publiziert: 03.02.2012 18:17 Uhr
aktualisiert: 03.02.2012 18:33 Uhr
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Der Winter lässt die Menschen kalt

Keine ernsthaften Probleme trotz zweistelliger Minusgrade in Würzburg
  • Kalt und feucht ist viel schlimmer: Mit dicker Jacke, Mütze und Schal ist die sonnige Kälte eine Zeit lang auszuhalten.
    Foto: Thomas Obermeier
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Freitagmittag, elf Uhr. Der Untere Markt ist in eine schattige und eine sonnige Hälfte geteilt. Im Schatten zeigt das digitale Thermometer am Rudi-May Haus immer noch zehn Grad unter Null. Die Stadt ist fest im Griff der „sibirischen Kälte“.

Die Konsequenzen sind spürbar. Der „grüne Markt“ fällt vorläufig aus. Die Stände werden normalerweise früh ab sechs Uhr aufgebaut, so der städtische Markt-Chef Alexander Hofmann. Da hat es jetzt 15 Grad Minus. Bei diesen Temperaturen erfriert die Ware. Wenn sie zum Schutz vor der Kälte dick abgedeckt ist, kauft sie niemand. Deshalb ist es den Marktkaufleuten freigestellt, ob sie unter solchen Bedingungen kommen. Es ist ohnehin ein Knochenjob stundenlang in eisiger Kälte zu stehen. Von den festen Marktständen, die Blumen und Gemüse verkaufen, sind zwei geschlossen. Einer hat um seine Auslagen Plastikzelte gebaut.

Pech hat auch der französische Spezialitätenmarkt. Nur der Mann aus dem Elsass, der Flammkuchen verkauft kann neben seinem warmen Ofen stehen.

Trockene Kälte

Wer früh um sechs bei Dunkelheit und Kälte auf der Matte stehen muss, sind die Stadtreiniger. Richard Busch verrät aber, dass es dafür spezielle Kleidung gibt, da wird dann schon einmal eine Lage mehr drunter gezogen. Die trockene Kälte sei schon in Ordnung, wenn sie nicht zu lange dauert. Feuchte Kälte ist viel schlimmer.

Auf den meisten Baustellen in der Region ist Ruhe eingekehrt. Manfred Dallner, Geschäftsführer bei der Bauinnung Würzburg sagt, bei den Temperaturen kann draußen nicht mehr vernünftig gearbeitet werden. Beton ist nicht zu verarbeiten.

Nach vielen Wochen lauem Winter kommen Gärtner mit der Frostperiode erst in Wallung. Gottfried Röll vom Service-Telefon der Landesanstalt für Wein und Gartenbau in Veitshöchheim registriert vor allem Fragen zum Baumschnitt. Unter fünf Grad Minus sollte man Obstbäume nicht schneiden. Und auch sonst gibt es ein paar Tipps. Was der Frost in der Natur anrichtet, weiß man ohnehin erst in acht Wochen.

Problemlos sind die zweistelligen Minusgrade am Campingplatz „Kalte Quelle“ in Heidingsfeld. Dort überwintern etwa 30 Menschen, sagt Platzbetreiber Stefan Schmitt. Das sind hauptsächlich Studenten, Lokführer, auch ein Ingenieur. Die modernen Wohnwagen seien heute leichter warm zu halten als manche Wohnung, so Schmitt. Die Sozialräume seien gut geheizt.

Der Einzelhandel freut sich sogar über den Winter. Jetzt geht die Winterware doch noch über den Ladentisch – wenn auch zu stark reduzierten Preisen. Und häufig kann man beobachten, dass Kopfbedeckungen nach dem Kauf sofort benutzt werden.

Wenn die Technik versagt

Ganz schlecht ist allerdings, wenn in diesen kalten Tagen die Heizung versagt. Das gilt für den privaten wie für den öffentlichen Bereich. So ist in der Uni-Bibliothek für Wirtschaftswissenschaften am Sanderring seit Anfang der Woche die Heizung defekt, wie Pressesprecher Gunnar Bartsch bestätigt. Im Lesesaal hatte es nur 16 Grad, weshalb die Nutzer ihre Jacken gleich anbehielten. Nur der Raum für Zeitschriften und Magazine war warm – für alle Nutzer aber viel zu klein.

Ein Problem hatten auch die Stadtwerke. Ausgerechnet jetzt gab es eine Panne bei der Fernwärme. Nach Auskunft von Pressesprecherin Christina Kessler ist am Freitagmorgen im Heizkraftwerk an der Friedensbrücke ein wichtiger Wärmetauscher ausgefallen. Deshalb gab es ab 5.30 Uhr teilweise Probleme mit Heizung und Warmwasser. Das Problem ist inzwischen aber wohl behoben.

Minusgrade lassen wie üblich bei den Energie-Versorgern die Kassen klingeln. So wird es auch in diesen Tagen sein. So lag beim Gas mit 1,5 Millionen Kubikmetern Abnahme am Freitag der Schnitt um ein Drittel höher als im eher lauen Januar.

Von unserem Redaktionsmitgleid

Richard Wust

    
    

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Die neuesten Kommentare

Hingucker (1481 Kommentare) am 07.02.2012 18:21

und Dieselfahrzeuge stehen

hat man an den Tankstellen sich auch auf Winterdiesel umgestellt, oder hat man den Frostschutz vergessen? Ich dachte immer er ist wintertauglich, so bis minus 22-24 Grad? Am Wochenende war auch keine Hilfe vom ADAC zu erwarten. Hat man da vielleicht den Zusatz vergessen?
(0)
reutjo (1660 Kommentare) am 03.02.2012 20:19

Sonnenseite.... / .... Schattenseite auf den "Unteren Markt WÜ"

Der Untere Markt ist in eine schattige und eine sonnige Hälfte geteilt. Im Schatten zeigt das digitale Thermometer am Rudi-May Haus immer noch zehn Grad unter Null.

Früher schien auf den Unteren Markt immer die Sonne; wenn sie schien !!!
Als das "Petrini-Haus" noch rudimentär war.. ; im Sommer UND im Wingter :.)

"Rudi-May-Haus" ?? ja wo ist denn das..... das lese und höre ich echt zum
ersten Mal !?? Es wird doch nit das "Forum" sein ?
(1)
lodi (104 Kommentare) am 04.02.2012 08:57

Thermometer

Soviele Thermometer gibts da ja wohl nicht. Kann ja wohl nur das Haus mit dem Durchgang sein: die Stolperfalle Würzburgs!
(0)
FlyByNight (238 Kommentare) am 04.02.2012 07:19

Zustimmung

Rudi Mai hab ich auf der Stadtführung nicht gehört. Worin "hat der gemacht"?
Welches Haus ist das? Ich überlege grad: Marienkapelle, Falkenhaus, Castell-Bank, ... ich komm nicht drauf.
Ist Mai dort geboren? Ist da eine Gedenktafel? Was war sein Wirken? Musik? Medizin? Uni? Forscher? Künstler, Lehrer von Neumann?
Google weiß alles!
(0)
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