publiziert: 19.02.2012 14:11 Uhr
aktualisiert: 20.02.2012 13:30 Uhr
aktualisiert: 20.02.2012 13:30 Uhr
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WÜRZBURG
Faschingszug in Würzburg lockt 100.000 Menschen
Würzburg im Bonbon-Regen: Der große Faschingszug am Sonntag war wieder Höhepunkt des närrischen Treibens in der Region.
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Ein Motivwagen mit Nachbildungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy auf einem Euro-Symbol fährt am Sonntag (19.02.2012) während des traditionellen Faschingszuges durch die Innenstadt von Würzburg.David Ebener (dpa) -
Die "Fränkischen Herolde Neubrunn" ziehen am Sonntag (19.02.2012) während des traditionellen Faschingszuges durch die Innenstadt von Würzburg.David Ebener (dpa) -
Die Musikkapelle "Hettschter Gassefetzer" zieht am Sonntag (19.02.2012) während des traditionellen Faschingszuges durch die Innenstadt von Würzburg.David Ebener (dpa) -
dpa
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Würzburg im Bonbon-Regen: Der große Faschingszug am Sonntag war wieder Höhepunkt des närrischen Treibens in der Region. An die 100 000 Menschen säumten nach Einschätzung des Veranstalters die Straßen entlang der Zugstrecke durch die Innenstadt. Selbst die Sonne ließ es sich nicht nehmen, über die Narrenschar zu lachen. Erst nach dem Zug wurde das Faschingstreiben von Schneetreiben abgelöst.
Der Würzburger Gaudiwurm, der 1935 erstmals durch die Stadt rollte, ist einer der größten in Süddeutschland. Er ist ein Schaulaufen für die vielen Faschingsgesellschaften und andere Narren aus Würzburg und dem weiten Umland. Rund 3000 Aktive beteiligten sich diesmal mit 170 Motivwägen, Fußgruppen und Musikkapellen und verwandelten für drei Stunden die Innenstadt in ein buntes Meer von Pappnasen. Der Zug ist nicht nur Spaß für die vielen kleinen Piraten, Cowboys, Käfer und Fledermäuse am Straßenrand. Hier tanken auch viele auf fürs närrische Finale in Würzburgs Kneipen.
Stadt auf die Schippe genommen
Anders als bei den großen Umzügen im Rheinland spielt Politik beim Würzburger Zug nur eine Nebenrolle. Die KaGe Zell nahm noch einmal die Sperrung am Zeller Bock auf die Hörner: „Landkreis West in Not – wir Zeller Böck sehn rot“. Die Bockertöberle aus Grombühl ließen Angela Merkel den Euro schaukeln. „Wenn Politclowns ihre Späße machen, hat der Bürger nichts zu lachen“, ließen die Erlabrunner Narreköpf ihre Meinung heraushängen. Über das sägewütige Gartenamt fällten die Carneval-Freunde Zellerau ihre Meinung: „So schnell wir ihr die Bäume fällt, werden sie wieder aufgestellt.“ Der richtige Würzburger Stadtbaum brauche nur ein Scharnier am Stamm. Die Freien Turner stellten Oberbürgermeister Georg Rosenthal an den Kochtopf mit seinem „Würzburger Allerlei“ aus Hotelturm, Linie 6, LGS und Trautenauer Straße. Der OB selbst begleitete den Zug wieder in einem Oldtimer Ford Mustang.
Damit der Zug nicht zur „Loveparade“ verkommt, hatte die erste Karnevalsgesellschaft Elferrat Würzburg überlaute Beschallung und „Konservenmusik“ verboten. Das führte zu zwei Witzigkeiten: Die Faschingsgesellschaft K 93 von der Discothek Airport errichtete vor dem Unicafé den ersten „stehenden Umzugswagen“, wo Plattenaufleger Lele Six für Partystimmung sorgte. Am Ende des Zuges fuhr gar der Erfinder der Loveparade, DJ „Dr. Motte“, mit. Die Musik, die er für das Spendenportal Heroshopping.de auflegte, war allerdings nur über Funkkopfhörer zu erleben. Der Truck war proppenvoll mit tanzenden junger Leuten.
Zugmarschall Michael Zinnhobel – er stand zum zehnten Mal in der Verantwortung hatte mit 20 Zuggruppenleitern drei Monate ehrenamtlich gearbeitet, um drei Stunden Gaudi zu organisieren – zog Bilanz: „Das hat gepasst: tolles Wetter, gute Stimmung im Publikum und schön gestaltete Motivwägen und Fußgruppen.“ Das wichtigste ist ihm aber, dass bei diesen Menschenmassen niemand zu Schaden gekommen ist. Beunruhigt ist er über das Scherbenmeer, das Zuschauer mit ihren mitgebrachten Flaschen anrichten.
Einen vergleichsweise ruhigen Nachmittag hatte das Rote Kreuz. Mit 104 Helfern und 24 Fahrzeugen waren die Retter im Einsatz. Laut Einsatzleiter Florian Leberfinger mussten 21 Personen behandelt werden, drei kamen ins Krankenhaus: Einer hatte zu viel Alkohol intus, zwei trugen Fußverletzungen davon. Die Polizei musste im Vorfeld zwölf Autos aus der Zugstrecke abschleppen. Zwei Mädchen (vier und sieben Jahre) verloren im Getümmel kurzzeitig ihre Eltern, wurden aber wohlbehalten zurückgebracht. Am Sternplatz mussten Polizeibeamte bei einer Auseinandersetzung mehrere Streithähne trennen. Verletzte gab es hierbei nicht.
Der Würzburger Gaudiwurm, der 1935 erstmals durch die Stadt rollte, ist einer der größten in Süddeutschland. Er ist ein Schaulaufen für die vielen Faschingsgesellschaften und andere Narren aus Würzburg und dem weiten Umland. Rund 3000 Aktive beteiligten sich diesmal mit 170 Motivwägen, Fußgruppen und Musikkapellen und verwandelten für drei Stunden die Innenstadt in ein buntes Meer von Pappnasen. Der Zug ist nicht nur Spaß für die vielen kleinen Piraten, Cowboys, Käfer und Fledermäuse am Straßenrand. Hier tanken auch viele auf fürs närrische Finale in Würzburgs Kneipen.
Stadt auf die Schippe genommen
Anders als bei den großen Umzügen im Rheinland spielt Politik beim Würzburger Zug nur eine Nebenrolle. Die KaGe Zell nahm noch einmal die Sperrung am Zeller Bock auf die Hörner: „Landkreis West in Not – wir Zeller Böck sehn rot“. Die Bockertöberle aus Grombühl ließen Angela Merkel den Euro schaukeln. „Wenn Politclowns ihre Späße machen, hat der Bürger nichts zu lachen“, ließen die Erlabrunner Narreköpf ihre Meinung heraushängen. Über das sägewütige Gartenamt fällten die Carneval-Freunde Zellerau ihre Meinung: „So schnell wir ihr die Bäume fällt, werden sie wieder aufgestellt.“ Der richtige Würzburger Stadtbaum brauche nur ein Scharnier am Stamm. Die Freien Turner stellten Oberbürgermeister Georg Rosenthal an den Kochtopf mit seinem „Würzburger Allerlei“ aus Hotelturm, Linie 6, LGS und Trautenauer Straße. Der OB selbst begleitete den Zug wieder in einem Oldtimer Ford Mustang.
Damit der Zug nicht zur „Loveparade“ verkommt, hatte die erste Karnevalsgesellschaft Elferrat Würzburg überlaute Beschallung und „Konservenmusik“ verboten. Das führte zu zwei Witzigkeiten: Die Faschingsgesellschaft K 93 von der Discothek Airport errichtete vor dem Unicafé den ersten „stehenden Umzugswagen“, wo Plattenaufleger Lele Six für Partystimmung sorgte. Am Ende des Zuges fuhr gar der Erfinder der Loveparade, DJ „Dr. Motte“, mit. Die Musik, die er für das Spendenportal Heroshopping.de auflegte, war allerdings nur über Funkkopfhörer zu erleben. Der Truck war proppenvoll mit tanzenden junger Leuten.
Zugmarschall Michael Zinnhobel – er stand zum zehnten Mal in der Verantwortung hatte mit 20 Zuggruppenleitern drei Monate ehrenamtlich gearbeitet, um drei Stunden Gaudi zu organisieren – zog Bilanz: „Das hat gepasst: tolles Wetter, gute Stimmung im Publikum und schön gestaltete Motivwägen und Fußgruppen.“ Das wichtigste ist ihm aber, dass bei diesen Menschenmassen niemand zu Schaden gekommen ist. Beunruhigt ist er über das Scherbenmeer, das Zuschauer mit ihren mitgebrachten Flaschen anrichten.
Einen vergleichsweise ruhigen Nachmittag hatte das Rote Kreuz. Mit 104 Helfern und 24 Fahrzeugen waren die Retter im Einsatz. Laut Einsatzleiter Florian Leberfinger mussten 21 Personen behandelt werden, drei kamen ins Krankenhaus: Einer hatte zu viel Alkohol intus, zwei trugen Fußverletzungen davon. Die Polizei musste im Vorfeld zwölf Autos aus der Zugstrecke abschleppen. Zwei Mädchen (vier und sieben Jahre) verloren im Getümmel kurzzeitig ihre Eltern, wurden aber wohlbehalten zurückgebracht. Am Sternplatz mussten Polizeibeamte bei einer Auseinandersetzung mehrere Streithähne trennen. Verletzte gab es hierbei nicht.
Von unsererm Redaktionsmitglied Herbert Kriener
Diesen Artikel
Die neuesten Kommentare
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FlyByNight (238 Kommentare) am 21.02.2012 06:59
Diese Überstunden der Stadtreiniger sinddoch HOFFENTLICH!! in der Stellenbeschreibung enthalten und werden HOFFENTLICH!!!-besonders im Öffentlichen Dienst!- gesondert vergütet oder sonst wie ausgeglichen? Wir müssten jetzt noch den Ärzten danken und den Krankenschwestern und Sanitätern, die sich den Schnapsleichen angenommen haben. Den Winzern und Bierbrauern für die produzierten Alkoholvariationen (die jedoch nicht gespendet wurden?), und den Kamelleherstellern .......Es bekommt doch jeder sein Geld dafür-oder? Wie die meisten von uns. |
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der bürger (1268 Kommentare) am 20.02.2012 17:42
Nur ein Stadtrat spricht seinen Dank aus - das ist bemerkenswert...
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Noergler1 (35 Kommentare) am 19.02.2012 22:11
Dank an die Stadtreiniger..........sowie allen Helfern (Polizei,Sanitäter,Aktiven,usw.) die für einen gelungenen Faschingszug gearbeitet haben - zur Freude tausender von Zuschauern. DANKE !!Dafür ein 3-faches Helau - Würzburg !!! mfG Noergler1 |
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heinrich juestel (23 Kommentare) am 19.02.2012 19:57
Dank an die StadtreinigerDen Stadtreinigern vielen Dank für ihren sonntäglichen Einsatz zur sofortigen Beseitigung des "Schlachtfeldes" insbes. am Kürschnerhof/Domstraße, trotz Pöbeleien seitens der angedrönten Narren (im wahrsten Sinne des Wortes).Wie immer nicht anonym sondern mfG Heinrich Jüstel -Stadtrat- |
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