publiziert: 20.01.2010 17:19 Uhr
aktualisiert: 20.01.2010 20:00 Uhr
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Hauptausschuss stimmt gegen Sommerfest des Bayerischen Rundfunks

Der Festpreis wäre zu hoch

Eine höfliche Absage soll der Bayerische Rundfunk für sein Angebot einer Sommer-Party erhalten. Dafür entschied sich der Hauptausschuss in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig.

  • Hohe Kosten: Eine Radio-Fete – wie hier auf unserem Archivbild aus Karlstadt – wird es in Ochsenfurt in diesem Jahr nicht geben. Dem Hauptauschuss war die Sause zu teuer.
    Foto: Martina Amkreutz-Götz
Bild von

Die Veranstaltung hätte die Stadt nämlich alles in Allem rund 30 000 Euro gekostet. Eine adäquate Gegenleistung vermochten die Ausschussmitglieder aber nicht so recht zu erkennen.

Der Bayerische Rundfunk (BR) hatte der Stadt im Dezember angeboten, an einem der vier Augustwochenenden in diesem Jahr mit seiner „Bayern 1–Sommerreise“ nach Ochsenfurt zu kommen.

Dafür verlangt der BR allerdings einen „Unkostenbeitrag“ in Höhe von 13 500 Euro plus Mehrwertsteuer.

Außerdem wäre die Stadt verpflichtet, die Kosten für Stromanschlüsse, Absperrgitter, den Auf- und Abbau, Security und Rettungspersonal sowie für Toilettenwagen, Wasseranschlüsse und dergleichen mehr zu übernehmen.

Diese Kosten könnten sich auf weitere 15 000 bis 20 000 Euro belaufen.

Das weiß die Verwaltung, weil sie sich bei zwei Städten erkundigt hat, die die Sommerreise im vergangenen Jahr zu Gast hatten.

Betriebe außen vor

Vor allem Eines aber wollte den Ausschussmitgliedern gar nicht schmecken: Dass sich nämlich weder örtliche Brauereien noch Geschäfte an der Veranstaltung beteiligen dürften.

Der BR sorgt selbst für Unterhaltung und Getränke. Es gäbe Musik und Animation, ein Spiel- und Kinderland mit Hüpfburg, eine große Schaubühne und ein Oldiequiz, um nur einige der Attraktionen zu nennen.

Aber die ansässigen Betriebe sollen außen vor bleiben, heißt es in der Beschlussvorlage des Hauptausschusses.

„Das gefällt mir nicht“, tat Ulf Feike in der Diskussion seine Meinung kund. Man sollte dem BR zwar ein grundsätzliches Interesse signalisieren, aber nicht gerade im Jahr 2010, sagte er.

Denn dann wird in Ochsenfurt die Alte Mainbrücke in Angriff genommen. Durch die Baustelle stünden am Main weniger Parkplätze zur Verfügung, und der Festplatz am Main käme als einziger Ort für die Sommerreise in Frage, erklärte Hauptverwaltungsleiter Eduard Gold.

Ausschussmitglied Wolfgang Karl sieht nicht ein, eine Aktion des Bayerischen Rundfunks finanziell zu unterstützen, der doch ohnehin schon durch die Rundfunkgebühren der meisten Bürger finanziert werde.

Außerdem werde von dieser Veranstaltung nur ein bestimmtes Publikum angesprochen, nämlich die Bayern 1-Hörer, meinte Karl.

Die Veranstaltung bringe wahrscheinlich einen bayernweiten Werbeeffekt für die Stadt Ochsenfurt, gab Peter Wendel zu bedenken. „Die Frage ist: Was kriegen wir dafür? Der Preis ist ein wenig hoch.“ Wendel sprach sich dafür aus, lieber in Zusammenarbeit mit zahlreichen Vereinen etwas Gleichwertiges auf die Beine zu stellen.

Für diesen Vorschlag kann sich auch Gerhard Grünewald begeistern. Mit den örtlichen Vereinen ein großes Altstadtfest zu organisieren, hält er für den besseren Weg: „Da können wir leichter unser Geld ausgeben, dass wir nicht haben.“

Denn im Haushaltsplan sei derzeit „nichts drin“, bestätigte Eduard Gold. Aber auch für Grünewald krankt das Angebot des Bayerischen Rundfunks vor allem daran, dass die örtlichen Geschäfte nicht beteiligt sind.

Von solch einem pauschalen Ausschluss weiß Manuela Brenzinger nichts. Sie leitet beim BR das Projekt und erklärte auf Anfrage, dass drei lokale Sponsoren bei der Sommerreise möglich seien.

Auch die Essensstände würden über die Stadt vergeben. Die Erfahrung habe gezeigt, dass dies oft Vereine oder Wirtegemeinschaften übernähmen.

Auch profitiere die örtliche Hotellerie, denn der BR buche und bezahle für sein Personal an die 100 Zimmer. Beim Bier allerdings besteht der BR auf die Kulmbacher Brauerei.

Der Unkostenbeitrag in Höhe von 13 500 Euro, so Brenzinger, werde für die Bühnentechnik und die Künstler ausgegeben, die der BR mitbringe.

Das Schlusswort sprach Bürgermeister Rainer Friedrich: Wenn eine Stadt mit ihren Bürgern feiern wolle, dann sollte die Organisation des Festes nicht in fremde Hände gegeben werden.

Das sei kein gutes Zeichen an die Bevölkerung. Deshalb wird sich der Bayerische Rundfunk zumindest für diesen Sommer einen anderen Gastgeber suchen müssen.

Von unserem Redaktionsmitglied Claudia Schuhmann
    
    

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Die neuesten Kommentare

werkstatt (55 Kommentare) am 22.01.2010 10:14

Super Entscheidung

Wenn schon im Ort, dann auch mit den örtlichen Betrieben und nicht mit einem Großkonzern!
(0)
lokki405930 (23 Kommentare) am 21.01.2010 23:42

Bayern 1

Ich finde die Entscheidung der Stadt Ochsenfurt sehr gut!
...sollen die mal das Kulmbacher Bier woanders verkaufen.....
(0)
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