Regelmäßige Veranstaltungen

Und ein Jahr nach der Gründung von „Coworking Würzburg“ wird immer mehr geboten: Schon immer gab es regelmäßige Veranstaltungen wie den „Webmontag“, bei dem in Kurzvorträgen Themen rund ums Internet behandelt werden. Vor Kurzem wurden Spinde und abschließbare Rollcontainer angeschafft, damit die Coworker ihre Arbeitsmaterialien nicht immer mit nach Hause nehmen müssen. Aktuell wird ein Fotostudio eingerichtet und schon bald will man sich mit anderen Spaces in Deutschland vernetzen, sodass Würzburger Coworker, wenn sie zum Beispiel einen Termin in Berlin haben, in einem dortigen Space arbeiten können.

Die Stadt Würzburg begrüßte das Projekt übrigens von der ersten Sekunde an. Schließlich trage es zur Stadtentwicklung bei und biete Berufseinsteigern und Studienabgängern eine Gelegenheit, zum Arbeiten in der Stadt zu bleiben, heißt es. „Die Stadt von der Idee zu überzeugen, war extrem einfach“, erinnert sich Hampl. Und aktive Unterstützung gab es auch. Unter anderem stellte die Stadt die Frankenhalle zur Verfügung und verlangt nur wenig Miete.

Wie lange allerdings der Bau in der Veitshöchheimer Straße noch als Arbeitsplatz der Coworker dient, ist angesichts der aktuellen Diskussion über das Thema Frankenhalle unklar. „Über uns schwebt drohend das Damoklesschwert der Kündigung“, sagt Hampl. Zwar gehen die Coworker davon aus, noch mindestens ein Jahr in der Frankenhalle arbeiten zu können, die Kündigungsfrist des Mietvertrags ist aber mit drei Monaten recht kurz.

Die Coworker hoffen daher, dass die politischen Mühlen weiterhin langsam mahlen – und dass die Stadt im Falle einer Kündigung wieder hilft. Dann bei der Suche nach alternativen Räumlichkeiten.

Nähere Information im Internet: www.coworking-wuerzburg.de

Von unserem Redaktionsmitglied Benjamin Stahl
    
    

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