aktualisiert: 14.06.2011 16:13 Uhr
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ZELL
Empörung in der Zeller Chefetage
Streit um das Anwesen Judenhof 1: Bürgermeisterin Feuerbach und Stellvertreter Antretter weisen Vorwürfe zurück
Bürgermeisterin Anita Feuerbach und ihre Stellvertreter sind über die massiven Vorwürfe in dem Artikel „Verkauf im Judenhof ein fatales Signal“ empört. Bei einem Gespräch im Zeller Rathaus keilten sie zurück. Falsche Anschuldigungen ließen die Gemeinde in ein schlechtes Licht geraten. Ihren Kritikern werfen sie eine „sentimentale und geschönte Vorstellung“ von diesem Anwesen vor.
In dem Anwesen Judenhof 1 lebte einst die jüdische Familie von Mendel Rosenbaum. Wie es in einer Stellungnahme der Gemeinde heißt, wurde das Gebäude 220 Jahre profan-christlich, 80 Jahre profan-jüdisch und auf 100 Jahre bürgerlich genutzt. Es sei eines von rund 70 Privathäusern in Zell, die auf der Denkmalschutzliste stehen.
Vor wenigen Wochen hatte der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen, die zum Anwesen gehörende Laubhütte und die Garage aus dem Grundstück herauszutrennen und das Wohnhaus zu verkaufen. Die Laubhütte will die Gemeinde wegen derer Geschichtsträchtigkeit zu einer Informationsstätte ausbauen. Dieses profan-jüdische Denkmal sei – im Gegensatz zum Hauptgebäude – wegen seines „überregionalen Alleinstellungsmerkmals von großer kulturhistorischer Bedeutung“, so Bürgermeisterin Anita Feuerbach und ihr Stellvertreter Lenz Antretter.
Für den Bürger Norbert Herrmann und den „Freundeskreis der Zeller Laubhütte“ um Annette Taigel ist das zu wenig. Sie haben deshalb in dem genannten Artikel der Bürgermeisterin und der Mehrheit des Gemeinderates „Kulturlosigkeit und mangelndes Geschichtsbewusstsein“ vorgeworfen.
„Wir sind über diese massiven Vorwürfe entrüstet“, sagte Feuerbach. Für den zweiten Bürgermeister Lenz Antretter ist das „eine Beleidigung des Gemeinderats“. Die Argumente „dieser Minderheit“ entbehrten jeglicher Grundlage. Man habe verantwortungsbewusst gehandelt. „Deshalb trifft uns dieser Vorwurf“, so Antretter.
Das Haus sei vermutlich das am besten untersuchte Gebäude in Zell. Für restauratorische, statische und archäologische Befunduntersuchungen habe die Gemeinde bisher rund 17 000 Euro ausgegeben, heißt es in einer Stellungnahme weiter. Das gesamte Anwesen (Haupthaus und Nebengebäude) sei 2007 von der Gemeinde gekauft worden, weil die Experten der ersten Stunde bedeutende Judaika – zum Beispiel eine Mikwe – dort vermutet hätten.
Bei den Untersuchungen seien nicht einmal unbedeutende Dinge gefunden worden, auch keine Mikwe. „Das heißt, es gibt nichts Besonderes anzuschauen und nichts auszustellen.“ Diese Einschätzung durch den Gemeinderat stütze sich auf Gutachten überörtlicher Experten wie das Landesamt für Denkmalpflege, die Landesstelle für nicht-staatliche, auch jüdische Museen sowie Restauratoren und Bauforscher. Sie alle hätten der Gemeinde von einer musealen oder ähnlichen Nutzung abgeraten.
Unter diesen Umständen habe es die überwältigende Mehrheit des Gemeinderats für unverantwortlich gehalten, das Haus weiterhin für viel Geld zu unterhalten oder gar für noch mehr Geld zu renovieren. Gegen diese Entscheidung votierte die Fraktion der Zeller Mitte.
Bürgermeisterin Feuerbach und ihr Stellvertreter Antretter widersprechen der Auffassung, dass das Wohnhaus von großer historischer Bedeutung sei. „Eine sentimentale, geschönte Vorstellung von dem Haus Judenhof 1 hilft uns nicht weiter.“ Wer von der Vergangenheit ein falsches Bild habe, dem dürfe man die Zukunft nicht anvertrauen.
Auch die Gemeinderäte der Zeller Mitte bekamen ihr Fett weg. Sie hätten häufig unrealistische Wünsche und Forderungen, die ein verantwortungsbewusstes Gremium nicht erfüllen könne, meint Antretter.
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Die neuesten Kommentare
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lujah (38 Kommentare) am 15.06.2011 09:48
Was erlaubenGideon Zoryiku in seinem "Bericht" zu schreiben von "Zeller Rathaus keilt zurück" oder "Gemeinderäte der Zeller Mitte bekamen ihr Fett weg". Tritt der Schreiberling hier in die Tradition des "alten Fritz", der mit seinen Beiträgen Pfeffer ins Dorf brachte und dem Zeller Ansehen beträchtlich geschadet hat? |
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