aktualisiert: 24.07.2007 22:00 Uhr
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München
Freistaat sichert Flugbetrieb in Giebelstadt
Bereits Ende November soll die zivile Nutzung des früheren US-Flugplatzes Giebelstadt in trockenen Tüchern sein. Die Region Würzburg will sich damit auch gegen den Druck der Metropol-Region Nürnberg behaupten.
Der Würzburger Landrat Waldemar Zorn (CSU) war zufrieden: "Wir haben heute Pflöcke eingeschlagen", erklärte er nach einem "Runden Tisch" zum Thema Flugplatz Giebelstadt gestern im Münchner Wirtschaftsministerium.
So soll eine vom Markt Giebelstadt und der Firma Knauf getragene private Erwerber-Gesellschaft möglichst bis November die für den Flugbetrieb notwendigen Flächen von der dafür zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) kaufen.
Entgegen ihrer bisherigen Position verzichtet die Bima dabei auf eine Übernahme der Haftung für die auf dem Gelände vermuteten Altlasten in Millionenhöhe durch den Landkreis Würzburg. Mehr noch: Nach übereinstimmenden Angaben von Teilnehmern wurde festgehalten, dass die von privaten Experten noch zu beziffernden Kosten der Altlastensanierung in die Festsetzung des Kaufpreises einfließen sollen. Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) kündigte nach dem Gespräch an, sich bei Bedarf im Sinne einer schnellen Nutzung des Flugplatzes in die "nicht ganz einfachen Grundstücksverhandlungen" einzumischen. Der Freistaat werde zudem 40 Prozent der für den zivilen Flugbetrieb notwendigen Investitionen übernehmen.
Außerdem will Huber dafür sorgen, dass die noch bestehende Genehmigung des Flugbetriebes bis zum Abschluss der Kaufverhandlungen aufrechterhalten wird, was "rechtlich nicht ganz einfach" sei. An eine Nutzung des Flugplatzes auch für Linien- oder Ferienflieger sei derzeit nicht gedacht: "Es geht jetzt darum, dass für die regionalen Firmen dort Flugmöglichkeiten entstehen."
Mit dem Flugplatz könnten Würzburg und die gesamte Region Mainfranken ihr Profil als attraktiver Wirtschaftsstandort stärken, hofft auch die Würzburger OB Pia Beckmann (CSU), die wie die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof (FW) und die Würzburger Spitzenpolitiker Barbara Stamm (CSU) und Walter Kolbow (SPD) an der Runde teilnahm. Diese Profilierung sei auch mit Blick auf die wachsende Metropolregion Nürnberg von großer Bedeutung, so Beckmann: "Denn wir spüren die neue Konkurrenzsituation schon jetzt sehr deutlich."
Bis Sommer 2008 sollen die Effekte des koordinierten Handelns der von Bayreuth bis Ansbach reichenden Metropolregion auf den Raum Würzburg beobachtet werden. Erst dann werde man entscheiden, inwiefern man kooperieren wolle. Zwar gebe es gegenüber Nürnberg "keine Berührungsängste", unterstrich auch Landrat Zorn. Allerdings dürfe Mainfranken "nicht nur zum Anhängsel der Metropolregion" werden. Die Region müsse sich vielmehr der eigenen Stärken bewusster werden, betonte Zorn. Nur so könne man sich im globalen Wettbewerb der Regionen auf Dauer behaupten.
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