publiziert: 21.02.2012 17:32 Uhr
aktualisiert: 21.02.2012 18:02 Uhr
» zur Übersicht Ochsenfurt
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text SOMMERHAUSEN
Historische Stadtmauer wird abschnittsweise restauriert

Stück für Stück gegen den Verfall

Hätte sich die Gemeinde Ende des 19. Jahrhunderts nicht geweigert, eine königlich-bayerische Abrissanordnung zu befolgen, so gäbe es heute nichts mehr zu sanieren. Da aber Sommerhausen seine Stadtmauer damals behalten wollte, muss sie nun auch gepflegt werden.

  • Historischer Charme: Die Stadtmauer im Ulrich-Gast-Weg wurde saniert.
    Foto: CLAUDIA SCHUHMANN
  • Löchrig: Dieses Teilstück der Sommerhäuser Stadtmauer im Georg-Koberer-Weg muss erst noch saniert werden.
    Foto: Claudia Schuhmann
Bild von
2 Bilder

Stück für Stück wird das Jahrhunderte alte Bauwerk saniert. Nur einige Teilstücke, sagt Bürgermeister Fritz Steinmann, seien nun noch reparaturbedürftig.

Fast 1000 Meter lang ist die Stadtmauer aus heimischem Muschelkalk, die im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert rund um den Ort errichtet worden war. Etwa sieben Meter ragt sie in die Höhe. Zerstört wurde die Mauer in ihrer langen Geschichte nie. Nicht einmal die Einwohner rückten ihr zu Leibe, wie dies in so vielen anderen Orten geschah, um die Steine für den Bau von Häusern zu verwenden. „Die Sommerhäuser waren immer bescheiden“, sagt Fritz Steinmann schmunzelnd.

Dafür haben aber Wind und Wetter und der sich im Mauerwerk festkrallende Efeu dem Bauwerk zugesetzt. Aus der Mauerkrone waren Steine herausgebrochen, die Fugen waren brüchig geworden. Seit 1991 saniert die Gemeinde ihre Stadtmauer und hat bis jetzt etwa 500 000 Euro in dieses Projekt investiert.

Ungefähr ein Drittel der Kosten sei aus Fördergeldern bestritten worden, sagt der Bürgermeister. Zuschüsse kamen dabei vom Bezirk Unterfranken, der Bayerischen Landesstiftung und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Rund 65 Prozent der Mauer sind jetzt fertig. Zuletzt wurde das Teilstück im Ulrich-Gast-Weg saniert. Nun harren noch die Bereiche im Georg-Kober-Weg und am Ernst-Gebhard-Ring am Friedhof einer gründlichen Überarbeitung. Diese Stücke werden voraussichtlich erst 2014 oder 2015 in Angriff genommen werden, weil die Gemeinde zunächst das Rathaus und den Kindergarten sanieren will. Demnächst soll am Rathaus schon das Gerüst errichtet werden.

Die Arbeiten an der Stadtmauer bedürften fachkundiger Handwerker und Planer, betont Fritz Steinmann. Denn das Bauwerk soll ja seinen historischen Charme bewahren. „Die Mauer hat ja eine große Bedeutung für das Ortsbild“, so der Bürgermeister. Deshalb wird bei der Sanierung darauf geachtet, dass die Schießscharten und die Gerüstlöcher erhalten bleiben.

In diesen Löchern wurden früher die Balken für die Holzgerüste verankert, mit deren Hilfe die Stadtmauer immer weiter in die Höhe gezogen wurde. Auch die Steinmetzzeichen sollen weiterhin zu sehen sein. Außerdem findet ein spezieller Mörtel Verwendung.

Dass in die Stadtmauer Wohnhäuser integriert sind, ist übrigens eine modernere Erscheinung. „Ursprünglich standen die Häuser innerhalb der Mauer“, erklärt der Bürgermeister. In die Mauer selbst waren lediglich Türme und Tore integriert. An einigen Stellen finden sich noch heute die eingemeißelten Daten besonderer Ereignisse in Sommerhausen, die als Teil des Einzeldenkmals Stadtmauer die Geschichte des Ortes lebendig halten.

Von unserem Redaktionsmitglied Claudia Schuhmann
    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Stadtteilserie 

Alles im (Über)blick
Von A wie Altstadt bis Z wie Zellerau - wir stellen Ihnern die verschiedenen Stadtteile Würzburgs vor. »mehr
    
Anzeige
    

Recht auf Auskunft 

Kommunalpolitik
Bürger haben ein Recht auf politische Teilhabe und Journalisten ein Recht auf Auskunft. Das mussten auch einige Bürgermeister erst lernen. »mehr
    
    

Ȇbersicht ePaper

Mainpost Wuerzburg
  Ausgabe:
  Main-Post Würzburg
  Datum:
  25.05.2012

    
Anzeige
    

Spezial 

Westumgehung Würzburg
Wie Gegner und Befürworter wegen der "B26 neu" kämpfen. Ein Top-Thema in der Region. »mehr
    
    

Leserbriefe 

Schreiben Sie uns
Wenn Sie uns einen Leserbrief schreiben wollen, dann können Sie das direkt hier tun. »mehr
    
    

Testen Sie Ihr Wissen 

Unser wöchentliches Quiz
Acht Fragen rund um ein aktuelles Thema.  »mehr
    
    

Testen Sie Ihr Wissen 

Unser wöchentliches Quiz
Acht Fragen rund um ein aktuelles Thema.  »mehr