publiziert: 23.09.2011 16:01 Uhr
aktualisiert: 23.09.2011 16:03 Uhr
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Ehemalige Synagogen (k)ein Ort des Erinnerns

Stimmen zur fragwürdigen Hühnerstall-Nutzung in Rimpar
  • Erklärungsbedarf: Rimpars Bürgermeister Burkhard Losert begründet die Nutzung der ehemaligen Synagoge als Hühnerstall.
    Foto: Franziska Lang
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Die ehemalige Synagoge in Rimpar wird als Hühnerstall genutzt. Das ist eine Tatsache. Warum man das aber ausgerechnet den israelischen Gästen aus dem Partnerlandkreis Mate Yehuda zeigen musste, sorgte nicht nur bei den Israelis für Kopfschütteln. Eine Reihe von Missverständnissen seitens des Landratsamtes führte zu dem umstrittenen Programmpunkt. Bürgermeister Burkard Losert hielt sich nach seinen Worten nur an die Anweisungen aus dem Landratsamt.

Losert betont, dass er „keinesfalls provozieren wollte“. Nach seinem Empfinden waren die Israelis nicht bestürzt über die fragwürdige Nutzung der alten Synagoge, nachdem er ihnen erklärte, wie es zum jetzigen Zustand kam. Bis nämlich die Gemeinde die Synagoge aufkaufen kann, wird sie von einem Privatmann als Hühnerstall benutzt, um so einen Abriss zu verhindern.

Rivka Shahaf-Scherpf, die als Dolmetscherin die Gruppe begleitete, äußerte sich ähnlich über die Reaktion der Israelis, allerdings hätte es genügt, wenn man die alte Synagoge nur von außen gezeigt hätte. Auch die Nutzung als Hühnerstall sieht sie kritisch: Es gehöre sich nicht, einen ehemaligen Gebetsraum, egal ob Synagoge, Moschee oder Kirche, auf eine solche Weise zu entwürdigen.

Als Ort der Erinnerung und Beweis für früheres jüdisches Leben sollen die ehemaligen Synagogen erhalten werden, auch wenn sie wegen der Schändungen aus der NS-Zeit nicht mehr als Gebetsraum genutzt werden können, so Shahaf-Scherpf. Das hergerichtete und gut erhaltene Judenviertel in Gaukönigshofen mit der Synagoge als Gedenkstätte hat den israelischen Gästen daher sehr gut gefallen.

Schuld an der Misere in Rimpar ist unter anderem das fehlende Geld. Bis zu zwei Millionen Euro kostet eine Sanierung. Viel Geld, das nach den Kommentaren mancher Internet-User auch sinnvoller eingesetzt werden kann, als für eine Synagoge, „die keiner mehr braucht“. Dringender sei beispielsweise die Sanierung des Kinderhorts. Ein anderer User appelliert an den Anstand des Besitzers, für einen symbolischen Preis die Synagoge der Gemeinde zur Verfügung zu stellen. Laut Losert zeigt sich der Besitzer aber „durchaus kooperativ“, was einen möglichen Verkauf seines Anwesens angeht.

Losert wird „nichts unversucht lassen“, weiterhin nach finanzieller Unterstützung zu suchen, auch wenn er dabei schon einige Rückschläge einstecken musste. Hoffnung setzt er vor allem in die Gründung eines Fördervereins.

Der Besuch der Israelis im Landkreis bleibt aber dennoch bei allen Beteiligten in guter Erinnerung. Überall sei man von netten Menschen herzlich empfangen worden, stellt Shahaf-Scherpf ausdrücklich hervor. Man begegne hier nicht mehr dem Deutschland aus der NS-Zeit. Auch gab es schon Anfragen von jungen Leuten, die künftig an den Jugendaustauschprogrammen, die seit Jahren mit Mate Yehuda durchgeführt werden, teilnehmen wollen.

Von unserer Mitarbeiterin Franziska Lang
    
    

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Die neuesten Kommentare

tomyzf (18 Kommentare) am 23.09.2011 22:38

Na Hauptsache,

den Hühnern geht es gut, dass ist doch viel wichtiger. grinsen zwinkern grinsen zwinkern
(0)
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