publiziert: 01.02.2012 18:03 Uhr
aktualisiert: 02.02.2012 09:42 Uhr
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Experten diskutieren Maßnahmen für mehr Schulwegsicherheit

Im Fokus: fünf Straßenbahn-Haltestellen
  • Zeichen der Trauer: An der Straßenbahnhaltestelle zünden Heidi Hanke und Doris Schulz Kerzen für das 13-jährige Unfallopfer an.
    Fotos: Theresa Müller
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Die Stadt hat auf den tragischen Tod eines Mädchens an der Straßenbahn-Haltestelle DJK-Stadion im Stadtteil Zellerau reagiert. 25 Experten diskutierten am Dienstag stundenlang über Möglichkeiten, künftig solche Vorfälle zu verhindern. Die 13-Jährige war am Spätnachmittag in der Frankfurter Straße von einem Mitschüler geschubst worden, auf die Straße gefallen und von einem Laster überrollt worden. Sie starb an der Unfallstelle.

Muchtar Al Ghusain, städtischer Schulreferent, stellte bei einer abendlichen Pressekonferenz eine konkrete Maßnahme vor, die in den nächsten Wochen umgesetzt werden soll: „Wir haben nach dem schrecklichen Unglück die Schulen im Stadtgebiet angeschrieben und gebeten, ihre Schulwegsorgen zu äußern. 13 Institute antworteten, fünf neuralgische Punkte kristallisierten sich heraus. Das sind fünf Straßenbahn-Haltestellen, die regelmäßig große Schülermengen aufnehmen müssen.“ Al Ghusain konkretisierte: Es geht um die Stationen DJK-Stadion (Zellerau), Wörthstraße (Zellerau), Sanderring (Innenstadt), Neubau-/Augustinerstraße (Innenstadt), Königsberger-/Stettiner Straße (Sanderau). Diese Haltestellen wolle die Stadt genauer untersuchen und dann festlegen, wie sie sicherer werden können.

Nach dem tödlichen Unfall erschallte vielfach der Ruf nach Absperrgittern. Doch die wollen weder Oberbürgermeister Georg Rosenthal, noch der Schulreferent unbesehen einsetzen. Rosenthal: „Solche Gitter sorgen oft auch für eine Verschärfung der Sicherheitssituation an den Haltestellen, besonders wenn viele Schüler nicht mehr in der vollen Straßenbreite zur Straba laufen können, sondern hintereinander zum Geländeranfang laufen müssen. Das Gedränge wäre ungeheuer.“

Die Stadt setzt auf bauliche Veränderungen und auf zwei weitere Themenblöcke. Das sind einmal verkehrsregelnde Maßnahmen wie beispielsweise in Nürnberg. Da hat der Stadtrat beschlossen, Tempo 30 vor allen Schulen einzuführen. Diese Information brachte die Regionalbeauftragte des Auto Club Europa mit nach Würzburg. Und Thomas Naumann, Sprecher der örtlichen Agenda 21 und Verkehrsexperte, hatte ein anschauliches Beispiel für die anwesenden Medienvertreter dabei. Der ungebremste Aufprall eines Wagens auf einen Körper bei Tempo 50 entspreche einem Fall aus dem fünften Stock. Bei Tempo 30 reduziere sich die Fallhöhe auf den ersten Stock, die Überlebenschancen steigen.

„Wir werden für ganz Würzburg Schulwegpläne erstellen.“

Muchtar Al Ghusain Schulreferent

Zum anderen wollen Al Ghusain und sein Schulreferat die Prävention verbessern. Und auch da holt man sich Anleihen aus anderen Städten. In Fürth wurden Schulwegpläne im großen Stil eingeführt. „Die gibt es an einigen Schulen auch in Würzburg“, sagt der Referent. „Doch wo es keine gibt, werden wir sie erstellen.“ Manchmal, so Al Ghusain, mache sich ein kleiner Umweg durch mehr Sicherheit bezahlt. In den Plänen, die Kinder und Eltern in die Hand bekommen, sind so lebensnotwendige Dinge wie Ampeln, Zebrastreifen und Standorte von Schulweghelfern eingezeichnet.

Carla Dumbacher, Rektorin der Schule des verunglückten Mädchens, machte noch einmal deutlich, dass ihre Schüler für den Straßenverkehr gut aufgestellt sind. Es gebe viel Aufklärung im Unterricht.

Naumann ist bei der Agenda 21 Straba-Experte. Für ihn gibt es zwei Möglichkeiten, künftig Straßenbahn-Haltestellen sicherer zu machen: Tempo 30 für Autos und der Ausbau zu so genannten Kap-Haltestellen. Da gebe es die Gefahrenzone Straße zwischen Gehsteig und Haltestelle nicht, denn die Absenkung zur Fahrbahn ist baulich beseitigt und die Fahrgäste gehen ebenerdig zum Zug. Autos müssen derweil warten. Das gebe es in Würzburg am Ulmer Hof. Zwei Drittel aller Unfälle könnten so vermieden werden.

Von unserem Redaktionsmitglied Ernst Jerg
    
    

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»Alle 6 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

waldemar 01 (35 Kommentare) am 02.02.2012 17:41

Wie mans macht, ist´s verkehrt

Hätte die Stadtverwaltung in eigener Verantwortung gehandelt, wäre gleich der Volkszorn entbrannt wg. Vehinderung der freien Fahrt für freie Bürger. Jetzt, da man die Entscheidung auf eine breite Basis gestellt hat, wird Diese gleich wieder als Stammtischrunde niedergeschwätzt. Da dachte ich als ich vor Jahren wieder nach Würzburg zog, daß hier Menschen leben würden, die qualifiziert am öffentlichen Leben auch ohne Parteibuch oder Nachbarn im Rathaus teilnehmen könnten. Anscheinend ist es aber des Würzburger Liebstes, seine eigenen Stammtischrunden auschließlich mit dem Geraunze über den Weingeschmack der Nachbarin endlos zu bereichern.
(2)
scheva (100 Kommentare) am 02.02.2012 18:56

Neigschmeckter...:)

....obacht, Waldemar....!!! E Neigschmeckter wie Du wird für en ECHTEN Wözzboicher IMMER ein Mensch zweiter (bestenfalls....) Klasse bleiben! Schlimmstenfalls wirste widder nausgemobbt aus WÜ und hinter Dir wern die Zugbrücken hochgeleiert..... grinsen Das allerdings im vollsten Glauben daran, dass sich hinter den Zugbrücken die Creme de la Creme der Gattung homo sapiens auf einer Insel der Seligkeit zurückzieht und unter sich zu bleiben wünscht....

Wenn eine Straße im Eimer ist, wird gemosert. Wenn sie dann erneuert werden soll, wird auch gemosert.. So sind sie halt. Und sie wissen alles, ohne von irgendwas Ahnung zu haben. Schau Dir bloss den Hingucker an, der vor Dir geschrieben hat: Experten werden nieder gemacht, keiner kriegt eine Chance, der hingucker weiss ja scho alles - und dann kommt der grandiose Ratschlag gleich heute nachmittag einen Zebrastreifen aufzumalen. Den gibts zwar an der Haltestelle, an der der Unfall passiert ist, schon seit Jahren, und der Vorfall, der zum Tod der Schülerin geführt hat, hatte gar keinen Bezug zum Zebrastreifen, aber Hauptsache was dahergelabert... und sich allen anderen mords überlegen fühlen - tja, freilich sieht man einen Zebrastreifen nicht, wenn man die Nase so hoch trägt....

Zum Trost: es gibt sie schon, die von Dir so schmerzlich vermisste Bürgergesellschaft jenseits dee Alkohols als Selbstzweck, aber leider, leider viel schwächer ausgeprägt als in vielen anderen Städten. Und dementsprechend schwer zu finden. Es stimmt schon, leider: verdammt viele Würzburger sind sich selbst genug, und das auf ziemlich niedrigem Niveau.
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patrickh (118 Kommentare) am 03.02.2012 01:04

ich möchte in einem kleinen Punkt widersprechen

besagte Bürgergesellschaft gibt es und IMHO auch nicht kleiner als andernorts. Allerdings nehmen sich diese Menschen nicht ganz so viel Zeit, Zeitungsartikel online zu kommentieren.
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Hingucker (1481 Kommentare) am 02.02.2012 15:29

Experten

braucht man jetzt schon "Experten" um Strabahaltestellen den Anforderungen nach, verkehrssicher zu bauen? Ist es ein so großes Problem, an den Haltestellen eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Km/h einzuführen? Braucht man dazu "Fallstudien"? Nein- Alles was man vorerst mal braucht sind Farbe,und Schablone für Zebrastreifen und 30 Km/ Schilder. Dann wäre schon mal das Erste für mehr Sicherheit getan.
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Jenna (31 Kommentare) am 02.02.2012 08:30

Ein Kinderleben ist nciht wert

Die Schulwege werden immer gefählicher. Der Mensch ist ein Gewonheitstier, ein Autofahrer fahrt immer den selben Heimwek, Einkauf wenn sich was ändert nimmt er es nicht war. Er fühlt sich sicher und passt nicht mehr auf.

Lösung in der Bernerstraße gibt es 4 Schulen: Die Line 3 und 5 könnten die selbe strecken fahren. Die Line 5 könnte von der Haltestelle nach dem Lidel nach Rottenbauer fahren und nach Grobühl somit wäre eine Hatestelle entschärft.

Die Straßenbahnhaltestellen sind meist auch schon über 30 Jahre alt, damal gab es noch nicht soviele Autos.
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