aktualisiert: 12.04.2011 15:07 Uhr
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WÜRZBURG
Für die Uni: Umbau in den Leighton Barracks ist angelaufen
Wissenschaft statt Wohnen – Räume bis Frühjahr 2011
Das Tempo ist wahrlich bemerkenswert. Im Januar 2009 hatten die Amerikaner ihre letzte Fahne in den Leighton Barracks eingeholt. Und nun, gerade 13 Monate später, werden die ersten Wohnblöcke in der Jackson Avenue umgebaut.
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Gewerkelt wird in den früheren Wohnungen der US-Amerikaner. Hier entstehen Büros und Unterrichtsräume für die Uni.FotoS: Norbert Schwarzott -
Der ausgeräumte Bauschutt wird aus den Wohnblöcken geholt und zur Entsorgung abtransportiert.Foto: Norbert Schwarzott -
Alte Leitungen und Rohre werden vor den Häusern gesammelt.
60 bis 70 Handwerker klemmen derzeit in neun Gebäuden Rohre und Leitungen ab, reißen Böden und Bäder heraus und lassen Trockenbauwände verschwinden.
Bis Mitte März sollen die Abbrucharbeiten erledigt sein. Dann ist Platz geschaffen für neue Büros, Besprechungszimmer und kleinere Seminarräume – behindertengerecht: An jeden Wohnblock wird laut Uni-Bauamtsleiter Dieter Maußner ein Außenaufzug gebaut.
Ein Glücksfall, so die Uni, sei dies für Forschung und Lehre.
Die Universität kann durch die Konversion des Militär-Areals ihren Campus am Hubland fast verdoppeln. 39 Hektar des Leighton-Geländes hat der Freistaat für die Hochschule angekauft.
In die ersten sieben Wohnblöcke ziehen das Institut für Mathematik, die theoretisch forschenden Naturwissenschaften sowie einzelne Lehrstühle der beiden Philosophischen Fakultäten ein.
Das Sprachenzentrum wechselt in die frühere Middle School und die Biologie bekommt ein Gebäude für Mikroskopie-Praktika neben der alten High School.
Das alles ist freilich nur ein erster Bauabschnitt, der dringend benötigte Räume schafft, bevor 2011 der doppelte Abiturjahrgang auch an die Würzburger Uni drängt. Rund 20 Millionen Euro an Mitteln des Freistaats werden in diesen ersten Umbau der geräumten US-Gebäude gesteckt, plus acht Millionen Euro für die Erschließung.
Aus eigenen Mitteln muss die Universität den Umbau der US-Schulen bezahlen, wenn sie diese ab dem Sommersemester 2011 zwischennutzen will. Gänzlich vom Tisch dagegen ist die Idee, bereits zum kommenden Wintersemester den Universitätsbetrieb in einzelnen Häusern auf den Ex-Leightons – ohne größere Baumaßnahmen – aufzunehmen.
„Das ist nicht realisierbar“, sagt Uni-Vizepräsident Wolfgang Riedel. In weiteren Bauabschnitten werden sogar Häuser abgerissen, deren schlechte Substanz eine Sanierung nicht rechtfertigt.
Spannend wird noch die Frage der Verbindung von altem und neuem Campus. Dazu muss die Straße am Galgenberg überquert werden. Eine Unterführung, wie im städtebaulichen Wettbewerb der Stadt vorgeschlagen, schließt die Uni-Leitung aus. Stattdessen denkt man an eine breite Fußgängerbrücke als Bindeglied des geplanten Grünen Bandes von der Uni zur Landesgartenschau im Jahr 2018.
Und wann kann die interessierte Öffentlichkeit einmal über den neuen Uni-Campus spazieren? Nicht eher als die Studenten im Frühjahr 2011.
Das Gelände bleibt solange abgezäunt – genauso wie der Rest der Leighton Barracks, der noch immer der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gehört. Uni-Bauamtschef Maußner sieht einerseits Gefahren durch den Baustellenbetrieb. Außerdem will man vermeiden, dass sich unerwünschte Gäste in den leerstehenden Gebäude einrichten oder gar Vandalen in Aktion treten.

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