aktualisiert: 07.03.2011 17:13 Uhr
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WÜRZBURG
DGB fordert faire Löhne als Maßnahme gegen den Fachkräftemangel
(rtg) Angesichts des drohenden Fachkräftemangels im Handwerk hat der DGB Schweinfurt-Würzburg die Arbeitgeber der Branche aufgefordert, für bessere Arbeitsbedingungen sowie faire Löhne und Ausbildungsvergütungen zu sorgen.
„Wer im Wettbewerb um gut ausgebildete Fachkräfte und engagierten Nachwuchs nicht den Kürzeren ziehen will, darf beim Thema faire Bezahlung nicht so weit hinter andere Branchen zurückfallen, wie es viele Arbeitgeber im Handwerk auch in unserer Region tun“, erklärt DGB-Regionsvorsitzender Frank Firsching.
Im Vergleich mit der Industrie, dem Handel, dem Öffentlichem Dienst und anderen Branchen belege das Handwerk bei den tariflichen Ausbildungsvergütungen mit Abstand den letzten Platz, schreibt der DGB. Positiver Ausreißer im Spitzenbereich seien lediglich die umlagefinanzierten Ausbildungsberufe der Bauwirtschaft. In Westdeutschland bekomme ein Auszubildender im Handwerk pro Monat durchschnittlich 197 Euro weniger als ein Auszubildender in der Industrie oder im Handel. Das zeige eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung.
Übernahme nicht gesichert
Auch die Übernahme sei für die Azubis im Handwerk keineswegs sicher, schreibt der DGB. Rund 40 Prozent der männlichen und sogar rund 50 der weiblichen Auszubildenden würden laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nicht übernommen.
„Die Übernahmechancen im Handwerk sind mehr als ungewiss“, kritisiert Firsching. Und selbst nach einer Übernahme hätten Arbeitnehmer im Handwerk gegenüber anderen Ausbildungsberufen beim Lohn oft das Nachsehen. Die handwerklichen Berufe liegen laut Firsching bei der Bezahlung eher unter dem deutschen Durchschnitt, die klassischen industriellen Fachkräfteberufe darüber. Das habe der aktuelle Nationale Bildungsbericht festgestellt.
Weniger Interesse
Erst kürzlich hatte der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bei einer Bundestagsanhörung erklärt, im Handwerk sei das Thema Fachkräftemangel „aktuell“ und gut qualifizierte Schulabgänger hätten „immer weniger Interesse“ an einer Tätigkeit im Handwerk. Gegensteuern will das Handwerk mit einer breit angelegten, teuren Imagekampagne. DGB Regionschef Firsching: „Das Geld wäre besser angelegt, würden wieder mehr Handwerksbetriebe nach Tarif bezahlen.“
„Wenn der ZDH dieses Interesse bei jungen Menschen wieder wecken will, sollte er sich gemeinsam mit den Handwerkskammern vor Ort dafür einsetzen, dass möglichst alle Innungen und Handwerksverbände wieder Tarifverträge mit den DGB Gewerkschaften abschließen, die faire Löhne und Ausbildungsvergütungen garantieren“, fordert DGB Organisationssekretär Norbert Zirnsak, zuständig für Handwerkspolitik. Denn heute würden sich viele Innungen dieser Verpflichtung entziehen und Handwerksbetrieben sogar Mitgliedschaften „ohne Tarifbindung“ anbieten.
Arbeitsplatz bewerten
Die DGB Region Schweinfurt- Würzburg setzt sich mit der Initiative „Handwerk: gute Arbeit, fairer Lohn“ für bessere Arbeitsbedingungen und faire Einkommen im Handwerk ein. Handwerker können im Internet in einem kurzen Fragebogen ihren Arbeitsplatz bewerten und prüfen, wie es um die Arbeitsbedingungen bestellt ist.
Umfrage und Auswertung: www.gute-arbeit-fairer-lohn.de

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