publiziert: 03.02.2012 10:08 Uhr
aktualisiert: 03.02.2012 11:09 Uhr
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Ex-Stadtkämmerer transkribiert alte Ratsprotokolle

  • Schwer lesbare Texte: Der ehemalige Würzburger Kämmerer Uwe Schreiber (links) hat die Stadtratsprotokolle aus den politisch unruhigen Jahren 1505 bis 1510 in monatelanger akribischer Arbeit Zeile für Zeile transkribiert. Neben ihm sitzt Archivleiter Ulrich Wagner.
    Foto: Ingrid Rack
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Die 1432 einsetzenden Würzburger Stadtratsprotokolle zählen zu den frühest überlieferten Aufzeichnungen ihrer Art im deutschen Sprachraum. Der ehemalige Würzburger Stadtkämmerer Uwe Schreiber hat diese umfangreichen, oft schwer lesbaren Texte aus den politisch unruhigen Jahren 1505 bis 1510 in monatelanger akribischer Arbeit jetzt Zeile für Zeile transkribiert.

Es war die Zeit des Würzburger Stadtschreibers Martin Cronthal und des Bildschnitzers Tilmann Riemenschneider, der später mehrfach zum Bürgermeister gewählt wurde, heißt es in er Mitteilung aus dem Stadtarchiv. So wurde 1506 unter Riemenschneider als Baumeister zum besseren Schutz das außerhalb der Stadtmauern liegende Kloster St. Afra ummauert. Vereinzelt kam es seit Beginn des Jahrhunderts zu Hungersnöten, die zu gewalttätigen Unruhen führten.

In diesen ereignisreichen Jahren im Vorfeld des Bauernkrieges 1525, in den Cronthal und Riemenschneider für Würzburg an vorderster Front involviert waren, legt der Rat in den Protokollen Rechenschaft ab über seine Vorhaben, Tätigkeiten und Beschlüsse.

Sorgen der Bevölkerung

In den Texten wird so ein facettenreiches Bild vom spätmittelalterlichen Würzburg, den Sorgen der Stadtbevölkerung, der täglichen Arbeit des Stadtregiments, von Kriegszügen, Gerichtsstreitigkeiten, Wahlen von Amtsträgern und wirtschaftspolitischen Maßnahmen, von Marktsachen und Weinhandel gezeichnet.

Die Textausgabe wird, um sie bis zum Herbst für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich zu machen, für den Druck vorbereitet und durch Register erschlossen, kündigt Stadtarchivleiter Ulrich Wagner an.

rtg
    
    

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