publiziert: 08.02.2012 17:23 Uhr
aktualisiert: 08.02.2012 17:29 Uhr
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Ein Hospiz neben dem Dorfladen?

Neue Leinacher Ortsmitte: Geänderten Planung – Gemeinde plant endgültig ohne die VR-Bank

Definitiv ohne Beteiligung der VR-Bank Würzburg wird die Gemeinde die Entwicklung der neuen Ortsmitte zwischen dem oberen und unteren Leinach gegenüber der Grundschule vorantreiben. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat die ersten Aufträge für den geplanten Dorfladen vergeben.

Laut Bürgermeister Uwe Klüpfel hat die VR-Bank den Ausstieg als Partner einer neuen Ortsmitte schriftlich bestätigt.

Entgegen der ursprünglichen Planung soll der Baukörper des Dorfladens nun nur noch einen Meter nach Norden verschoben werden. Zur Einhaltung der Abstandsflächen zu den benachbarten Grundstücken bei Bebauung mit Dorfladen und Bankfiliale war der Baukörper zunächst 2,50 Meter nach Norden verschoben worden. Ein Anlieger hatte seine Zustimmung zu der Planung wegen nicht eingehaltener Abstandflächen verweigert.

Nach dem Ausstieg der VR-Bank soll der Dorfladen innerhalb des Areals so platziert werden, dass eine optimale Nutzung möglich ist. Was mit der verbleibenden, rund 400 Quadratmeter großen Freifläche neben dem Dorfladen geschehen soll, steht in den Sternen. Laut Klüpfel zeigen die in Zell ansässigen Betreiber des privaten Pflegeheimes Aurelia Interesse. Dort könnte ein Hospiz oder eine andere Senioreneinrichtung entstehen.

Die Genehmigung durch das Landratsamt zur erneut geänderten Planung für den Dorfladen soll unter Beteiligung von Landrat Eberhard Nuß innerhalb einer Woche vorliegen, versicherte Klüpfel. Trotz eines noch notwendigen Umlegungsverfahrens könnte nach Einschätzung des Ortsoberhaupts in acht Wochen Baubeginn sein. Mit der Umlegung beauftragte der Gemeinderat das Vermessungsamt Würzburg.

Umlegungsverfahren

Das Umlegungsverfahren ist notwendig, weil von den 20 Flurstücken lediglich 17 von der Gemeinde erworben werden konnten. Die restlichen drei Grundstücke befinden sich nach Klüpfels Aussage im Besitz zweier Eigentümer. Mit denen konnte bisher keine Einigung getroffen werden. Eine Lösung soll das in solchen Fällen gängige Umlegungsverfahren bringen, erklärte Klüpfel. Das laufende Verfahren habe keinen Einfluss auf den Baubeginn, so das Ortsoberhaupt auf eine Anfrage aus dem Gemeinderat.

Auftragsvergabe

Bei der Vergabe der Rohbauarbeiten verzichtet der Gemeinderat auf ein Gründach. Die Einsparung von 5000 Euro ergibt sich durch reduzierte statische Anforderungen an die Grundkonstruktion. Statt dessen soll auf der Dachfläche Photovoltaikanlage installiert werden. Eine Entscheidung wurde aber noch nicht getroffen. Neben der Vergabe der Gewerke für den Rohbau (123 000 Euro), Flachdach-Isolierung (34 000 Euro) und Dach-Trapezblech (16 000 Euro) erteilte der Gemeinderat auch die Aufträge für Gerüstbau (4500 Euro), Zementestrich (12 000 Euro), Fenster- und Eingangselemente (19 000 Euro) sowie Wärmedämmung (24 000 Euro).

In der Rückkehr der VR-Bank an den ursprünglich geplanten Standort einer neuen Filiale unmittelbar neben dem Rathaus sieht VR-Vorstandsmitglied Joachim Erhard „die Möglichkeit einer Erweiterung der beabsichtigten Dienstleistungsachse aus Bankfiliale, Rathaus und neuen Ortsmitte – mit allem was dort künftig entstehen kann“. Den späten Zeitpunkt des Ausstiegs bezeichnete Erhard als „Summe von veränderten Rahmenbedingungen während der letzten beiden Jahre“.

Bankgebäude neben Rathaus

Das Grundstück am Rathaus befindet sich seit vielen Jahren im Besitz der Bank. Die Architekten seien derzeit mit der Planung für den Neubau beschäftigt, erklärte Erhard. Trotz der Neuplanung soll laut Erhard die neue Filiale im Spätjahr 2012 eröffnet werden. Der Neubau soll als reines Bankgebäude, ohne anderweitige zusätzliche Nutzung, neben dem Rathaus entstehen. Zudem möchte Erhard „die Investition in den Neubau als Zeichen für die Gemeinde und die Kunden in Leinach verstanden wissen“.

Von unserem Mitarbeiter Herbert Ehehalt
    
    

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