publiziert: 17.11.2011 15:42 Uhr
aktualisiert: 17.11.2011 17:29 Uhr
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Gymnasiasten stellen virtuelles Modell der Synagoge vor

Im Rahmen ihres Projekt Seminars „Wiederbelebung einer ehemaligen Synagoge - eine kulturelle Bereicherung für Obernbreit“ haben Marktbreiter Gymnasiasten ein virtuelles Modell der ehemaligen Synagoge erstellt.

  • Architekten am Computer: Im Bild (von links): Kulturreferent der Stadt Ochsenfurt Toni Gernert, Jan Weinkaemmerer; hinten Fabian Herbst, vorne Lukas Steigerwald, Vorsitzender des Fördervereins ehemalige Synagoge Obernbreit Friedrich Heidecker, und Dr. Josef Endres.
    Foto: MECHTILD BUCK
Bild von

Das beeindruckende 3-D-Modell, das mit Hilfe einer CAD-Software ausgearbeitet worden war, stellten die Fabian Herbst, Jan Weinkaemmerer und Lukas Steigerwald in der Stadtbibliothek in Ochsenfurt dem Publikum vor.

Als Grundlage für das virtuelle Modell stellte Architekt Hans-Christof Haas vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege seine Rekonstruktionspläne zur Verfügung. In einem virtuellen Rundgang sieht der „Besucher“ das rekonstruierte Gebäude, das von 1528 bis 1911 der jüdischen Gemeinde von Obernbreit als Synagoge diente, zunächst von außen. In „echt“ ist heute leider nur eine unscheinbare Scheune vorhanden.

Interessant sind für die virtuellen Betrachter der noch vorhandene Opferstein und das runde Misrah-Fenster, das wie bei allen Synagogen nach Osten zeigt und über dem Gebetsschrein, dem Thoraschrein, angebracht ist. Durch die ebenfalls heute noch existierende Eingangstür tritt der Gast ein.

Geradeaus geht es in den Gebetssaal, der ein paar Stufen tiefer gelegen ist und in dem 120 Menschen Platz hatten. Ebenfalls sehr schön dargestellt ist die Frauenempore und das Holztonnengewölbe, das einmal mit einer Sternenbemalung besetzt war. Als besonderer Gag schleicht eine schwarze Katze durch die Räumlichkeiten.

Anschließend geht es in die den damals als luxuriös angesehenen Wohnbereich des Kantors, bei dem ebenfalls die Wandbemalung wiederbelebt wurde. Zum Schluss wird der Gast über eine schmale Treppe in das Kellergewölbe geführt, in dem sich die Mikwe, das rituelle jüdische Bad, befindet.

Dieses ist ebenfalls heute noch vorhanden und hat dem Ritus entsprechend einen Eingang von außen. Der virtuelle Rundgang wird untermalt von jüdischer Klezmer Musik.

An der Projektarbeit hatten 13 Gymnasiasten unter der Leitung von Dr. Josef Endres teilgenommen. Das Projekt sollte der Unterstützung des Fördervereins ehemalige Synagoge Obernbreit dienen. Der Kulturreferent der Stadt Ochsenfurt Toni Gernert lobte, dass die „Schüler ein Erinnerungszeichen für die Zukunft gesetzt haben, was daran erinnert, dass das jüdische Leben in Deutschland ein deutsches Leben war.“

Als Dank für die eindrucksvolle Arbeit überreichte er den Schülern und dem Projektleiter Endres Gutscheine für das Casablanca-Kino. Gernert kündigte eine Fortsetzung der Vortragsreihe über jüdische Geschichte an. Dabei geht es um den Briefwechsel eines jüdischen Mädchens aus Marktbreit, die dem Holocaust entgehen wollte.

Wer Interesse hat, die ehemalige Synagoge in Obernbreit zu besichtigen, kann sich unter Tel. (0 93 32) 94 69 oder per E-mail unter heidecker@aol.comoder anmelden. Gruppen oder auch Einzelpersonen werden gerne herumgeführt.

Von unserer Mitarbeiterin MECHTILD BUCK
    
    

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Die neuesten Kommentare

Hingucker (1481 Kommentare) am 18.11.2011 12:53

Synagoge

wollt ihr uns jetzt mit aller Gewalt ein schlechtes Gewissen einreden und benutzt jetzt schon Schüler dafür? Das wird ja immer schlimmer. Ach was sind wir Deutschen bös. Tut lieber mehr mehr für die Jugend, welche in Deutschland lebt. Gebt ihnen Arbeit, Ausbildung usw. damit sie nicht vor lauter langeweile auf solche Ideen kommen, wie z.Zt. im Osten. Macht euch darüber mehr Gedanken
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friedrich_schopenhauer (230 Kommentare) am 18.11.2011 13:30

müssen sie zu jedem Artikel...

...in dem das Wort Ausländer / Synagoge / Judentum ihren braunen Senf dazu geben? Sehen sie es doch einmal positiv. Ein paar Schüler haben mit Hilfe eines CAD Programms eine komplette Synagoge "nachgebaut". Dies ist könnte man als Positivbeispiel für interessanten Schulunterricht nehmen der leider meist viel zu theoretisch ist.
(0)
Hingucker (1481 Kommentare) am 18.11.2011 13:49

zu jedem Artikel

das hat mit braunem Senf nichts zu tun. Nur mir geht das Geschreibsel so auf den Sack. Und noch was: unterstellen sie mir nichts. Auch ihre Antwort hier kann man anderst auslegen.
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OPS (839 Kommentare) am 18.11.2011 14:09

Ach kommen sie

Was gibt es denn an dem Artikel auszusetzen?
Schüler haben ein virtuelles Modell einer Synagoge in ihrer Heimatgemeinde gemacht und dieses dann präsentiert und die Zeitung berichtet dabei. Das ist eine durch und durch positive und unproblematische Meldung. Schlimmstenfalls könnte man meinen das es etwas belanglos ist.
Sie sagen man soll lieber was für die Jugend tun- und hier sind Leute die offensichtlich tausende von Euro teure CAD-Programme mit dazugehörigen Computern für Jugendliche zur Verfügung gestellt haben.
Und sie interpretieren da irgendwas rein von schlechtem Gewissen und Schuld und ziehen eine völlig überzogene Parallele zu Neo-Nazis.
Das ist auf ganz hohem Niveau absurd und realitätsfremd.

Hätten die Jungs ein altes christliches Kloster rekonstruiert- hätten sie dann eine Parallele zu Missbrauchstaten in der katholischen Kirche gezogen?
Wäre es eine Burgruine gewesen die zu neuem Glanz gelangt wäre, hätten sie dann irgendwas über die Dekadenz des "neuen Adels" zu sagen gehabt?
Oder ein Bürgerhaus- ein reiches Bürgerhaus rekonstruiert- hätten sie dann eine Verbindung zum Umfragetief der FDP gefunden?

Sein sie mal ganz ehrlich zu sich selbst und fragen sie sich, ob ihr Kommentar nicht ein ziemlich sinnfreies, übertriebenes und leicht braun angehauchtes Konstrukt war mit dem sie diesen Schülern und ihrer Leistung großes Unrecht tun.
Großes Unrecht.
(2)
friedrich_schopenhauer (230 Kommentare) am 18.11.2011 14:04

was nervt sie denn am Geschreibsel?

In keienr Silbe wird dort irgendwas von schlechtem Gewissen / Schuldzuweisung etc. erzählt. Die Synagoge wurde auch nur bis 1911 benutzt, also weit vor dem 3. Reich von daher fällt dies auch als Punkt flach. Würden Sie genauso reagieren wenn es um eine Kirche geht die bis vor 100 Jahren in Benutzung war?
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