aktualisiert: 01.02.2011 18:47 Uhr
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WÜRZBURG
Hochhaus-Gegner kämpfen weiter
Verschönerungsverein finanziert Rechtsstreit – Stadtbild-Initiative lädt zum Infoabend
Der geplante Hochhausneubau in der Augustinerstraße, der Tricyan Tower, ist dem Verschönerungsverein (VVW) ein Dorn im Auge: Mit 33,90 Metern zu hoch, mit 3200 Quadratmetern Nutzfläche zu wuchtig, schädlich fürs Stadtbild, lautet die Kritik. Um den Nachfolgebau des 81 Jahre alten, maroden Ämterhochhauses zu stoppen, kämpft der VVW nicht nur mit Argumenten: Er unterstützt die benachbarte Erbengemeinschaft in ihrem Rechtsstreit gegen den „Tower“ auch finanziell.
Dies bestätigt VVW-Vermögensverwalter Klaus Vikuk auf Anfrage. „Wir geben einen Zuschuss“, sagt Vikuk. Er möchte aber keinen Betrag nennen. Auf die Frage, warum man dieses Engagement nicht öffentlich gemacht habe, erklärt Vikuk, es sei bekannt, dass der Verein die Klage unterstützt. Deshalb habe man keine Veranlassung gesehen, die Beteiligung an den Anwaltskosten eigens zu veröffentlichen. Das finanzielle Engagement sei einstimmig von den VVW-Verantwortlichen getroffen worden. Der Verein selbst hat kein Klagerecht. Wie berichtet, haben Nachbarn unter anderem wegen wasserschutzrechtlicher Bedenken eine Normenkontrollklage gegen den Erschließungsplan für das Hochhaus erhoben. Bis Mitte des Jahres will der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entscheiden.
Vikuk begrüßt, dass dann „klare Verhältnisse“ herrschen. Dass der Verschönerungsverein im Falle einer juristischen Befürwortung der Hochhauspläne einen Bürgerentscheid gegen den Bau anstrengt, kann sich Vikuk derzeit nicht vorstellen. Er möchte aber dem neuen Vorstand, den der VVW nach dem Rückzug von Stefan Kummer im Frühjahr wählen will, nicht vorgreifen.
Besitzerwechsel beim Bauherrn
Veränderungen gibt es auch beim Hochhaus-Bauherrn Informica Real Invest. Die Reichenberger Immobilien-AG hat im Herbst erneut ihren mehrheitlichen Besitzer gewechselt. Erst im April 2009 hatte die Kölner InCity Immobilien AG die Mehrheit an der Informica erworben. Ihre 82 Prozent hat sie vergangenen Oktober an die österreichische Q-Realstate GmbH veräußert. „Das sind vernünftige private Finanzinvestoren mit Interesse an deutschen Immobilien. Das ändert nichts an den Plänen mit dem Tricyan Tower“, kommentiert Vorstandsvorsitzender Friedrich Schwab den Besitzerwechsel. Dieser sei erfolgt, weil Vorbesitzer InCity mehr Interesse an Projektentwicklungen als an Bestandsimmobilien habe. Letztere sind das Hauptbetätigungsfeld der Informica Real, die auf die Vermietung sowie den Kauf und Verkauf von Immobilien spezialisiert ist.
Laut Schwab hat die AG über 30 Immobilien mit rund 700 Wohn– und Gewerbeeinheiten im Wert von rund 60 Millionen Euro im Bestand, vornehmlich in Berlin, Weimar und Erfurt. Die jährlichen Mieteinnahmen belaufen sich auf rund sechs Millionen Euro. In Würzburg besitzt die Informica ein Wohn- und Geschäftshaus am Barbarossaplatz, eine Wohnanlage in der Nähe der Residenz, das 2007 von der Stadt erworbene Hochhaus Augustinerstraße sowie ein Nachbaranwesen.
Ursprünglich sollte der „Tricyan Tower“ 2010 stehen, was unter anderem Umplanungen nach einer vom Stadtrat beschlossenen Höhenreduzierung verhinderten.
Den langen Atem für das Projekt begründet Schwab auch damit, dass der Informica Real sowie der Tochter Tricyan Tower GmbH keine Bank im Nacken sitze. Die drei Millionen Euro Verbindlichkeiten, die der Geschäftsbericht ausweist, habe die Tricyan Tower GmbH allein bei der Informica Real. Und diese habe den bislang fälligen Teilkaufpreis des insgesamt 1,25 Millionen Euro teuren Hochhauses und den Erwerb des Nachbarhauses allein aus Eigenmitteln bestritten.
Die Nachfrage an den Wohnungen und Gewerbeflächen des Tricyan Tower, die teils verkauft, teils vermietet werden sollen, ist laut Schwab sehr groß. OB Georg Rosenthal begrüßt das neue Hochhaus als Aufwertung für die Augustinerstraße. Der Stadtrat hat den Erschließungsplan, der nun auf dem juristischen Prüfstand steht, mit großer Mehrheit befürwortet.
Die Initiative „Stadtbild Würzburg“ lädt am Mittwoch, 2. Februar, um 19.30 Uhr zu einem Infoabend mit Diskussion über das umstrittene Hochhaus ins Rudolf-Alexander-Schröder-Haus.
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bkytransl (29 Kommentare) am 04.02.2011 00:29
Man könnte sich totlachen wenns nicht so traurig...Als wenn es nichts Wichtigeres gäbe als alles aber auch alles was Fortschritt bedeutet zu verhindern. Woanders klappt das doch auch. Hat jemand schon mal die Skyline von Frankfurt gesehen? Da stehen auch problemlos denkmalgeschützte Bauten im Schatten von Hochhäusern die diesen Namen wenigstens verdienen. Dort läuft auch was im Gegensatz zu hier, wo nur Wasser den Main runterfließt, und Firmen abwandern, weil hier nichts läuft und es an allen Ecken und Enden hakt und klemmt. Ist die Lehre mit den Arkaden nicht schon genug? Schweinfurt hat bereits mit der Stadtgalerie die Nase vorn, Aschaffenburg mit dem neuen Bahnhof sowieso, Diese Verhinderer haben anscheinend zuviel Geld, und sobald sie einmal was verhindert haben, sind sie wieder in der Versenkung und bringen keinerlei konstruktive Vorschläge, wie der angerichtete Schaden wieder behoben werden kann. Darüber sollte es einen öffentlichen Aufschrei geben, aber nicht über ein kleines modernes Haus, das beileibe kein Hochhaus, sondern bestenfalls ein "höheres" Haus ist. |
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reutjo (1660 Kommentare) am 01.02.2011 22:16
Hubschrauberlandeplatz... Augustinerstrasse.......gleich nebenan Hs.-Nr. 24/26, wird doch das Polizeigebäude saniert undmit einer Inspektion ausgestattet, die die ganze Stadt mit allen ihren Stadt- teilen versorgen muss. Obwohl es eng ist und auch jede Menge Kfz.-Stell- plätze dafür benötigt werden. Achtung ich lache nun mal: denn ich stell mir gerade vor, wie halbwegs
schnelle Einsätze über die Bühne gehen könnten. Die Polizei rennt über die Augustinerstrasse ins Hochhaus, und von da aus startet sie mit dem Hub- schrauber, der auf den Dach steht. Parteifreunde vom "Bürgerforum" sagten ja im Vorfeld, das neue Hochhaus belebt die Augustinerstrasse.....
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klausburkard (874 Kommentare) am 01.02.2011 19:30
will man mit allen Mittelneigentlich die doch so schöne Barrockstadt Würzburg verschandeln? Reicht nicht ein supermodernes Bankhaus am unteren Markt um die Sicht auf die Festung zu versperren, oder in der Schw. Str. der komische Glasturm, wo kein Schwein hinein will? Muß jetzt in der Augustiner Str. auch noch so ein wuchtiger Betonklotz stehen um die Macht der Rathausstrateken zu demonstrieren? Mei o Mei, armes Würzburg. |
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asazyma (312 Kommentare) am 01.02.2011 21:50
Von der Barockstadt......ist ja 1945 wirklich sehr viel übrig geblieben. |
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inalwe (36 Kommentare) am 01.02.2011 22:04
aber das was übrig geblieben ist...verschandelt bitte nicht mit neuen Hochhäusern! Ist mal jemand im Osten gewesen? 40 Jahre kein Geld um Bausünden der 60iger, 70iger zu begehen und nach der Wende hübsch sanierte Altstädte! Würzburg nutzt dein Potenzial und lass dir nicht durch Neubauten mehr Löcher in die Seele brennen, als es die Bombennächte taten. Touristen wollen die Barrokstadt und keine Architekturbauten der Neuzeit! |
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