aktualisiert: 02.02.2012 19:06 Uhr
Text
Text
WÜRZBURG
In Würzburg zu viele Wertstoffe im Restmüll
Stadtreiniger analysieren schwarze Tonne
Rund 117 Kilogramm Restmüll hat jeder Würzburger im vergangenen Jahr trotz Abfalltrennung produziert. Mehr als die Hälfte des Abfalls in der schwarzen Tonne sind Wertstoffe, die wiederverwertet werden könnten. Das ist das Ergebnis einer umfassenden Hausmüll-Analyse, die Umweltreferent Wolfgang Kleiner kürzlich im Werkausschuss des Stadtrats vorstellte. Vor 14 Jahren war die letzte Analyse durchgeführt worden. Sowohl beim Aufkommen als auch bei der Zusammensetzung der privaten Abfälle habe sich seit 1998 wenig verändert. Auch im Vergleich zu anderen bayerischen Städten „schwimmen wir im Trend mit“, erläuterte der Referent im Ausschuss.
Untersucht wurde im vergangenen Juli vom Würzburger Büro Fabion GbR, was die Bürger nach der Abfalltrennung durch Glascontainer, Papiertonne, Bio-Tonne und gelben Sack noch in ihre schwarzen Restmüll-Tonnen werfen. Um die Ergebnisse möglichst gut vergleichen zu können, wurde dieselbe Vorgehensweise wie 1998 gewählt und in denselben Stadtteilen in die Mülltonnen geguckt. Den mit Abstand größten Anteil haben dabei die organischen Abfälle, von denen jeder der knapp 134 000 Würzburger durchschnittlich 27,5 Kilogramm in der Restmülltonne entsorgte. Es folgen Papierabfälle mit rund zehn Kilo und Kunststoff- und Verbundverpackungen mit knapp neun Kilo pro Einwohner. Der Restmüll wird im Müllheizkraftwerk verbrannt.
Dabei wären gut 53 Prozent des Restmülls, so das Ergebnis der Analyse, noch verwertbar. „Eine ganze Reihe von Wertstoffen landet immer noch in der Restmülltonne“, beklagt Kleiner. Die Stadtreiniger wollen deshalb ihre Abfallberatung und die Öffentlichkeitsarbeit weiter verstärken: „Es ist alle Anstrengungen wert, um noch mehr Wertstoffe aus dem Restmüll herauszuziehen. Jeder Bürger ist aufgefordert, seinen Beitrag zu leisten.“ Von einer zusätzlichen Wertstofftonne, die nach den Plänen der Bundesregierung ab 2015 bundesweit eingeführt werden soll, hält der Umweltreferent allerdings nur wenig: „Wir werden das Thema diskutieren müssen. Ich bezweifle aber, ob sich Aufwand und Kosten für die Bürger lohnen.“
Benita Stolz: „Ernüchternd“
Kleiner und die Stadtreiniger gehen aufgrund eigener Untersuchungen davon aus, dass in der zusätzlichen Tonne nur 3,3 Prozent mehr „Wertstoffe“, also Abfälle aus Kunststoff und Metall sowie Elektro-Kleingeräte, landen würden. Im Ausschuss wurde das nur von den Grünen angezweifelt: Vor allem Kunststoffe „haben im Müllheizkraftwerk nichts zu suchen, das ist nicht zu verantworten“, betonte Benita Stolz, die das Ergebnis der Müll-Analyse als „ernüchternd“ bezeichnete. In Sachen Wertstoff-Tonne gebe es deutschlandweit bereits viele Modelle, daran komme auch Würzburg nicht vorbei, so Stolz.
Diesen Artikel
Die neuesten Kommentare
|
scheva (100 Kommentare) am 03.02.2012 00:24
Schuld der StadtDa sollte sich der Herr Referent mal an die eigene Nase fassen - man MUSS eine nach Anzahl der Haushalte /Personen bemessene Restmülltonne bezahlen, die an Volumen alles andere weit übertrifft. Wenn man dann sagt, dass die Wertstofftonnen viel zu klein sind, man würde gerne mehr trennen, aber die Papiertonne ist nach einer woche schon übervoll, während die Restmülltonne auch nach zwei Wochen nur ein Viertel gefüllt ist, dann erntet man nur ein Schulterzucken. Wohin denn mit dem "Restmüll", vielleicht per Post an den Herrn Umweltreferenten???? Die Kommune selbst ist schuld an der unzureichenden Mülltrennung! Kleine Restmülltonne, große wertstofftonnen und entsprechende Abrechnung, und schon wird sich das bessern. Aber dann müsste man ja was tun in der Verwaltung anstatt schlaue Presseerklärungen abzugeben.... |
(1)
|

Wetter















