aktualisiert: 15.01.2009 16:58 Uhr
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WÜRZBURG
Extrem hohe Feinstaub-Belastung birgt Gefahr im Würzburger Kessel
Gesundheitsamt gibt Tipps – Mehr Bus und Straba fahren
Das Gesundheitsamt schlägt Alarm: Die Feinstaubwerte in Würzburg liegen seit zehn Tagen deutlich über dem gesetzlichen Grenzwert. Die Station am Stadtring hatte am Dienstag einen Tagesmittelwert von 133 Mikrogramm je Kubikmeter Luft ermittelt, am Kardinal-Faulhaber-Platz waren es sogar 157 Mikrogramm. Damit lag Würzburg in Bayern an der traurigen Spitze der Feinstaubbelastung. Derzeit gehen die Werte nur leicht nach unten.
Dr. Konrad Kläß, Leiter des Gesundheitsamtes, macht sich Sorgen um das Wohlbefinden der Würzburger, denn der Grenzwert liegt bei 50 Mikrogramm und darf maximal 35 Mal im Jahr überschritten werden.
„Feinstaub kann, auch bei kurzfristigen körperlichen Belastungen im Freien, zu Erkrankungen der Lunge und des Herz-Kreislaufsystems führen“, warnt er.
Besonders gefährdet seien chronisch Kranke sowie Menschen, die im Freien körperlich schwere Arbeiten verrichten. „Bewohner von Gegenden in denen der Grenzwert regelmäßig überschritten wird, müssen mit einer zwei bis drei Jahre kürzeren Lebenserwartung rechnen“, so Kläß.
In Würzburg ist das normalerweise nicht so. Die Belastung liegt seit Jahren deutlich unter den Grenzwerten, erläutert der städtische Umweltreferent Wolfgang Kleiner. 2009 gab es am Stadtring neun, am Kardinal-Faulhaber-Platz lediglich sieben Überschreitungen.
Wer seine Gesundheit schützen will, sollte den Aufenthalt im Freien reduzieren. „Man sollte also nicht unbedingt im Freien joggen oder wenn, dann nur im Grüngürtel und nicht in der Innenstadt“, erläutert Internist Kläß. „Schwere körperliche Arbeiten im Außenbereich sollten ebenfalls vermieden werden, man sollte sich in Gebäuden aufhalten“.
Was kann getan werden, um die Werte zu senken? Kläß: „Verantwortlich sind Verbrennungsprozesse, die eingeschränkt werden sollten.“
Das könne zum Beispiel im Bereich der Industrie und der Wohnungsheizung geschehen. Kleiner appelliert an die Autofahrer, in den nächsten Tagen verstärkt Bus, Bahn oder Straba zu nutzen.
Ein Fahrverbot für Würzburg ist nicht vorgesehen. Es würde laut Kleiner kurzfristig nichts bringen.
Verantwortlich für die erhöhten Feinstaubwerte ist die Wetterlage der vergangenen Tage. Die Luft in der Höhe ist wärmer und so bleibt es am Boden frostig, kalt und windstill.
Der fehlende Luftaustausch führt dazu, dass die Staubpartikel sich bodennah verdichten und nicht abgebaut werden. Eine Änderung der Wetterlage würde für den Würzburger Kessel schnell Erleichterung bringen.

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