MAINFRANKEN

Sturmtief fegt über Mainfranken

Land unter an Brend und Saale von Bad Neustadt (Lkr. Rhön-Grabfeld). Foto: Sonja Demmler

Sturmtief Burglind hat am Mittwochmorgen in Unterfranken für zahlreiche Einsätze von Polizei und Feuerwehr gesorgt. Hauptsächlich handelte es sich um umgestürzte Bäume. Menschen wurden nicht verletzt (Stand: 9 Uhr).

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte bereits im Vorfeld für die Zeit zwischen 3 und 13 Uhr vor Unwettern mit Orkanböen und schweren Gewittern mit möglichen Überflutungen gewarnt. Betroffen waren Stadt und Landkreis Würzburg, der Landkreis Main-Spessart sowie Stadt und Landkreis Schweinfurt. Um kurz nach 10 Uhr hat der Deutsche Wetterdienst am Mittwoch die Unwetterwarnung aufgehoben.

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Sturmtief Burglind wütet in den Hassbergen - An manchen Stellen konnten die Gräben die Wassermassen beinahe nicht mehr fassen.

Ab etwa 7.45 Uhr gingen bei der Einsatzzentrale der Polizei nahezu im Minutentakt Notrufe wegen des Unwetters ein. Bei den daraus knapp 50 resultierenden Einsätzen ging es in der Hauptsache um umgestürzte Bäume und herabgefallene Dachziegel im Raum Aschaffenburg und im Landkreis Main-Spessart, so Polizeihauptkommissar Michael Zimmer.

Baum stürzte auf A3

Am folgenschwersten war wohl ein entwurzelter Baum, der gegen 7.45 Uhr auf Höhe der Anschlussstelle Bessenbach/Waldaschaff auf die Fahrbahn der A3 stürzte. Ein Lkw-Fahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallte mit seinem, mit 15 Tonnen Metallrohren beladenen, Sattelzug gegen das Geäst. Der Fahrer blieb  unverletzt. Der Lastwagen musste abgeschleppt werden. Die Feuerwehr kümmerte sich unter anderem darum, den Baum von der Fahrbahn zu entfernen. 
 
Im Stadtgebiet Aschaffenburg stürzten mehrere Bäume auf den Bessenbacher Weg. Im Landkreis Main-Spessart war die Staatsstraße zwischen Steinbach und Wiesenfeld wegen eines umgestürzten Baumes gesperrt. Außerdem wurden mehrere umgestürzte Bäume von der Kreisstraße zwischen Bischborner Hof und Neuhütten gemeldet.

 In der Rhön, unter anderem in Bischofsheim, Sondheim, Motten und Bastheim, kam es aufgrund großer Niederschlagsmengen zu überschwemmten Straßen und Gehwegen. Auch im Haßberge-Kreis kam es zu Überschwemmungen. Unter anderem hat ein Leser aus Kleinsteinach die Auswirkungen des Unwetters in seinem Garten mit seinem Handy festgehalten.

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Überschwemmung in Kleinsteinach - David Heusinger schickt uns dieses Video von seinem überfluteten Garten.

Mehrere Feuerwehren rückten im Landkreis Main-Spessart aufgrund umgefallener Bäume aus, wie die Feuerwehr Lohr in einer Pressemitteilung informiert. In Lohr, Steinbach, Ruppertshütten, Rechtenbach, Partenstein, Bergrothenfels, Frammersbach, Habichsthal und Neuhütten kam es zu Sturmeinsätzen.

Die Kreisstraßen MSP 19 zwischen Bayerischer Schanz und Ruppertshütten, MSP 21 zwischen Bischborner Hof und Neuhütten sowie die MSP 26 im Hafenlohrtal zwischen Windheim und Lichtenau sind aufgrund umgestürzter Bäume komplett gesperrt (Stand: 10.40 Uhr). Wie das Landratsamt Main-Spessart mitteilt, bleibt die MSP 26 den ganzen Mittwoch gesperrt.

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Sturmschäden Unterfranken

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In Wiesfeld bei Karlstadt (Lkr. Main-Spessart) hat eine heftige Sturmböe, manche sprachen sogar von einer Windhose, zum Teil große Schäden an Dutzenden Dächern im Altort gesorgt. Im ganzen Dorf war die Bevölkerung auf den Beinen und kehrte Ziegelbrocken zusammen, auf etlichen Dächern, auf denen Ziegel fehlten, sah man Menschen herumsteigen, die versuchten die Löcher wieder zu flicken. Mehrere Zimmerleute waren im Ort unterwegs und sicherten Dächer notdürftig ab.

Bäume im Gleis: Bahnstrecke gesperrt

Aufgrund von Bäumen im Gleis war heute Morgen die Bahnstrecke zwischen Triesdorf und Gunzenhausen gesperrt, wie die DB Regio AG mitteilte. Gegen 11:40 wurde die Sperrung aufgehoben. Zu Folgeverzögerungen könne es allerdings trotzdem noch kommen.

Die Züge aus Richtung Würzburg verkehrten während der Sperrung bis Ansbach und endeten dort vorzeitig. Die Züge aus Richtung Treuchtlingen fuhren bis Gunzenhausen und endeten dort. Ein Schienenersatzverkehr mit Bus wurde zwischen Ansbach und Gunzenhausen eingerichtet. 

Die aktuelle Verkehrslage

Grün = fließender Verkehr, orange = stockender Verkehr, rot = Stau

 

 

 

Gegenstände im Freien sichern

In den betroffenen Landkreisen (Stand 7:35 Uhr) warnt der DWD vor möglichen Gefahren durch das Sturmtief "Burglind". Bürger sollten sich möglichst nicht im Freien aufhalten in den nächsten Stunden. Es sind unter anderem schwere Schäden an Gebäuden möglich. Bäume können zum Beispiel entwurzelt werden und Dachziegel, Äste oder Gegenstände herabstürzen. Fenster und Türen sollten geschlossen bleiben, Gegenstände im Freien gesichert werden. Von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen sollte ein sicherer Abstand gehalten werden. 

Überflutungen von Kellern und Straßen sowie örtliche Überschwemmungen an Bächen und kleinen Flüssen sind zudem möglich. Der DWD empfiehlt, die aktuelle Hochwasserlage aufmerksam zu beobachten.

Orkanböen mit bis zu 120 Stundenkilometern

In den nächsten Stunden greift die Kaltfront des Orkantiefs "Burglind" auf Deutschland über. Seit Mitternacht nimmt der Wind deutlich zu und zieht von Westen bis Mittag rasch Richtung Süden. Der DWD rechnet mit schweren Sturmböen von bis zu 100 Kilometern pro Stunde. Hinzu kommen kräftige Schauer und Gewitter, die von orkanartigen Böen mit bis zu 115 Kilometern pro Stunde begleitet werden. In manchen Gebieten seien sogar Orkanböen von 120 Stundenkilometern möglich, prognostizierte der DWD bereits am Dienstagvormittag.

In NRW wütete "Burglind" bereits am Morgen

In Nordrhein-Westfalen kam es heute Morgen bereits zu vielen Verkehrsbehinderungen durch Tief „Burglind”. Laut Polizei standen etwa Straßen in Essen und Mülheim unter Wasser, Gegenstände flogen umher. Ein umgestürzter Baum blockierte die wichtige Regionalbahnlinie zwischen Aachen und Düsseldorf. Auch auf den Autobahnen A44 zwischen Jülich und Aldenhoven und auf der A59 bei Duisburg kam es laut WDR und Radio Duisburg zu Behinderungen. Auf der A44 stürzte ein Hochsitz auf die Fahrbahn.

Unwettergefahr nimmt ab Mittag ab

Seit Mittag hat die Unwettergefahr in Mainfranken zwar wieder abgenommen. Dennoch können sich weiterhin Schauer und Gewitter mit schweren Sturmböen (100 Kilometer pro Stunde) bilden. Der DWD empfiehlt weitere Wettervorhersagen besonders aufmerksam zu verfolgen und sich entsprechend auf die prognostizierte Wetterlage vorzubereiten. 

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