publiziert: 22.02.2012 16:07 Uhr
aktualisiert: 22.02.2012 17:37 Uhr
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Goldgräber-Stimmung im Landkreis

Ausbau der Wind-Energie: Bayerischer Bauernverband wirbt für Bürger-Windkraftanlagen
  • Energiewandel: Weg vom Atomstrom und hin zu regenerativen Energien wie der Stromgewinnung durch Windenergie lautet die Vorgabe der Bayerischen Staatsregierung.
    Foto: Thomas Obermeier
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50 Prozent des Stromverbrauchs sollen nach dem Willen der Bayerischen Staatsregierung beim Energiewandel innerhalb von nur zehn Jahren durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Weg vom Atomstrom und hin zu regenerativen Energien wie der Stromgewinnung durch Windenergie lautet die Vorgabe.

Die Energiewende auf regionaler Ebene erörterten auf Initiative des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) Landrat Eberhard Nuß, Rainer Kern, Regionsbeauftragter bei der Regierung von Unterfranken und Andreas Bauer als Vertreter der Agrokraft GmbH bei einer Informationsveranstaltung in der Leinachtalhalle. Als „emotional bewegendes Thema“ bezeichnete BBV-Kreisobmann Hermann Brell die Stromerzeugung durch Windkraftanlagen. Der Bauernverband jedenfalls möchte sich im Landkreis für Bürger-Windkraftanlagen einsetzen, erklärte Brell.

Zur Veranstaltung waren 150 Besucher, darunter zahlreiche Bürgermeister nach Leinach gekommen. Schließlich können auf Grundlage des möglicherweise schon in der ersten Jahreshälfte 2013 in Kraft gesetzten neuen Regionalplans weitere Windkraftanlagen im Landkreis Würzburg entstehen. Im Bereich des Landkreises Würzburg sind 2400 Hektar an Vorranggebieten und 1780 Hektar an Vorbehaltsgebieten vorgesehen“, kündigte Kern an. Für Brell führt das zu einer „Goldgräber-Stimmung im Landkreis“.

Bis zu 1500 Windkraftanlagen sollen bis 2021 in Bayern in Betrieb sein. Allerdings klingt sich Südbayern aus Gründen des Landschaftsschutzes beim Bau von Windkraftanlagen bisher beinahe gänzlich aus. Von aktuell 410 Windkraftanlagen im Freistaat steht mit 104 Anlagen ein Anteil von rund 25 Prozent der Windräder in Unterfranken.

„Die Energiewende ist die größte gesellschaftliche Herausforderung der Neuzeit.“

Eberhard Nuß Landrat

Noch gravierender wird das Verhältnis bei Berücksichtigung des unterfränkischen Flächenanteils von lediglich 12,1 Prozent an der Gesamtfläche des Freistaats, verdeutlichte Regionsbeauftragter Rainer Kern.

„Auch ohne Fukushima wäre es höchste Zeit gewesen, sich mit der Sinnhaftigkeit von Atomstrom zu beschäftigen“, bekräftigte Landrat Nuß. Die Energiewende bezeichnete Nuß als „größte gesellschaftliche Herausforderung der Neuzeit“. Im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben sicherte der Landrat schnellere Genehmigungsverfahren beim Bau von Windkraftanlagen zu. Überhaupt gilt der Schwerpunkt der bayerischen Vision zur Energiewende der Windenergie. Deren Anteil in Bayern betrug im Jahr 2009 lediglich 0,9 Prozent. Auf bis zu zehn Prozent soll der Anteil bis 2021 steigen, erklärte Kern.

Den Bau weiterer Windkraftanlagen im Landkreis empfiehlt Andreas Bauer nach dem Raiffeisen-Prinzip in Form von Bürgerbeteiligungen. „Auf breiter Basis sollte die Ansiedelung von Windkraftanlagen angelegt sein, und nicht nur dem Eigentümer des Standorts Pachteinnahmen zukommen lassen. Aus Gründen einer größeren Akzeptanz sollten neben dem Eigentümer eines Standorts auch die unmittelbaren Anlieger und indirekt Betroffenen am Bau einer Windkraftanlage partizipieren“, lautete Bauers Rat.

„Die Förderung der Akzeptanz von Windrädern und Biogasanlagen als Bürgermodelle“ ist auch ein Anliegen von Nuß. In diesem Zusammenhang nannte Nuß den Ochsenfurter Stadtteil Hopferstadt als beispielhaft. Wie Energiegewinnung durch Windkraft und Biomasse als Bürgermodelle funktionieren können, veranschaulichte Bauer mit dem Bürgersolarkraftwerk Großbardorf, der Abfall-Biogasanlage der Bioenergie Bad Königshofen oder dem in Planung befindlichen Windpark zwischen Streu und Saale.

„Energie innovativ – regional“ soll auch Schwerpunktthema einer Regionalkonferenz am 23. März in Rottendorf sein, kündigte Rainer Kern von der Regierung von Unterfranken an.

Von unserem Mitarbeiter Herbert Ehehalt
    
    

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Die neuesten Kommentare

mumbel (238 Kommentare) am 24.02.2012 15:40

Wo wohnen die Befürworter?

Einfach dort die Windräder bauen. Sicher wird Herr Nuß seine Freude an den kreisenden Rotoren haben, wenn er in seinem Garten sitzt.
(0)
eisbaer61 (40 Kommentare) am 24.02.2012 13:29

Betroffenen am Bau einer Windkraftanlage partizipieren«, lautete Bauers Rat.

Nur so kann man die Akzeptanz der Bevölkerung gewinnen.
[...]

Ein Teil des Kommentars wurde gelöscht, da er nichts mit dem Thema zu tun hat. Die Multimedia-Redaktion.
(0)
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