publiziert: 12.02.2012 17:37 Uhr
aktualisiert: 12.02.2012 17:39 Uhr
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Es war einmal...

Wiederbelebung: Ulrike Geiger-Kollroß plant Sanierung und Neueröffnung der ehemaligen Ausflugsgaststätte „Feineis“ in den Veitshöchheimer Weinbergen

  • Exponierte Lage: Die Gaststätte „Feineis“ aus der Vogelperspektive. Das Bild entstand im Jahre 1957.
    Foto: Gemeindearchiv Veitshöchheim
  • Versteckt: Das Areal der ehemaligen Ausflugsgaststätte Feineis liegt am Ende des Oberen Talbergwegs in Veitshöchheim. Die Zufahrt ist nur für Anliefern erlaubt und soll zudem als Rettungsweg dienen.
    Foto: Dieter Gürz
  • Traumlage: Diese Ansicht ist von der Veitshöchheimer Winterleite aus zu sehen. Der rote Pfeil markiert den Standort des ehemaligen Lokals. Direkt unterhalb sind die Gebäude der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau.
    Foto: Dieter Gürz
  • Panoramablick: Hoch über dem Maintal befindet sich in den Veitshöchheime Weinbergen die ehemalige Ausflugsgaststätte „Feineis“. Ulrike Geiger-Kollroß will die mittlerweile desolate Anlage sanieren und wieder beleben.
    Foto: Dieter Gürz
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Ein Blick ins Maintal, dazu Schoppen, Brotzeit oder Bratwürste mit Kraut – das war einmal, könnte aber durchaus wieder Realität werden. Denn es war schon einmal so in den Veitshöchheimer Weinbergen, und zwar etwa ab 1930 bis 1975. Damals zog die Ausflugsgaststätte „Waldhaus am Sonnenschein“ fast 50 Jahre lang Wanderer und Schoppenfetzer an. Mitte der 70er wurde die Traditionseinrichtung geschlossen. Jetzt gibt es wieder Hoffnung, dass es so werden könnte wie einst: Die neue Besitzerin Ulrike Geiger-Kollroß will das ehemals charmante Häuschen nicht dem weiteren Verfall preisgeben, es sanieren und die Tradition an dieser exponierten Stelle wieder aufleben lassen.

Private Erschließung

Zu diesem Zweck reichte Geiger-Kollroß eine Bauanfrage ein, über die jüngst im Hauptausschuss beraten wurde. Dessen Mitglieder waren von diesem Projekt durchaus angetan und stimmten mit 8:3 zu. Weil es sich um ein Bestandsgebäude handelt, so die Begründung, liege keine unmittelbare Beeinträchtigung gegenüber der Ausweisung des Grundstücks als „Weinberg/Grünfläche“ im Flächennutzungsplan vor, hieß es. Für die notwendigen Erschließungsmaßnahmen müssten allerdings alle anfallenden Kosten vom Bauherrn getragen und die notwendigen Leitungen – Kanal, Trink- und Löschwasser sowie Strom - Kanal, privat verlegt werden (weitere Einzelheiten siehe Info-Kasten).

Das zierliche Holzhaus mit verzierter seitlicher Laube und Keller – errichtet und bis 1963 von Josef Feineis und von 1963 bis 1975 von Richard Geiger betrieben - will die neue Besitzerin Ulrike Geiger-Kollroß nicht dem weiteren Verfall preisgeben. Weil dringende Sanierungsarbeiten an der Fassade des Gebäudes _ unter anderem Bruchstein-Massivkernmauerwerk mit preußischer Kappendecke - und dem Dach anstehen, erscheint ihr eine Revitalisierung der seit 37 Jahren leer stehenden Gaststätte mit 39 Sitzplätzen als zwingende und einzig Chance.

Geplant ist eine hauptsächliche Nutzung in den Frühlings-, Sommer und Herbstmonaten mit Schwerpunkt von Freitag bis Sonntag, nach Bedarf auch ganzjährig, beispielsweise durch örtliche Winzer und Vereine mit Außenbewirtung bis maximal 22 Uhr. Anbieten will die Thüngersheimer Winzertochter eine regionale kalte und warme Küche.

Die Traditionsgaststätte mit Anknüpfung an die Heckenwirschaftskultur und den Sommerfrischlergeist der 20er und 30er Jahre soll den mittlerweile sehr gut angenommenen Weinlehrpfad-Rundkurs der Gemeinde ergänzen und bereichern. Für Stellplätze steht eigener Grund zur Verfügung, über den auch der Zugang zur Gaststätte möglich wird. Genutzt werden sollen zudem Außenterrassen mit rund 50 Plätzen.

Sieben Parkplätze

Sehr aufwendig wird die Erschließung. So sollen am Fuß des Weinbergs unterhalb des Ausflugslokals nach der ersten Tafel des Weinlehrpfads sieben Parkplätze im Anschluss an die von der Gemeinde bereits geschaffenen Stellplätze ergänzen. Die Zufahrt über den öffentlichen Weinbergsweg „Oberer Talbergweg“ mit Wendemöglichkeit am Gaststätten-Grundstück soll nur für Anlieferung, Behinderte und als Rettungsweg ermöglicht werden.

Stimmen aus dem Veitshöchheimer Gemeinderat

Recht angetan war die Mehrheit des Hauptausschusses, dass die Tradition der ehemaligen Gaststätte „Feineis“ in den Veitshöchheimer Weinbergen wieder aufleben soll.

Rainer Kinzkofer (Bürgermeister) wies in der Diskussion darauf hin, dass die Erschließung für den Bauherrn sehr aufwendig, aber machbar sei. Das Lokal könnte zu Fuß über eigenes Gelände erschlossen, die notwendigen Parkplätze geschaffen und die Anlieferung über den oberen Talbergweg verkehrsrechtlich beschränkt werden. Die Antragstellerin sei sich allerdings bewusst, welche Auflagen zur Trink- und Brandwasser- sowie zur Abwasserentsorgung auf sie zukämen. Kinzkofer: „Weil alle Kosten vom Bauherrn zu tragen sind, kann ich damit leben.“

Marlene Goßmann (SPD-Gemeinderätin) war da etwas anderer Auffassung. Sie sieht Probleme wegen der wegen der Parkplätze und wie kontrolliert werde, dass hier nicht jeder fahre. Außerdem befürchtet sie zu den Öffnungszeiten eine Lärmbelästigung der Bewohner im Birkental. Sie stimmte deshalb wie zwei ihrer Fraktionskollegen gegen die Bauanfrage.

Oswald Bamberger (stellvertretender Bürgermeister) gewann dem Vorhaben ausgesprochen positive Seiten ab. Er sprach von Nostalgie und verwies darauf, dass das Lokal ein schönes Ausflugsziel in den Sommermonaten, eine schöne Abrundung des Weinlehrpfades und deshalb ganz im Sinne der Naherholung und eine Bereicherung für die Veitshöchheimer wäre.

Von Dieter Gürz und Günther Hillawoth
    
    

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»Alle 6 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

dieterguerz (2 Kommentare) am 13.02.2012 16:04

Weitere Infos

weitere Fotos auf Veitshöchheim News mit Beschreibung der Lage = oberhalb der Übersichts-Tafel am Beginn des Weinlehrpfads http://0z.fr/uhTk6
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deltatango (185 Kommentare) am 12.02.2012 23:34

Als nicht ortskundiger ...

... Leser der MP hätte ich mich über eine etwas genauere Lagebeschreibung sehr gefreut. "Veitshöchheimer Weinberge" ist doch sehr weit gefasst, gehen doch z. B. die Weinlagen bis weit nach Güntersleben hinein.

Vielleicht kann ein Leser die Wissenslücke füllen?
(0)
Groschi (412 Kommentare) am 13.02.2012 09:32

Bitte auf den Link klicken

http://maps.google.de/?ie=UTF8&ll=49.846081,9.87187&spn=0.002508,0.004823&hnear=Rudolf-Clausius-Stra%C3%9Fe,+97080+W%C3%BCrzburg,+Unterfranken,+Bayern&t=h&z=18

Wenn Sie dann auf "Karte" ändern, taucht unterhalb des weges, der eine Kurve im Wald macht, ein kurzes Stück weg auf, das am Waldrand endet, dort ist das Haus (Zwischen Ende des Oberen Talbergwegs (Wendeplatz) und Waldwegkurve)
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deltatango (185 Kommentare) am 29.02.2012 16:12

herzlichen Dank ...

... für den Hinweis!
(0)
mufftie (512 Kommentare) am 12.02.2012 18:55

Man kann....

...den Betreiber nur Glück wünschen dass sie das aus eigener Kraft stemmen. Ein Erfolg für die Region wird es ohnehin und ich bin mit Sicherheit ein Gast. Ich würde der Familie auch beim Ausbau helfen, was in meiner Kraft steht. Wird bestimmt eine Runde Sache. grinsen
(0)
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