aktualisiert: 08.07.2011 12:48 Uhr
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WÜRZBURG
Firmenlauf: Wo nicht die Bestzeiten im Vordergrund stehen
Über 2000 Teilnehmer haben viel Spaß und ein schönes Gemeinschaftserlebnis
Die vielleicht beeindruckendste Szene hat sich am Treppenaufgang zur Adenauer-Brücke abgespielt. Den mussten die Teilnehmer des Firmenlaufes kurz vor dem Ziel im Dallenbergbad hochklettern. Was aber macht da der Rollstuhlfahrer? Klar: Er wird von seinem Begleiter huckepack die Treppen hinaufgetragen, wieder in den Rollstuhl gesetzt – und ab geht's ins Ziel.
Eine Zuschauerin war von diesem Einsatz so fasziniert, dass sie in der Redaktion anrief: „Toll, wenn es nicht nur um Bestzeiten geht.“ Damit hat sie treffend den Charakter des Firmenlaufes beschrieben, der sich zur vierten großen Laufveranstaltung in Würzburg (neben Gedächtnis-, Residenzlauf und Marathon) gemausert hat. Am Mittwochabend war die Rekordzahl von 2500 Hobbyläufern gemeldet. Am Ende waren 2162 im Ziel gestoppt. Einige, hat Veranstalter Alexander Fricke beobachtet, sind ohne Zeitmesschip gelaufen.
Der 46-jährige Wahl-Münchner, der seine Schulzeit in Würzburg verbracht hat, konnte am Donnerstag zufrieden Bilanz ziehen. Anders als im Vorjahr gab es kein Verkehrschaos und keine dramatischen Notarzteinsätze. Offensichtlich hatten viele Autofahrer die Warnhinweise beherzigt und den Laufbereich an Mergentheimer Straße und Saalgasse umfahren. Auch mit dem Parkverkehr am Dallenberg hatte die Polizei keine größeren Probleme. Hilfreich war das Wetter: Zwar schwülwarm, aber nicht so heiß, dass Läufer und Badegäste gleichzeitig das Dalle gestürmt hätten. Die Johanniter berichten für den Rettungsdienst von einem ruhigen Verlauf. Nur eine Person musste laut Einsatzleiter Thomas Witzel zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. 16 Verletzungen bei über 2000 Sportlern: Mit Insektenstichen, Schürfwunden und Schmerzen in den Beinen kamen die Läufer zu den Johannitern und nutzten deren medizinische Versorgung im Dallenbergbad.
Dort herrschte schon eine Stunde vor dem Start eine sportliche Volksfeststimmung. Viele Firmenteams traten in einheitlichen Lauf-Shirts an. Ein Gemeinschaftserlebnis. So verwandelten sie die Liegewiese in einen farbenfrohen Treffpunkt. Während der letzten Vorbereitungen moderierten Peter Maisenbacher und Landtagsabgeordneter Günther Felbinger unterhaltsam und informativ.
Pünktlich um 19.30 Uhr gab dann Bürgermeisterin Marion Schäfer den Startschuss. Wie ein nicht enden wollender Lindwurm strömten die Läufer aus dem Freibad hinaus auf die Straße und – abgeriegelt durch die Polizei - auf den Radweg an der Mergentheimer Straße. Nach fünfeinhalb Minuten hatte der letzte Läufer die Startlinie überquert. Begeistert angefeuert wurden die Aktiven auf der Alten Mainbrücke und rund um den Vierröhrenbrunnen. Zu kurzzeitigen Engpässen bzw. Staus auf der Strecke kam es an der Wasserstelle. 8000 Trinkbecher wurden dort – von 20 Helfern der Wasserwacht – ausgegeben.
Bei der Apres-Lauf-Party im Dalle – die Letzten gingen gegen 23 Uhr – kamen die Firmenläufer gemütlich mit ihren Kollegen zusammen. Viele hatten sich ihre Verpflegung mitgebracht. Auch im nächsten Jahr will Fricke wieder den Firmenlauf organisieren. Auf weitere Teilnehmerrekorde ist er zwar nicht aus. Das Dalle hätte für Start und Ziel zumindest aber reichlich Platz. Nur an der Strecke müsste dann weiter gefeilt werden.

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