publiziert: 21.02.2012 18:32 Uhr
aktualisiert: 21.02.2012 20:03 Uhr
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Heidingsfelder Faschingszug: Hotelturm ist angebrannt

Lokalgeschehen aufs Korn genommen
  • Bei strahlendem Sonnenschein: Junge und alte Narren sorgten beim Hätzfelder Faschingszug für gute Laune.THERESA MÜLLER
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Hasenlöffel, Bienenfühler, Katzenaugen und Kuhhörner schauen aus der Menge hervor und bewegen sich am Rathausplatz zur Stimmungsmusik aus den Lautsprechern. Knapp 40 000 Narren warten schon. Bis zu zehn Reihen sind sie hintereinander gestaffelt.

Endlich geht es los. Bei fast frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein startet der zwei Kilometer lange Hätzfelder Gaudiwurm in der Klosterstraße. Kurzfristig haben sich noch Narren für den Zug angekündigt. Zum Schluss sind es 61 Gruppen mit 2150 Mitwirkenden.

Die Hätzfelder Fahnenschwinger der Turngemeinde Heidingsfeld dürfen hinter der Standarte den Zug eröffnen. Sie streichen mit ihren Fahnen über die Köpfe des Faschingsvolks. Dahinter steht das Traumschiff Würzburg, mit einem Bild von Georg Rosenthal an Bord, kurz vor dem Schiffbruch.

Die Freien Turner des Städtles haben einen großen Kochtopf dabei, in dem die Projekte der Stadt, die ohnehin stillstehen, miteinander verrührt werden; so zum Beispiel der Hotelturm oder die Straßenbahn der Linie 6. Wahrscheinlich wurde jedoch zu lange gerührt; der Kochtopf ist unten bereits angebrannt. Auch die Faschingsgruppe Römmelt, die in Heidingsfeld zu Hause ist, nimmt Bezug auf die Kommunalpolitik: Als afrikanische Frauen verkleidet, erinnert sie an den Besuch des OBs in der Partnerstadt Mwanza.

Stachelige Haare haben die Hätzfelder Läushämmel heute auf dem Kopf: Als Igel, die Winterschlaf halten, zeigen sie sich verwundert über den Stadtrat, der auch den Sommer „verpennt“.

Natürlich ist auch die Giemaulgarde aus Heidingsfeld mit von der Partie. Sie hat ihren Nachwuchs mitgebracht: Die Junioren- und die Wichtelgarde. Das sei wichtig, soll das Brauchtum im Städtle erhalten bleiben, sagt Victor Heck, erster Vorsitzender der Zugleitung.

„Buntes Narrentreiben in den Gassen und Straßen von Heidingsfeld gab es schon vor den ersten Faschingszügen“, fährt er fort. Auch heute spiele deshalb das Fußvolk unter den Narren die größte Rolle in Heidingsfeld.

Zwar wurde der Faschingszug wieder mit Wein aus dem Weinbrunnen beim Nikolaustor eröffnet, doch den Zugleuten war der Alkoholkonsum versagt. Mit dem Ablauf ist er heute sehr zufrieden: „Das Wetter verwöhnt uns Heidingsfelder immer.“

Von unserem Mitarbeiter Dominik Prandl
    
    

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