publiziert: 13.01.2012 13:16 Uhr
aktualisiert: 13.01.2012 14:03 Uhr
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Hochschultage für Nachhaltigkeit ab Donnerstag

Wer bringt uns Krise bei? Diese Frage hat Estelle Herlyn schon mehr als einmal gehört – von Studenten aus ganz Deutschland. „Sie haben oft ganz andere Erwartungen an ihr Studium“, sagt sie. „Oft fehlt ihnen etwas.“ Die Hochschultage für Ökosoziale Marktwirtschaft und Nachhaltigkeit wollen diese Lücke schließen. Herlyn ist Mitglied des fünfköpfigen Projektteams, das diese bundesweite Initiative koordiniert. In den letzten zwei Jahren fanden bereits 15 Hochschultage statt, unter anderem in München, Köln und Dresden. Jetzt kommen sie auch nach Würzburg.

Start mit Podiumsdikussion

Die dreitägige Veranstaltung beginnt am Donnerstag, 19. Januar, um 18 Uhr mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wie viel Markt verträgt der ökologische Wandel?“. Im Audimax der neuen Uni am Sanderring diskutieren der Würzburger Professor Rainer Thome (Lehrstuhl für BWL und Wirtschaftsinformatik), Heiko Rittweger (Werbeagentur Rittweger und Team, Umweltmarketing), Matthias Gsänger (Würzburger Institut für Politikwissenschaft und Sozialforschung) und Eike Hallitzky (Sprecher vom Landesarbeitskreis „Ökologie und Ökonomie“ der Grünen). Im Anschluss ist gegen 19.30 Uhr ein Vortrag von Franz Josef Rademacher vom „Club of Rome“ geplant. Er erklärt seinem Publikum, was sich hinter dem Begriff „ökosoziale Marktwirtschaft“ verbirgt.

Bis Sonntag, 21. Januar, stehen weitere Experten-Vorträge sowie ein konsumkritischer Stadtrundgang und verschiedene Workshops auf dem Programm (siehe unten).

Organisiert werden die ersten Würzburger Hochschultage gemeinsam von der Weltladen-Hochschulgruppe und dem Arbeitskreis Ökologie der Würzburger Studierendenvertretung. „Das Konzept hat uns einfach überzeugt“, erklärt Antoine Habersetzer vom Weltladen-Team. „Es verbindet die drei Aspekte der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und Soziales.“ Bereits im Mai 2011 veranstalteten die beiden Studentengruppen gemeinsam eine „Faire Woche“. Eingeladen war damals unter anderem Anselm Görres, der Vorsitzende des Forum Ökologisch Soziale Marktwirtschaft. Er brachte die Idee der ökosozialen Hochschultage nach Würzburg.

Die bundesweite Initiative, gegründet von Bewegungen wie dem Global Marshall Plan oder dem Club of Rome, half den Würzburger Studenten, die umfangreiche Veranstaltung auf die Beine zu stellen. „Sie gaben uns den Rahmen vor“, sagt Habersetzer. „Die inhaltliche Ausgestaltung, die Finanzierung und Werbung haben wir übernommen.“ Besonders wichtig war den Studenten dabei ein lokaler Schwerpunkt. „Wir haben versucht, möglichst viele Würzburger Initiativen miteinzubinden“, so Florian Lessing vom AK Ökologie. „Davon gibt es hier schließlich eine Menge.“

Die Hochschultage sollen helfen, die verschiedenen Gruppen zu vernetzen und lokale Lösungen für die drängenden Probleme der Gesellschaft zu finden. Auch auf neue Impulse hoffen die Studenten – vielleicht sogar in ihrem Lehrplan.

„An dem Thema Nachhaltigkeit kommt heute niemand mehr vorbei“, findet Organisatorin Herlyn. „Trotzdem ist es in der Uni bisher nur ein Randthema.“ Die Hochschultage sollen alle Fachbereiche erreichen und eine breite Resonanz ermöglichen.

„Wir wollen eine Plattform schaffen für den Dialog verschiedener gesellschaftlicher Kreise“, so Herlyn. Deswegen richte sich die Veranstaltung auch nicht nur an Studenten, sondern auch an interessierte Bürger, Politiker und Unternehmer der jeweiligen Region.

Das Programm der Hochschultage

Nach dem Auftakt der Würzburger Hochschultage am Donnerstag veranstaltet die Würzburger Gruppe „Weltbewusst“ am Freitag, 20. Januar, von 17 bis 18 Uhr einen globalisierungskritischen Stadtrundgang. Treffpunkt ist der Barbarossaplatz. Im Anschluss spricht Anselm Görres, Vorsitzender des Forum Ökologisch Soziale Marktwirtschaft, über„Kluge Finanzpolitik als Schlüssel für eine nachhaltige Gesellschaft“. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Hörsaal 00.002 des neuen Zentralen Hörsaal- und Seminargebäudes am Hubland.

Verschiedene Workshops stehen am Samstag, 21. Januar, auf dem Programm. In den Seminarräumen des Zentralen Hörsaal- und Seminargebäudes am Hubland beschäftigen sich die Teilnehmern vom 10 bis 17.45 Uhr zum Beispiel mit einem Verkehrskonzept für die Stadt Würzburg oder einem „Studium Ökologicum“ an der Universität. Weitere Themen sind die Vermittlung von kritischem Konsum an Kinder und Jugendliche, die Effektivität von Entwicklungszusammenarbeit und wichtige Umweltaspekte an der Uni Würzburg. Anschließend stellen sich auf einem Markt der Möglichkeiten lokale und regionale Initiativen vor.

Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Für die Workshops wird unter hochschultage-wuerzburg@web.de um eine Anmeldung gebeten. Auf der Homepage www.hochschultage.org gibt es weitere Informationen zu den einzelnen Workshops sowie ein Anmeldeformular.

Von unserem Redaktionsmitglied

Regine Beyss

    
    

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