aktualisiert: 10.07.2011 17:39 Uhr
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GIEBELSTADT
Ein Hauch von Jeanne d'Arc
Beim lauen Sommerabend fetzt die Aufführung des Florian Geyer im Freilichttheater Giebelstadt über die Bühne
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Wird bald in den Krieg ziehen: Geyers Mitstreiter Georg Metzler (Christian Grimm) will seine geschändete Tochter rächen.
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Eine Liebesgeschichte beginnt: Florian Geyer (Oliver Tell) begegnet seiner Katharina (Diana Hufnagel).
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Ein bisschen wie Jeanne d'Arc: Katharine rüstet sich zum Kampf.Fotos (3): Helmut Rienecker
Schwertkämpfe, Morde, schnelle Reiter und sogar Kutschen, die in halsbrecherischem Tempo über die Bühne rasen – die rasante Action auf der Bühne ist das, was die Florian Geyer Spiele in Giebelstadt offensichtlich von anderen Festspielen unterscheidet. Daneben spielen natürlich auch pyrotechnische Effekte und das Feuer eine tragende Rolle bei der Geschichte des fränkischen Rebells, die jedes Jahr mit über 100 Laiendarstellern neu inszeniert wird.
Perfekte Organisation
Schon kurz nach dem beim Eintreffen in Giebelstadt merkt man, dass hier über 30 Jahre Festspieltradition die Sache perfektioniert haben. Feuerwehrleute weisen die Autofahrer zu den Parkplätzen, die Wege zum Festspielgelände sind deutlich ausgeschildert. Auf einem freien Platz vor dem Veranstaltungsort sind zahlreiche Buden aufgebaut. Hier können sich die Gäste mit allen erdenklichen Getränken, Bratwürsten, Lachsschnittchen und noch viel mehr eindecken.
Obwohl hier vor und nach der Vorstellung sowie in der 20-minütigen Pause bis zu 700 Personen bewirtet werden, bleiben die Schlangen vor den Ständen erfreulich kurz. Dafür sorgen die zahlenmäßig großzügig bemessenen und engagierten Helfer hinter den Theken.
Großzügig bemessen ist in Giebelstadt auch die Bühne, auf die alle Gäste, dank der an einen Hang gebauten Sitzreihen von allen Plätzen einen guten Blick haben.
Die Geschichte
Das Spektakel in sieben Akten beginnt. Die Bauern im Land werden von ihren Lehnsherren und dem Klerus gequält und ausgebeutet. Hauptpersonen sind der machtgierige Fürstbischof Conrad von Thüngen aus Würzburg, Wilhelm von Grumbach, der mit seiner Person das Böse schlechthin verkörpert, Götz von Berlichtingen, der Ritter mit der eisernen Hand, der Vogt und noch viele mehr.
Auf der Seite der Guten finden sich neben Florian Geyer auch Georg Metzler und Lorenz von Hutten. Eine fragwürdige, jedoch im wahrsten Sinne des Wortes auch eine „Schlüsselfigur“ spielt bei den Intrigen und Verrätereien der Jude Schmuel. Er taucht mal hier mal da auf, immer mit Informationen und dem Wunsch nach „Geschenken“. Eine andere Figur, die in vielen Szenen erscheint, ist der alte, fast taube und senile Wolfgang von Bruneck, genannt Brunecker,. In der ganzen, meist von Gewalt und Terror beherrschten Handlung schafft er es, die Zuschauer des öfteren zum Lachen zu bringen.
Doch unerbittlich nimmt die Geschichte ihren Lauf. Es kommt zum Aufstand der Bauern und zum Krieg der in dem Angriff auf die Feste Marienberg in Würzburg gipfelt.
Aber auch für die Liebe findet sich neben den Kämpfen noch Zeit. Der Geyer rettet und findet seine Katharina und die wirft sich sogleich in die Rüstung, um bei dem Kampf für die Freiheit mitzutun. Doch die Sache der Gerechten findet kein gutes Ende. Die Übermacht des Bischofs zerschlägt die Bauernheere und vernichtet ihre Anführer. Lediglich das Schicksal von Florian und Katharina bleibt ungewiss. Ganz als ob die Geschichte irgendwann mit einem zweiten Teil fortgesetzt würde.
Was sie natürlich nicht wird. Denn auch noch die nächsten zwei Freitage und Samstage wird Florian Geyer in Giebelstadt um 20.30 Uhr wieder gegen die Übermächtigen ankämpfen. Hoffentlich ist das Wetter dann auch genauso angenehm wie bei der Premiere.
ONLINE-TIPP
Viele Bilder finden Sie unter wuerzburg.mainpost.de

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