publiziert: 17.04.2012 18:27 Uhr
aktualisiert: 17.04.2012 18:28 Uhr
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Feinstaub: Ursachen finden und beseitigen

Umwelt- und Planungsausschuss des Stadtrates gibt Gutachten zur Belastung in Auftrag
  • Archivfoto: Thomas Obermeier
    Die 2005 in Betrieb genommene Messstation am Würzburger Stadtring Süd: Hier wurde der zulässige Tagesmittelwert für Feinstaub in diesem Jahr bereits 14-mal überschritten, im vergangenen Jahr war dies hier insgesamt 36-mal der Fall. Eine zweite Messstation befindet sich an der Kopfklinik.
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Nach eingehender Diskussion hat der Umwelt- und Planungsausschuss des Stadtrates am Dienstag ein externes Gutachten in Auftrag gegeben, mit dem Möglichkeiten zur Verminderung der Feinstaubbelastung (PM10) in der Stadt gefunden werden sollen. Die Verwaltung erhielt den Auftrag, die Vergabe des Gutachtens vorzubereiten. Die dafür notwendigen 75 000 Euro werden im Rahmen des Nachtragshaushaltes 2012 bereitgestellt werden.

Zu Beginn informierte der städtische Umweltreferent Wolfgang Kleiner die Stadträte über die Situation im Stadtgebiet. Seit Einrichtung der Messstation am Kardinal-Faulhaber-Platz im Jahr 2003 (Anfang 2012 durch Messstation Kopfklinik ersetzt), habe sich die Situation sehr positiv entwickelt. so Kleiner. Auch am Stadtring Süd, wo seit 2006 gemessen werde, würden die zulässigen Grenzwerte meist deutlich unterschritten.

Das Jahr 2011 bilde dabei einen deutlichen „Ausreißer“. In diesem Jahr waren am Stadtring Süd 36 Tage gezählt worden, an den der höchstzulässige Tagesmittelwert überschritten worden war. Erlaubt sind lediglich 35 Tage. Der Großteil der Überschreitungstage habe dabei im Frühjahr und Herbst gelegen, so der Umweltreferent. Jahreszeiten, bei denen die Kessellage der Stadt und Inversionswetterlagen dazu führen würden, dass der Luftaustausch im Talkessel geringer sei als im restlichen Jahreslauf. Bundesweite Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich klimatische Verhältnisse deutlich auf die Feinstaubverteilung auswirken.

Zudem kämen zwei Drittel des Feinstaubes aus dem Umfeld der Stadt, nur ein Drittel aus dem Stadtgebiet selbst. Von diesem Drittel wiederum sei etwa die Hälfte auf den motorisierten Verkehr zurückzuführen. Auf Nachfrage aus dem Gremium berichtete der Referent, dass eine Anfrage des Kürnacher CSU-Landtagsabgeordneten Manfred Ländner beim Landesamt für Umwelt ergeben habe, dass sich die Autobahn A 3 nicht auf die Messwerte am Stadtring Süd auswirke. „Das sei vernachlässigbar und allenfalls im Nahbereich bemerkbar, so die Einschätzung des Amtes“, berichtete Kleiner.

Anhand des Gutachtens möchten die Ausschussmitglieder nun ermitteln lassen, woher der Feinstaub in der Stadt kommt und wie er vermieden werden kann. „Wir brauchen genaue Daten und Fakten über die spezifischen Würzburger Verhältnisse, um die besten Möglichkeiten zur Reduzierung suchen zu können“, erläuterte der Umweltreferent.

In der anschließenden Diskussion wurden bereits verschiedene Möglichkeiten erörtert, so zum Beispiel die Einrichtung einer Umweltzone in der gesamten Innenstadt. Auch die Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30 auf dem Stadtring oder sogar Tempo 30 in der Innenstadt seien möglich, hieß es.

Feinstaub (PM10)

Feinstaub (PM10) bezeichnet die Masse aller im Gesamtstaub enthaltenen Partikel, deren aerodynamischer Durchmesser kleiner als 10 µm ist. Er wird vor allem durch menschliches Handeln erzeugt: durch Emissionen von Motorfahrzeugen, aus Energieversorgungs- und Industrieanlagen, Metall- und Stahlerzeugung oder auch durch Umschlagen von Schüttgütern – kann aber auch natürlichen Ursprungs sein (etwa als Folge von Bodenerosion). In Ballungsgebieten ist der Straßenverkehr die dominierende Staubquelle. Feinstaub hat zu 50 Prozent Teilchen mit einem Durchmesser von 10 µm, einen höheren Anteil kleinerer Teilchen und einen niedrigeren Anteil größerer Teilchen. Partikel dieser Größe können über den Kehlkopf hinaus bis tief in die Lunge gelangen. Sie sind daher besonders gesundheitsschädlich. Sie sind maximal so groß wie Zellen und können daher mit freiem Auge nicht gesehen werden. Der gut sichtbare Staub, der bei Baustellen oder durch Streusplitt entsteht, besteht zum Großteil aus Grobstaub. Quelle: Umweltbundesamt

Von unserem Redaktionsmitglied Ernst Lauterbach
    
    

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»Alle 19 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

carlo81 (7 Kommentare) am 18.04.2012 18:30

Ja man kann

Ich schätze Herrn Lauterbach so ein, dass er Ihnen und Leitsmann gar nicht dankbar ist, wenn Sie seinen Kollegen Richard Wust als "Tunnel-Chefideologen" und Jammerer beschimpfen. Das sind doch wieder mal Kommentare weit unterhalb der Gürtellinie. So ein schlechtes Benehmen!!
(2)
carlo81 (7 Kommentare) am 18.04.2012 17:30

Auf Kosten der Würzburger?

Umweltzone im gesamten Stadtgebiet, Tempo 30 in der Stadt, auch auf dem Stadtring, vielleicht noch Filter für die Kaminöfen, … Das wären doch Maßnahmen, die hauptsächlich auf Kosten der Würzburger Bürger gingen. Hoffentlich werden dabei die externen Verursacher nicht vergessen, sprich die Tausende, die Tag für Tag über den Stadtring von einer Autobahn zur nächsten fahren, die Luft verpesten, die Straßen schädigen und in den meisten Fällen nicht einmal einen einzigen Cent in der Stadt lassen. Außerdem, warum klammert die Stadt die A3 fast schon ängstlich aus? Tragen die Staus und Unfälle auf der A3 nicht regelmäßig zum Verkehrsinfarkt auf dem Stadtring bei? Dies wird noch viel schlimmer kommen, wenn Würzburg nach dem Willen unserer Stadtväter /-mütter nicht einen Autobahntunnel bekommt, sondern die A3 auf der vorhandenen Trasse verbreitert wird. Der Ausweichverkehr, würde dann über mind. 6 Jahre lang die Würzburger Autofahrer beuteln, von den zerstörten Straßen ganz zu schweigen. Präventiv wird die "Einschätzung" des Landesamtes für Umwelt erwähnt. War das Landesamt für Umwelt denn vor Ort und hat etwa Messungen vorgenommen.? Wenn es doch tatsächlich so sein sollte, dass der Verkehr auf der A3 für die Messungen am Stadtring Süd nicht relevant ist, wie verhält es sich denn mit der Feinstaubbelastung von Heidingsfeld? Das ist doch auch ein Teil von Würzburg. Warum gibt es hier keine Messstation. Und, ich kann mir schwer vorstellen, dass die Autobahnabgase in Heidingsfeld bleiben und nicht in den Talkessel von Würzburg ziehen. Wir Würzburger Bürger können nur hoffen, dass in unserem Sinne gehandelt wird, und dass in dem teuren Gutachten eher sachliche als politische Aspekte Berücksichtigung finden werden.
(2)
Laeufer61 (610 Kommentare) am 18.04.2012 10:52

Eine "...lückenlose Kontrolle ...über das GPS gestützte LKW Mautsystem..."

...@eilers,
ist natürlich jetzt schon möglich, wird aber aus Datenschutzgründen nicht (offiziell?) praktiziert.
Bedenken sie mal die Verknüpfungsmöglichkeiten, die eine zentrale Überwachungsstelle hätte um Bewegungsprofile von Kraftfahrern (und nicht nur LKW's) zu erstellen.
Das ist "Big Brother" in Reinkultur und Orson Welles wird bestätigt. Wollen sie das wirklich?
Wenn die Möglichkeit erst mal besteht (und vom Gesetzgeber entsprechend befürwortet), sind dem Datenmißbrauch Tür und Tor in jedweder Richtung geöffnet.
Da muß man schon abwägen...

MfG
(0)
dasistmirdochzuviel (223 Kommentare) am 18.04.2012 13:29

OK

Aber die Bewegungsprofile über das Handynetz sind weit detaillierter und (fast) jeder kommt an die Daten ran. Da ist die Information, dass das Auto mal in Wü war, fast belanglos.

Der Verkehr auf dem Stadtring wird übrigens nach der Knotenerweiterung an der A3 in Heidingsfeld nochmals kräftig ansteigen. Denn dann sind es nur noch vier Ampeln die den Abkürzer ausbremsen und damit wird immer mehr Autobahnverhältnisse auf dem Stadtring geschaffen und der OB fördert es sogar.
(1)
reutjo (2187 Kommentare) am 18.04.2012 11:16

mhm.... ?? !!!

wer sich an gesetzliche Vorgaben hält .......; als "GPS-Überwachter", hat doch nichts
zu befürchten.
Damit könnte man ja ...... schon mal, die unerlaubten Lkw-Durchfahrer (Abkürzer) über
den Stadtring WÜ "kleinkriegen" und bräuchte kaum Überwachungspersonal rund um
die Uhr. Und auf anderen ähnlichen Streckenabschnitten auch .....
(1)
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