publiziert: 08.02.2012 14:28 Uhr
aktualisiert: 08.02.2012 19:16 Uhr
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Demonstration gegen ACTA

Piratenpartei ruft am Samstag zu Protest gegen Anti-Piraterie-Abkommen
  • Handelsabkommen ACTA Ein Demonstrant mit Guy-Fawkes-Maske gehört zu den Teilnehmern einer Demonstration gegen das Handelsabkommen ACTA in Stockholm. Foto: Fredrik Persson
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Glaubt man den Zahlen in Facebook, wird an diesem Samstag, 11. Februar, in Würzburg nichts stillstehen. Ab 15 Uhr sollen vom Hauptbahnhof aus über 1300 Demonstranten durch die Innenstadt ziehen, ebenso viele wissen noch nicht so genau, ob sie dabei sein können.

Freilich sind Facebook-Zusagen nicht verbindlich – doch das gezeigte Interesse lässt aufhorchen. Grund der Demonstration ist das internationale Handelsabkommen ACTA - „Anti-Counterfeiting Trade Agreement“. Gegen Fälschungen wolle man damit vorgehen Gemeint sind damit Produktpiraterien und Urheberrechtsverletzungen.

Aufgerufen zu der Demonstration hat die Piratenpartei. Am Samstag sollen in 48 deutschen Städten Menschen dagegen demonstrieren. Unter anderem mit Facebook wirbt man für die Aktion. Die Partei befürchtet einen krassen Einschnitt, vor allem in die Internetfreiheit.

Bereits jetzt würden Anwälte mit fragwürdigen Methoden massenhaft Abmahnungen für Internetnutzer verschicken. „Dieser Trend würde sich mit ACTA noch verschärfen“, ist in einer Pressemitteilung der unterfränkischen Piraten zu lesen. Ebenso wird dort der Vorwurf der Zensur und des Einschnitts in fundamentale Bürgerrechte durch die Vereinbarung laut.

Auch die medizinische Nothilfeorganisation Ärzte ohne Grenzen sprach sich bereits gegen das Abkommen aus. So genannte Generika, kostengünstigere Kopien von Markenmedikamenten, würden mit dem Gesetz der Garaus gemacht. Die Mediziner verteilen viele dieser Mittel in der dritten Welt und in Katastrophengebieten.

Ebenso sehen Piraten und Ärzte ohne Grenzen die Entstehung von ACTA kritisch. Vor verschlossenen Türen hätten die beteiligten Regierungen mit Teilen der Industrie am Abkommen gestrickt und die Öffentlichkeit bewusst ausgeschlossen: „Denn die Unterhaltungsindustrie befürchtet zurecht, dass sich ACTA ansonsten nicht durchsetzen lässt“, so die Piratenpartei Unterfranken.

Der Anti-Piraterie-Vertrag wurde zwischen 2008 und 2011 von EU, den USA und elf weiteren Ländern mit Interessenvertretern ausgehandelt und wartet nun auf die Unterschrift der Parlamente. Polen, Tschechien und die Slowakei haben kürzlich wegen breiten Protesten aus der Bevölkerung die Ratifizierung vorerst ausgesetzt.

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»Alle 28 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

0etzi (5 Kommentare) am 10.02.2012 14:28

Zahlen Europaweit

Facebookzusagen Europaweit

Ich würde sagen, It's Party Time am Samstag.
(0)
0etzi (5 Kommentare) am 10.02.2012 14:23

Aktualisierung der Zusagen auf Facebook

Nicht 1300 sondern 2153 Zusagen sind es aktuell und die Zahl steigt weiterhin an.
(0)
riskassessment (609 Kommentare) am 10.02.2012 00:41

Desweiteren...

dass das Urheberrecht, wohlgemerkt das Urheberrecht, endlich modernen Anforderungen angepasst wird ist längst überfällig. Aber eine Zensurstruktur und -infrastruktur rechtlich zu verankern und sie als Werkzeug, exekutiv!, Privatunternehmen willfährigst zu überlassen, jaja "konservative" Politik. Wo sie doch alle nun sogar Internet haben in den C*-Parteien und leider keinen blassen Schimmer... Apropos Internet: wird aus Machterheltungsgründen der bay. Einheitspartei nicht in der Fläche "Bayerns" ausgebaut, LOL. "Noja, später gibts don aine Äb mit Kanzel und Misthaufen, yohehehe."
(1)
der bürger (1259 Kommentare) am 09.02.2012 21:21

Mit Rattenfängermethoden versucht eine Möchte-Gern Partei...

Leichtmatrosen zu "shanghaien"...(ist man übrigens , wenn man gegen ACTA ist auch für das BGE - das bedingungslose Grundeinkommen - oder für den freien Verkauf von Cannabisprodukten ...wie das alles die Piraten propagieren.)

Das erinnert mich an die Latzhosen der 70er Jahre, die jedem den grausamen Strahlentod (durch Kraftwerke oder Raketen) prophezeiten, der nicht Grün wählt...

Ich befürchte, ihr Taschengeld-Helden habt nichts kapiert.... kleines Beispiel GENERIKA.

Von was wollt ihr denn zukünftig Generika herstellen, wenn die Pharmaindustrie mangels Markenschutz null in Forschung inverstiert... zwinkern

Tja da hilft auch das kleine Latrinum nicht weiter zwinkern

Aber macht nur, schaden kanns nicht... grinsen grinsen grinsen
(1)
riskassessment (609 Kommentare) am 10.02.2012 00:29

Soso...

sind doch ingesamt sinnvolle Forderungen der Piraten. Sie sind jedenfalls seriöser als irgendwelche "bayerischen" Splitterparteien. Und Demokratie bedeutet eben Meinungspluralimus, auch wenn das in "Bayern" noch nicht angekommen ist. Der Herr "Bürger" - per se - LOL, wünscht sich geradezu die Kontrolle seines Internet-Traffics durch Privatunternehmen...viel Spaß dabei... Und ja, die Pharmaindustrie wird aufgrund des freien Internets natürlich fraglos bettelarm?! Logik? Konsistenz?
(1)
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